Ferrocarril Chihuahua al Pacífico

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Chepe ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum kubanischen Ökonomen, Diplomaten und Dissidenten siehe Óscar Espinosa Chepe.
El Chepe

Der Ferrocarril Chihuahua al Pacífico (abgekürzt ChP, daher häufig Chepe genannt) ist eine Eisenbahnstrecke sowie eine ehemalige Eisenbahngesellschaft in Mexiko. Die Strecke ist eingleisig, nicht elektrifiziert und gilt als eine der spektakulärsten Eisenbahnstrecken der Welt.

Streckenverlauf
El Chepe im Bahnhof Divisadero
Einfahrt in einen Tunnel

Sie wurde zwischen 1861 und 1961 für den Güterverkehr gebaut, um Mais, Getreide und Kupfer zu den Häfen zu transportieren. Betreiber waren zunächst die Kansas City, Mexico and Orient Railway auf dem Abschnitt von Topolobampo nach San Pedro en Sinaloa und der Ferrocarril Noroeste, dessen Strecke von Osten kommend in Creel endete. Der topografisch schwierige Abschnitt zwischen San Pedro und Creel wurde erst 1961 fertiggestellt. Zu diesem Zeitpunkt vereinigten sich die beiden, 1940 verstaatlichten, Bahngesellschaften zum Ferrocarril Chihuahua al Pacífico und nahmen den Reiseverkehr auf. Seit 1998 gehört die Strecke zum Netz des privaten Betreibers Ferromex. Neben den Güterzügen wird sie vom einzigen regulären Reisezug Mexikos („El Chepe“) befahren, der von Los Mochis im Bundesstaat Sinaloa nach Chihuahua und zurück verkehrt.[1]

Von der Hafenstadt Topolobampo an der Pazifikküste führt die Strecke über Los Mochis nach El Fuerte und schlängelt sich dann durch die zerklüfteten Felsen der Sierra Madre Occidental, vorbei an schwindelerregend tiefen Schluchten und bizarren Felsformationen. Über viele Brücken und durch zahlreiche Tunnel wird ein Höhenunterschied von 2400 m bewältigt.[2] Während der mehrere Stunden dauernden Reise durchfährt der Zug verschiedene Landschafts- und Vegetationsformen: die Pazifikküste mit ihrem subtropischen Klima genauso wie kühle Bergregionen und Kakteensteppen.

Technisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Bahuichivo und Temoris weist die Strecke 37 Brücken mit einer Gesamtlänge von 3,6 km auf, von denen der Puente Fuerte mit 498,8 m die längste ist. Die 87 Tunnel sind insgesamt mehr als 17 km lang. Steigungen, in den Berg gebaute Kehren und Spiralschleifen führen immer höher hinauf, bis schließlich bei Los Ojitos, zwischen den Stationen Divisadero und Creel, auf 2420 m der höchste Punkt der 653 km langen Strecke erreicht ist. Von dort an geht es etappenweise wieder abwärts in Richtung Chihuahua.

Zu den Attraktionen der Strecke zählt unter anderem El Descanso, der mit über 1800 m längste Tunnel der Strecke. Bei Kilometer 622 (von Ojinaga, dem östlich gelegenen Grenzpunkt zu den Vereinigten Staaten aus gemessen) erreicht der Zug die Station Divisadero, den topografischen Höhepunkt der Strecke. Von dort, wie auch danach von Creel, hat man einen Blick in die 1759 m tiefe Barranca del Cobre (Kupferschlucht).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Im Schluchten-Zug in: Nordbayerischer Kurier vom 31. Dezember 2016, S. 43
  2. Ferrocarril Chihuahua al Pacífico: Maps: Route height