Indira Gandhi International Airport

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Indira Gandhi International Airport
Innenansicht von Terminal 3
Delhi Airport (Indien)
Delhi Airport (Indien)
Delhi Airport
Kenndaten
ICAO-Code VIDP
IATA-Code DEL
Koordinaten

28° 33′ 59″ N, 77° 6′ 11″ OKoordinaten: 28° 33′ 59″ N, 77° 6′ 11″ O

Höhe über MSL 236 m  (774 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 14 km südwestlich von Neu-Delhi
Straße Delhi-Gurgaon Expressway
Nahverkehr
Basisdaten
Eröffnung 1940er[1]
Betreiber Delhi International Airport Limited (DIAL)
Fläche 2066[2] ha
Terminals 3
Passagiere 63.451.503[3] (2017)
Luftfracht 760.492 t[3] (2015)
Flug-
bewegungen
327.836[3] (2015)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
ca. 100 Mio.
Start- und Landebahnen
09/27 2816 m × 46 m Asphalt
10/28 3813 m × 46 m Asphalt
11R/29L 4430 m × 60 m Asphalt
11L/29R 4400 m × 46 m Asphalt



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Der Indira Gandhi International Airport (kurz IGI, IATA-Code: DEL, ICAO-Code: VIDP) ist ein internationaler Verkehrsflughafen im Nationalen Hauptstadtterritorium Delhi in Indien. Er liegt im Südwesten der eine einzige Agglomeration bildenden Megastadt, die mit Neu-Delhi auch die indische Hauptstadt umfasst.

Der 226 Meter hoch gelegene Flughafen verfügt über drei Terminals und vier Start-/Landebahnen: Terminal 1 ist der ehemalige Palam International Airport, das für den nationalen Flugverkehr verwendet wird. Terminal 2 und vor allem Terminal 3 sind für internationale Flüge vorgesehen. Jährlich werden zurzeit mehr als 63 Millionen überwiegend inländische Ziele ansteuernde Fluggäste abgefertigt, damit liegt Delhi vor Mumbai.

Der Flughafen dient als Drehkreuz für zahlreiche indische Fluggesellschaften wie SpiceJet, Alliance Air und IndiGo Airlines. Air India nutzt den Flughafen als Zweit-Drehkreuz neben dem mehr international angesteuerten Flughafen Mumbai. Zu den Commonwealth Games 2010 wurde der Flughafen an das Netz der Metro Delhi angeschlossen.

Terminal 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2010 wurde nach 37 Monaten Bauzeit das Terminal 3 in Betrieb genommen. Es hat eine Fläche von 502.000 m² und ist damit weltweit das achtgrößte Passagierterminal. Die zugebaute Kapazität von 34 Millionen Passagieren dürfte bei dem gegenwärtigen Verkehrswachstum für etwa zehn Jahre (bis 2020) ausreichen. Weitere Ausbaupläne bis zum Jahr 2026 sehen eine Kapazitätsgröße von 100 Millionen Passagieren vor.

Derzeit fliegen folgende Airlines mit dem A380 nach Delhi: Singapore Airlines auf der Route SingapurDelhi; seit dem 26. Oktober 2014 setzte Lufthansa auf der Route Frankfurt–Delhi einen A380 ein.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)

  • Am 3. November 1946 wurde bei einer Avro York C.1 der Royal Air Force (Luftfahrzeugkennzeichen MW225) während des Starts vom Flughafen Delhi-Palam das Fahrwerk vorzeitig eingefahren und verklemmte sich. Bei der Rückkehr wurde eine geplante Bauchlandung durchgeführt. Dabei wurde das Flugzeug irreparabel beschädigt. Alle Insassen, Besatzungsmitglieder und Passagiere, überlebten den Unfall.[4][5]
  • Am 8. Oktober 1948 platzte beim Start einer Vickers Viking 1B der Indian National Airways (VT-CEJ) vom Flughafen Delhi-Palam nach Kalkutta der linke Reifen. Die Maschine brach aus und verließ die Startbahn, woraufhin das Fahrwerk zusammenbrach. Es kam zum Totalschaden. Alle 19 Passagiere und die 4 Besatzungsmitglieder überlebten.[7]
  • Am 15. Mai 1958 wurde eine Convair CV-240 der Pakistan International Airlines (AP-AEH) beim Nachtstart vom Flughafen Delhi-Palam nach dem Abheben aus einer Höhe von etwa 60 Metern in einer leichten Linkskurve wieder in den Boden geflogen. Das Flugzeug schlug 220 Meter hinter dem Startbahnende und 100 Meter links von der Bahngrundlinie auf und explodierte. Ursache waren die ungenügenden Fähigkeiten des Kapitäns, nach Instrumenten zu fliegen, sowie möglicherweise eine leichte Erkrankung. Am einzigen einsatzbereiten Löschfahrzeug riss nach kurzer Zeit eine Rohrverbindung, so dass der Löschschaum nicht mehr direkt ausgebracht werden konnte. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden 21 Insassen getötet, 4 Besatzungsmitglieder und 17 Passagiere; die übrigen 17 Insassen überlebten (siehe auch Pakistan-International-Airlines-Flug 205).[9][10]
  • Am 15. Februar 1966 setzte eine Sud Aviation Caravelle VI-N der Indian Airlines (VT-DPP) bei sehr schlechter Sicht auf dem Flughafen Delhi-Palam noch vor der Landebahn auf, rammte eine Zementsäule und andere Hindernisse und geriet in Brand. Von den 80 Insassen kamen 2 Passagiere ums Leben.[11]
  • Am 25. Januar 1970 geriet eine Fokker F-27-200 Friendship der Royal Nepal Airlines (9N-AAR) nach einem Flug von Kathmandu, Nepal während des Endanflugs auf den Flughafen Delhi-Palam in ein schweres Gewitter mit Turbulenzen und schweren Fallböen. Die Piloten verloren die Kontrolle über das Flugzeug; es stürzte drei Kilometer östlich des Flughafens ab. Ein Crewmitglied kam ums Leben, alle anderen 22 Insassen überlebten.[12]
  • Am 14. Juni 1972 flog eine Douglas DC-8-53 der Japan Airlines (JA8012) beim Landeanflug 20 Kilometer östlich des Flughafens in den Boden. Dabei wurden 82 der 87 Personen an Bord sowie 4 am Boden getötet.[13]
  • Am 12. August 1972 wurde mit einer Fokker F-27-100 der Indian Airlines (VT-DME) im Anflug auf den Flughafen Delhi zunächst durchgestartet. Beim zweiten Versuch flog der Kapitän unter die Mindestsinkflughöhe. Als er den Boden erkannte, leitete er viel zu spät ein erneutes Durchstarten ein, allerdings mit voll ausgefahrenen Landeklappen und ausgefahrenem Fahrwerk. Die F-27 schlug 1,5 Kilometer südlich des Flughafens im Gelände auf. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 18 Insassen getötet, vier Besatzungsmitglieder und 14 Passagiere.[14]
  • Am 31. Mai 1973 unterschritt der Kapitän einer Boeing 737-2A8 der Indian Airlines (VT-EAM) im Landeanflug auf den Flughafen Delhi bei einer Sichtweite unter der vorgeschriebenen Mindestsichtweite die Mindestsinkflughöhe, ohne die Landebahn in Sicht zu haben. Die Maschine verfing sich schließlich in Hochspannungsleitungen, stürzte zu Boden und ging in Flammen auf. Von den 65 Personen an Bord starben 48 (siehe auch Indian-Airlines-Flug 440).[15]
  • Am 19. Juni 1988 machten die Piloten einer Boeing 737-2A8 der Indian Airlines (VT-EAI) auf dem Flughafen Delhi-Indira Gandhi aufgrund schlampiger Arbeit mit den Verfahren eine Bauchlandung, weil sie vergessen hatten, das Fahrwerk auszufahren. Das Flugzeug geriet in Brand und wurde irreparabel beschädigt. Alle 134 Insassen, sechs Besatzungsmitglieder und 128 Passagiere, überlebten den Unfall.[16]


  • Am 9. Januar 1993 setzte eine Tupolew Tu-154B-2 der Indian Airlines, betrieben durch Uzbekistan Airways (UK-85533), bei der Landung auf dem Flughafen Delhi-Indira Gandhi rechts neben der Landebahn auf. Die Sichtweite im Nebel lag unter der vorgeschriebenen Mindestsicht. Sie kollidierte mit einigen festen Einrichtungen am Boden, erhob sich wieder in die Luft und landete schließlich auf dem Boden rechts neben der Landebahn. Dabei brachen die rechte Tragfläche und das Heck des Flugzeugs ab und es kam in Rückenlage zum Liegen. Als Unfallursachen wurden hauptsächlich die Fehler des usbekischen Kapitäns ermittelt, trotz der unzulässig schlechten Sicht nicht nach Ahmedabad auszuweichen und dann auch noch ein Durchstarten zu unterlassen, als der Sichtkontakt zur Landebahn verloren war. Alle 165 Insassen, 13 Besatzungsmitglieder und 152 Passagiere, überlebten trotzdem den Unfall.[17]
  • Am 8. März 1994 wurde mit einer Boeing 737-200 der indischen Sahara Airlines (VT-SIA) ein Trainingsflug am Flughafen Delhi durchgeführt. Fünf Touch-and-Go-Landungen erfolgten ohne besondere Vorkommnisse, nach der sechsten neigte sich die Maschine plötzlich stark nach links und stürzte auf das Vorfeld des internationalen Terminals. Das brennende Wrack der Maschine rutschte gegen eine Iljuschin Il-86 der Aeroflot, welche daraufhin ebenfalls in Brand geriet und zerstört wurde. Bei dem Unfall starben alle vier Besatzungsmitglieder der Boeing, in der Iljuschin vier weitere Menschen sowie eine Person auf dem Vorfeld. Ursache war die Betätigung des Seitenruders durch einen auszubildenden Piloten in die falsche Richtung bei einem simulierten Triebwerksausfall (siehe auch Flugunfall am Flughafen Delhi 1994).[18]
  • Am 2. Dezember 1995 wurde eine Boeing 737-2A8 der Indian Airlines (VT-ECS) auf dem Flughafen Delhi nach einem völlig unstabilen Anflug erst 610 Meter vor dem Landebahnende aufgesetzt. Natürlich konnte die Maschine auf der verbleibenden Landebahnlänge nicht mehr zum Stillstand gebracht werden, zumal die Bremsklappen auch nicht ausgefahren wurden, überrollte das Landebahnende und rammte auf dem unebenen Boden einen 45 Zentimeter hohen Kabelkanal aus Zementbeton. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Alle 108 Insassen, sechs Besatzungsmitglieder und 102 Passagiere, überlebten den Unfall.[19]
  • Am 8. März 2002 sollte ein Airbus A300B2-101 der Indian Airlines (VT-EFW) durch Mechaniker des Bodenpersonals auf dem Flughafen Delhi-Indira Gandhi auf eine andere Position gerollt werden. Nachdem einer die Sicherung für "flight idle" (erhöhte Leerlaufdrehzahl) aktiviert hatte, sprang das Flugzeug über die Bremsklötze und rollte auf den Wartungshangar für Frachtflugzeuge zu. Aufgrund der flight idle-Stellung funktionierten Bremsen und Bugradsteuerung nicht. Um dem Hangar auszuweichen, schoben die Mechaniker die Schubleistung des rechten Triebwerks auf 90 %. Nachdem das Flugzeug sich um etwa 80 ° gedreht hatte, verloren sie vollends die Kontrolle und es raste direkt auf die Flughafen-Begrenzungsmauer neben den Hangars zu und durchbrach sie. Das Bugfahrwerk brach zusammen und die Flugzeugnase bohrte sich in den Boden. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Alle fünf Insassen (Bodenmechaniker) überlebten den Totalschaden.[21]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Indira Gandhi International Airport – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. History. delhicustoms.gov.in, abgerufen am 10. September 2023 (englisch).
  2. Overview. jsw.in, abgerufen am 10. September 2023 (englisch).
  3. a b c Indira Gandhi Delhi International Airport Fact Sheet. In: newdelhiairport.in. Abgerufen am 6. April 2015 (englisch).
  4. Flugunfalldaten und -bericht Avro York MW225 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. Dezember 2021.
  5. James J. Halley: Broken Wings. Post-War Royal Air Force Accidents. Air-Britain (Historians), Tunbridge Wells, 1999, ISBN 0-85130-290-4, S. 55.
  6. Flugunfalldaten und -bericht DC-3 unbekannt im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 6. Juli 2023.
  7. Unfallbericht Viking 1B VT-CEJ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 8. Dezember 2017.
  8. Unfallbericht DC-3 VT-AUD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 10. Januar 2016.
  9. Unfallbericht CV-240 AP-AEH, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. August 2020.
  10. ICAO Aircraft Accident Digest 10, Circular 59-AN/54, Montreal 1961 (englisch), S. 135–138.
  11. Flugunfalldaten und -bericht Caravelle VI-N VT-DPP im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. November 2023.
  12. Unfallbericht F-27 9N-AAR, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. November 2017.
  13. Unfallbericht DC-8-53 JA8012, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. November 2017.
  14. Flugunfalldaten und -bericht F-27-100 VT-DME im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. November 2023.
  15. Unfallbericht B-737-200 VT-EAM, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. November 2023.
  16. Flugunfalldaten und -bericht B-737-200 VT-EAI im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. November 2023.
  17. Flugunfalldaten und -bericht TU-154 UK-85533 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. November 2023.
  18. Unfallbericht Boeing 737-200 VT-SIA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 4. April 2020.
  19. Flugunfalldaten und -bericht B-737-200 VT-ECS im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. November 2023.
  20. John F. Burns: One Jet in Crash Over India Ruled Off Course In: The New York Times, 5. Mai 1997. Abgerufen am 24. Mai 2010. 
  21. Flugunfalldaten und -bericht Airbus A300 VT-EFW im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. November 2023.