Flugzeugkollision von Charkhi Dadri

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Flugzeugkollision von Charkhi Dadri
Boeing 747-168B, Saudia - Saudi Arabian Airlines AN0217717.jpg

Eine baugleiche Boeing 747 der Saudi Arabian Airlines.

Unfall-Zusammenfassung
Unfallart Zusammenstoß in der Luft
Ort Charkhi Dadri, Haryana IndienIndien Indien
Datum 12. November 1996
Todesopfer 349
Verletzte 0
1. Luftfahrzeug
Luftfahrzeugtyp Boeing 747-168B
Betreiber Saudi Arabian Airlines
Kennzeichen HZ-AIH
Name SV 763
Abflughafen Indira Gandhi International Airport, Delhi
Zielflughafen Zahran
Passagiere 289
Besatzung 23
Überlebende 0
2. Luftfahrzeug
Luftfahrzeugtyp Iljuschin Il-76
Betreiber Kazakhstan Airlines
Kennzeichen UN-76435
Name KZA 1907
Abflughafen Flughafen Schymkent
Zielflughafen Indira Gandhi International Airport, Delhi
Passagiere 27
Besatzung 10
Überlebende 0
Listen von Flugunfällen

Der Zusammenstoß von Saudi-Arabian-Airlines-Flug 763 und Kazakhstan-Airlines-Flug 1907 ereignete sich am 12. November 1996 über der Stadt Charkhi Dadri in Haryana, Indien. Es war mit 349 Opfern die bislang folgenschwerste Flugzeugkollision in der Luft. Bei dem Flugunfall gab es die viertmeisten Todesopfer in der Geschichte der Luftfahrt.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Iljuschin Il-76TD vor dem Unglück

Saudi-Arabian-Airlines-Flug 763 startete am 12. November 1996 um 18:32 Uhr Ortszeit auf dem Indira Gandhi International Airport in Delhi. An Bord der Boeing 747 befanden sich 312 Personen, überwiegend in Saudi-Arabien beschäftigte Inder.[1] Ziel des Fluges war die saudische Stadt Zahran. Zum gleichen Zeitpunkt befand sich die in Schymkent gestartete Kazakhstan-Airlines-Maschine (Flug 1907) im Landeanflug auf den Flughafen von Delhi. An Bord der Iljuschin Il-76 befanden sich zehn Besatzungsmitglieder und 27 Passagiere.

40 Kilometer vor dem Flughafen erhielten die Piloten der kasachischen Maschine die Anweisung, auf 15.000 Fuß Höhe zu sinken. Die ihnen entgegenkommende Boeing sollte gleichzeitig auf 14.000 Fuß steigen. Um 18:40 Uhr Ortszeit meldeten die Piloten der Iljuschin das Erreichen der vorgegebenen Flughöhe. Tatsächlich befanden sie sich bei anhaltendem Sinkflug bereits auf 14.500 Fuß. Der zuständige Fluglotse warnte die Piloten daraufhin vor dem entgegenkommenden Flugzeug.[2] Da der Sinkflug dennoch fortgesetzt wurde, kam es zur Kollision.[3][4] Durch den Zusammenstoß wurde bei Flug 763 ein Teil der linken Tragfläche und das linke Höhenruder abgerissen und er geriet in einen unkontrollierbaren Spiralsturz bei dem das Flugzeug mit einer Geschwindigkeit von 612 Knoten (ca. 1135 km/h) über dem Boden zerbrach, während Flug 1907 unkontrolliert, aber weitgehend intakt aufschlug. Es gab keine Überlebenden.

Flugunfalluntersuchung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der genaue Grund für die Nichteinhaltung der Flughöhe konnte nie ermittelt werden. Die Untersuchung ergab, dass der Funkverkehr mit der kasachischen Maschine über einen von den Piloten entfernt sitzenden Funker geführt wurde. Außerdem zeigten die Cockpitinstrumente die Flughöhe nicht in Fuß, sondern in Metern an. Die vom Funker übermittelten Höhenangaben mussten daher jeweils umgerechnet werden.[1] Die Iljuschin verfügte über kein Kollisionswarngerät.

Da ein Großteil des Luftraums dem Militär vorbehalten war, mussten an- und abfliegende Maschinen durch denselben Luftkorridor geführt werden. Der Flugsicherung stand dabei nur eine veraltete Radaranlage zur Verfügung, die die Position, aber nicht die Höhe der Flugzeuge anzeigte. Dem Fluglotsen war es daher nicht möglich, die Einhaltung der vorgegebenen Flughöhen zu überwachen.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c John F. Burns: One Jet in Crash Over India Ruled Off Course. New York Times, 5. Mai 1997, abgerufen am 23. Dezember 2011.
  2. Die letzten Worte der Piloten. In: Berliner Zeitung, 14. November 1996; AFP-Meldung
  3. Unfallbericht HZ-AIH, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. November 2015
  4. Unfallbericht UN-76435, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. November 2015