Finanzberatung

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Die Finanzberatung ist eine Beratung von Kapitalanlegern über die Möglichkeiten einer Geldanlage in verschiedenen Anlageformen und Risikoklassen mit dem Ziel der Erwirtschaftung möglichst hoher Renditen auf das anzulegende bzw. angelegte Kapital.

Dabei muss es sich nicht allein um Neuanlagen handeln. Auch für Wiederanlagen und/oder Umschichtungen in andere als bisher gewählte Anlageformen kann die Finanzberatung in Anspruch genommen werden.

Definition im weiteren Sinn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinzelt wird nicht nur die Beratung bei der Anlage von Kapital unter den Begriff gefasst, sondern auch die Beratung bei der Aufnahme von Kapital für ein Investment, sei es im Konsumgüter- oder Investitionsgüterbereich. Hier findet sich alternativ jedoch der treffendere Begriff der Kreditberatung.

Vorgehen und Ziel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finanzberatung ist die Analyse des Istzustandes der aktuellen Lebensumstände einer Person oder Gruppe (Kunde). Im Sinne einer systematischen Finanzplanung wird die Situation mit dem Ziel einer ganzheitlichen Beratung in Bezug auf finanzielle Absicherung, Vorsorge (hinsichtlich Alter, Krankheit, etc. ...) und Vermögensaufbau analysiert. Die Finanzberatung baut in den meisten Fällen auf bereits existierenden Strukturen auf (i.d.R. staatlich organisierte Sozialversicherungen, berufsständische Absicherungssysteme und/oder private Versicherungen, Sparpläne, Vermögensanlagen).

Bei einer Finanzberatung erstellt der Berater unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Ziele und Aspekte des jeweiligen Kunden ein umfassendes Konzept. Chancen und Gefahren möglicher Entwicklungen sollen mit geeigneten Finanzprodukten genutzt bzw. abgewendet werden. Ein so erstelltes Konzept muss regelmäßig auf seine Aktualität überprüft werden und an die sich ändernden Situationen wie Heirat, Kinder u.a. angepasst werden.

Konflikte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Finanzberatung unterliegt dem klassischen Principal-Agent-Problem. Der Finanzberater (Principal) vertritt nicht nur Kunden-, sondern auch Eigeninteressen. Zudem kann er den Kunden (Agenten) auf Basis unvollständiger Informationen nicht optimal beraten. Der Kunde kann andererseits nicht alle notwendigen Informationen an den Berater weitergeben. Eine realistische Einschätzung der Möglichkeiten zur Umsetzung der eigenen Ziele fällt ebenso schwer. Des Weiteren werden bei der Beratung langfristige Entscheidungen getroffen, die der Dynamik von Veränderungen der Lebenssituation oder gesetzlichen Rahmenbedingungen standhalten sollen/müssen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gabler: Fachbegriffe Versicherungswesen. ISBN 3-409-19948-9
  • Steiner, Jürgen (2007): Glaubwürdige Signale durch zertifizierte Finanzberatung.