Filterpresse

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Filterpressen sind diskontinuierlich arbeitende Druckfilter zur Fest-Flüssig-Trennung von Suspensionen.

Rahmenfilterpresse, Kammerfilterpresse und Membranfilterpresse unterscheiden sich in der Gestaltung der Filterplatten, nicht aber im Filtrationsprinzip.

Eine Kammerfilterpresse, links der bewegliche Deckel

Filterpressen als Apparate zur Kuchenfiltration besitzen ein durch Filterplatten gebildetes Filterpaket in einem Gestell, das zwischen einem festen Deckel und einem beweglichen Deckel angeordnet ist. Zwischen den einzelnen Filterplatten befinden sich Filtermittel (Gewebe oder Membrane). Der feste Deckel ist über Verbindungs- und Zugholme mit der Brücke verbunden. Über eine hydraulische Anpressvorrichtung, die in der Brücke integriert ist und auf den beweglichen Deckel wirkt, wird das Filterpaket angepresst. Die Anpressdrücke liegen zwischen 250 und 600 bar. Durch diese hohen Drücke wird die Dichtigkeit des Filterpakets gewährleistet. Die Verrohrung für die Zuleitungen der Suspension ist im festen Deckel integriert. Die Durchlassöffnung für die Suspension innerhalb des Filterpakets befindet sich in der Mitte der Filterplatten. In den Filterkammern wird mittels einer Pumpe die Suspension mit 10 – 20 bar gegen die Filtertücher gepumpt. Die Flüssigkeit passiert das Filtermittel und verlässt die Presse über Ablaufkanäle. Die festen Teile der Suspension bleiben am Filtermittel zurück und bilden den Filterkuchen. Nach Beendigung des Filtrationszyklus wird die Presse geöffnet und der Kuchen entnommen. Soweit die Presse dies nicht automatisch erledigt (selbstreinigende Kammerfilterpresse), wird der Druck dazu langsam abgelassen, die Filterpresse geöffnet und der Kuchen von den Filtertüchern manuell entfernt.

Membranfilterpressen besitzen die Besonderheit, dass der Filterkuchen auch noch mechanisch ausgepresst wird. Dazu hat jede Filterkammer mindestens eine bewegliche Membran. Diese Membran wird, nachdem der Zufluss der Suspension abgestellt wurde, mit Hilfe von Druckluft oder Druckwasser in Richtung auf den Filterkuchen in Bewegung gesetzt und presst ihn so zusätzlich aus.

Filterpressen sind vielfältig einsetzbar. Die Größe der abzutrennenden Feststoffe reicht dabei vom µm-Bereich (z. B. Enzyme) bis hinauf in den mm-Bereich (z. B. Klärschlamm). Die Filterflächen reichen von weniger als 1 m² bei kleinen Laborprozessen bis hin zu über 1000 m² bei Großpressen. Verwendet werden sie in der Lebensmittelindustrie, der chemischen. der keramischen oder der pharmazeutischen Industrie. Ebenso findet man sie in der Metallurgie und im Bergbau.

Ein wichtiges Anwendungsgebiet der Filterpresse ist die Abwasseraufbereitung. Haupteinsatzgebiet der Filterpressen dort ist die Entwässerung von Klärschlämmen vor der Verwertung und Entsorgung.

Siehe auch: Trennverfahren (Verfahrenstechnik)

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Luckert (Hrsg.): Handbuch der mechanischen Fest-Flüssig-Trennung. Vulkan-Verlag, Essen 2004, ISBN 3-8027-2196-9.

Weblinks[Bearbeiten]