Assen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Assen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gemeinde Assen
Flagge der Gemeinde Assen
Flagge
Wappen der Gemeinde Assen
Wappen
Provinz Drenthe Drenthe
Bürgermeister Carry Abbenhues
Sitz der Gemeinde Noordersingel 33
9400 RA Assen
Fläche
 – Land
 – Wasser
83,48 km²
82,09 km²
1,39 km²
CBS-Code 0106
Einwohner 67.191 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 805 Einwohner/km²
Koordinaten 53° 0′ N, 6° 34′ O52.9933333333336.5633333333333Koordinaten: 53° 0′ N, 6° 34′ O
Bedeutender Verkehrsweg A28 E232 N33
Vorwahl 0592
Postleitzahlen 9400–9409
Website www.assen.nl
Lage von Assen in den Niederlanden
Klosterkirche Assen
Ehemaliges Provinzhaus, heute Drents Museum

Assen ( anhören?/i) ist die Hauptstadt der niederländischen Provinz Drenthe. Die Stadt hatte 67.191 Einwohner (Stand 1. Januar 2014). Sie liegt auf einem Flugsandrücken im Norden der Provinz Drenthe.

Geschichte[Bearbeiten]

1258 wurde das Nonnenkloster Sankta Maria aus Coevorden an die Stelle verlegt, an der heute die Ortschaft Assen liegt. Die in dieser Zeit angelegten Gräben um das Kloster wurden im Laufe der Zeit zugeschüttet, sodass heute nur noch die Straßennamen an sie erinnern. 1602 wurde das Kloster aufgegeben. Die Räumlichkeiten des Klosters wurden daraufhin vom Gedeputeerdenkolleg als Versammlungsräume genutzt. Im 17. Jahrhundert entstand innerhalb der noch vorhandenen Gräben die Ortschaft Assen. Erst im 18. Jahrhundert dehnte sich diese über die Gräben in die Umgebung aus und aus dem bis dahin unscheinbaren Ort wurde eine Stadt. 1807 wurden auf Geheiß des Königs Louis Bonaparte, der sich der arme Bevölkerung Drenthes ganz besonders widmete und große Entwicklungsmöglichkeiten sah, die umliegenden freien Dörfer nach Assen eingemeindet, sodass der Ort 1809 Stadtrechte erhielt. 1814 wurde Assen zur Hauptstadt der Provinz Drenthe.

Am 13. März 1978 überfielen extremistische Mitglieder der auf den Molukken lebenden Ambonesen das Gebäude der Provinzregierung in Assen und nahmen 70 Personen als Geiseln. In einem Ultimatum forderten sie die Freilassung von 21 südmolukkischen Gefangenen sowie Bus und Flugzeug zur Ausreise. Niederländische Elitesoldaten befreiten die Menschen am Tag darauf. Eine Geisel starb kurze Zeit später an den bei der Befreiungsaktion erlittenen Verwundungen. Die an der Tat beteiligten Ambonesen wurden im Strafprozess zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2004 2007 2010 2013
Einwohner 26.313 29.468 40.471 45.170 50.357 59.004 61.894 64.367 66.870 67.204

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt hat zehn Stadtteile. Sie sind hier chronologisch angeordnet bis auf die beiden letztgenannten, für die keine weiteren Angaben vorliegen. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf 2013.[2]

1. Centrum (5.454 Einwohner)
Das Zentrum ist der älteste Teil der Stadt. Da sich der Stadtteil im Laufe seiner Entwicklung stark verändert hat, findet man hier Gebäude der verschiedensten Epochen. Mit seinen heute rund 5.500 Einwohnern ist er das Aushängeschild der Stadt, in den sich zahlreiche Geschäfte, aber auch Erholungsmöglichkeiten finden. Hier befindet sich ein Standbild des kleinen Jungen Bartje, einer Hauptfigur aus den Büchern des Autors Anne de Vries.

2. Assen-Oost (7.866 Einwohner)
Der Stadtteil Assen-Oost ist im Laufe des 18. Jahrhunderts entstanden. Entlang des alten Steindeiches findet man eine bevorzugte Wohngegend der Stadt. Der Leitspruch bei der Errichtung dieser Häuser aus den 1920ern war Wohnen wie im Dorf. Auch hier findet man viele verschiedene Stilrichtungen nebeneinander.

3. Noorderpark (8.630 Einwohner)
Der Stadtteil Noorderpark entstand in den 1960er und 1970er Jahren. Die Wohnbebauung entstand zu weiten Teilen entlang der Straßen Venestraat, Molenstraat und Groningerstraat. Die Gebäude an diesen Straßen stammen noch aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts. Dieser Stadtteil ist geprägt von Mietwohnungen und Appartements in Reihenhäusern.

4. Pittelo (3.760 Einwohner)
Die ersten Häuser in Pittelo stammen aus den Jahren zwischen 1969 und 1974, hier wurde städtebaulich ein neuer Weg eingeschlagen. In den Jahren 1975 bis 1976 kam Süd-Pittelo hinzu. In den 1980er und 1990er Jahren begann man, die Lücken in der Bebauung zu schließen. Pittelo gilt mit seinen vielen Grünflächen als der kinderfreundlichste Stadtteil von Assen.

5. Assen-West (4.088 Einwohner)
Dieser Stadtteil entstand in den 1970er und schließt sich an den Stadtteil Pittelo an. Er unterteilt sich in die Viertel Baggelhuizen, Kortbossen und Westerpark.

6. Peelo (6.875 Einwohner)
Der Stadtteil Peelo entstand in seiner heutigen Form in den 1980er Jahren. Hervorgegangen ist er aus einem kleinen Dorf selben Namens.

7. Marsdijk (12.789 Einwohner)
Ab dem Jahr 1986 bis Mitte der 1990er entstand der Stadtteil Marsdijk. Heute Ist er der bevölkerungsreichste Stadtteil von Assen. Auch dieser Stadtteil ist von zahlreichen Reihenhäusern geprägt.

8. Kloosterveen (10.908 Einwohner)
Kloosterveen ist der jüngste Stadtteil von Assen und liegt westlich der Innenstadt. Hier wurden ab Mitte der 1990er rund 5.500 Wohnungen errichtet.

9. Lariks (5.733 Einwohner)

10. Buitengebied (1.101 Einwohner)

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeinderat[Bearbeiten]

Bürgermeisterin der Stadt ist seit 2013 Carry Abbenhues von der sozialdemokratisch ausgerichteten PvdA, die auch die mit Abstand größte Fraktion im Gemeinderat stellt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstädte von Assen sind Bad Bentheim in Niedersachsen, Posen in Polen und Vryburg (Südafrika) (seit 1999).

Verkehr[Bearbeiten]

Assen liegt an der Eisenbahnstrecke von Zwolle nach Groningen. Des Weiteren bestehen Busverbindungen nach Groningen, Winschoten, Drachten, Meppel, Emmen und Stadskanaal. Assen liegt außerdem an den wichtigen Binnenschifffahrtskanälen Noord-Willemskanal und Drentsche Hoofdvaart.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Vom Drents Museum verliehene Drehorgel aus dem Jahr 1910 auf dem „Korn- und Hansemarkt“ in Haselünne im September 2012

Auf dem Vorhof des ehemaligen Kloster befindet sich im ehemaligen Provinzhaus heute das Drents Museum, weiter das Reichsarchiv und die Abteikirche. An der Noordelijker Straße steht das neoklassizistische Palais der Justiz. Um 1900 wurde die Johan-Willem-Frisokaserne errichtet, die heute noch als solche genutzt wird.

Bis 2008 wurde in der Rode Kerklaan ein Drehorgelmuseum mit regelmäßigen mehrstündigen Konzerten betrieben. Die Exponate des Museums werden für auswärtige Veranstaltungen ausgeliehen. Nach neuen Räumlichkeiten für das Museum wird gesucht.[3]

Sport[Bearbeiten]

Assen ist bekannt für den Motorradsport (Dutch TT) auf dem TT Circuit Assen und Eisspeedway in „De Bonte Wever“ (früher „De Smelt“). 1973 fand die erste ISU-Juniorenmeisterschaft im Eisschnelllauf in Assen statt. Auch fanden hier, mit dem niederländischen Badmintonverband als Organisator, die Ausgaben 2008 bis 2010 des Badminton Europe Circuit Finalturnieres statt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Assen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Gemeente Assen, Assen in cijfers: Bevolking
  3. Homepage des Draaiorgelmuseum