Finanzinstrument

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Dieser Artikel befasst sich mit Finanzinstrumenten allgemein, siehe auch: Finanzinstrument (Deutschland). Siehe außerdem: Finanzierungsinstrument

Unter einem Finanzinstrument sind alle vertraglichen Ansprüche und Verpflichtungen zu verstehen, die unmittelbar oder mittelbar den Austausch von Zahlungsmitteln zum Gegenstand haben. Die aus Verträgen oder Vereinbarungen resultierenden Rechte bzw. Pflichten müssen dabei auf finanziellen Sachverhalten beruhen.

Die International Accounting Standards (IAS) bzw. International Financial Reporting Standards (IFRS) definieren in IAS 32.11 ein Finanzinstrument folgendermaßen:

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Einteilung[Bearbeiten]

Finanzinstrumente lassen sich gemäß International Accounting Standard 39 (IAS 39) folgendermaßen einteilen:

Finanzielle Vermögenswerte[Bearbeiten]

Die Beschreibung eines finanziellen Vermögenswertes umfasst gemäß IAS 32.11 folgende Positionen und Rechte:

  • Geld- bzw. Kassenbestände (cash),
  • ein Eigenkapitalinstrument eines anderen Unternehmens,
  • ein vertragliches Recht,
    • Zahlungsmittel oder einen anderen finanziellen Vermögenswert von einem anderen Unternehmen zu erhalten oder
    • finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Schulden mit einem anderen Unternehmen unter potenziell vorteilhaften Bedingungen auszutauschen.
  • einen Vertrag, der in eigenen Eigenkapitalinstrumenten des Unternehmens erfüllt werden wird oder kann und bei dem
    • ein nicht-derivatives Finanzinstrument eine Verpflichtung des Unternehmens beinhaltet, oder beinhalten kann, eine variable Anzahl an eigenen Eigenkapitalinstrumenten zu erhalten.
    • ein derivatives Finanzinstrument auf andere Weise erfüllt werden wird oder kann als durch den Austausch eines festen Betrags oder eines anderen finanziellen Vermögenswerts gegen eine feste Anzahl an eigenen Eigenkapitalinstrumenten.

Finanzielle Verbindlichkeiten[Bearbeiten]

Eine finanzielle Schuld bzw. Verbindlichkeit ist demgegenüber

  • eine vertragliche Verpflichtung,
    • flüssige Mittel oder einen anderen finanziellen Vermögenswert an ein anderes Unternehmen zu liefern.
    • finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten zu möglicherweise ungünstigen Bedingungen mit einem anderen Unternehmen zu tauschen.
  • ein Vertrag, der in eigenen Eigenkapitalinstrumenten des Unternehmens erfüllt werden wird oder kann und bei dem
    • ein nicht-derivatives Finanzinstrument eine Verpflichtung des Unternehmens beinhaltet, oder beinhalten kann, eine variable Anzahl an eigenen Eigenkapitalinstrumenten abzugeben.
    • ein derivatives Finanzinstrument auf andere Weise erfüllt werden wird oder kann als durch den Austausch eines festen Betrags oder eines anderen finanziellen Vermögenswerts gegen eine feste Anzahl an eigenen Eigenkapitalinstrumenten.

Eigenkapitalinstrumente[Bearbeiten]

Ein Eigenkapitalinstrument (Equity-Instrument) ist nach IAS 32 und IAS 39 eine vertragliche Vereinbarung, die einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unternehmens nach Abzug aller Verpflichtungen zum Gegenstand hat. Gemäß IAS 39.9 liegt ein Derivat dann vor, wenn bei einem Finanzinstrument

Jahresabschluss[Bearbeiten]

Die Einteilung von Finanzinstrumenten ist wichtig für die Bewertung und Bilanzierung im IFRS-Jahresabschluss:

  • Finanzielle Vermögenswerte
  • Finanzielle Verpflichtungen
  • Eigenkapitalinstrumente
  • Handel
  • Finanzielle Vermögenswerte, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden sollen
  • Darlehen und Forderungen
  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Siehe auch[Bearbeiten]

IFRS-Bankbilanzierung

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