Florian Camathias

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Florian Camathias (* 23. März 1924 in St. Gallen; † 10. Oktober 1965 in Brands Hatch) war ein Schweizer Motorradrennfahrer.

Camathias 1960 in Assen
Siegeinlauf der Dutch TT in Assen 1959

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Camathias Vater übte schon den Rennsport auf Motorrädern aus und verunglückte zwei Jahre nach der Geburt seines Sohnes tödlich. Nach dem Krieg eröffnete Florian Camathias in der Nähe von Montreux ein Motorradgeschäft mit Werkstatt als BMW Vertragshändler. Camathias war stark kurzsichtig und ständig auf das tragen einer Brille angewiesen, was unter Rennfahrern eher eine Seltenheit ist. Er galt als Spitzenfahrer und wurde immer als potentieller Weltmeister gehandelt. Beim Publikum war er auf Grund seines Siegeswillen und der daraus resultierenden Fahrweise beliebt. Seine Motorradgespanne baute er selber auf BMW Basis auf. Später wurde er dabei von seinem Freund Helmut Fath unterstützt. Diese Maschinen trugen die Bezeichnung FCS-B für Florian Camathias Spezial BMW. Dabei kam ihm der Motorradhersteller bei der Belieferung mit renntauglichen Material nicht gerade entgegen. Viele Komponenten musste er sich über andere Firmen besorgen.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein erstes Rennen, noch auf einem Solomotorrad, bestritt er 1947 bei einem Rennen in Lusanne mit einer alten BMW R 5. Er kam als zweiter hinter dem amtierenden Schweizer Meister Benoît Musy ins Ziel. 1948 beendete er in Schaffhausen bereits ein Rennen als Erster. Nach und nach startete er immer häufiger bei den Gespannen. Dabei baute er seine BMW selber um. Ab 1953 trat er nur noch in der Seitenwagen WM an. Erste Erfolge stellten sich ein und 1955 belegte er mit seinem Beifahrer Maurice Büla auf BMW in der Gesamtwertung Rang elf, im Folgejahr bereits Platz fünf und die Saison 1957 beendete er mit Platz drei. Beifahrer war in diesem Jahr teilweise der Deutsche Hilmar Cecco. Mit diesem Fuhr er 1958 in Assen auf Platz eins. Sie beendeten die Saison als Vizeweltmeister. In der WM 1959 konnten sie diesen Erfolg wiederholen. Mit drei Beifahrern – dem Britten John Chisnell, dem Deutschen Roland Föll und dem Schweizer Gottfried Rüfenacht – reichte es im kommenden Jahr nur für einen vierten Rang trotz einiger Podiumsplätze. 1961 stieg Cecco erneut ins Boot. Am 11. Mai 1961 verunglückten beide in der letzten Runde eines Rennens in Modena. Cecco erlag am folgenden Tag seinen Verletzungen.[1] In die Saison 1962 ging Camathias zunächst mit dem Deutschen Horst Burkhardt im Boot an den Start aber erst mit dem Britten Harry Winter folgen Siege und die Saison konnte mit dem Vizetitel beendet werden. Trotz Podiumsplätze blieb in der folgenden Saison nur ein vierter Platz für ihn und seinen Schweizer Beifahrer Franz Ducret. Am 10. Oktober 1965 verunglückte er tödlich beim Race Of South im englischen Brands Hatch.

Siegestatistik (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Klasse Maschine Rennen
1958 Gespann BMW Dutch TT
1959 Gespann BMW Großer Preis von Deutschland
1959 Gespann BMW Dutch TT
1962 Gespann BMW Großer Preis von Belgien
1963 Gespann BMW TT
1963 Gespann BMW Großer Preis von Deutschland
1965 Gespann BMW Großer Preis von Frankreich

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. findagrave.com. Hilmar Cecco. Abgerufen am 4. April 2018 (englisch).