Follow the Leader

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Follow the Leader
Studioalbum von Korn Logo Black PNG.png
Veröffentlichung 18. August 1998
Aufnahme März–Mai 1998
Label Immortal Records, Epic Records
Genre Nu Metal, Alternative Metal
Anzahl der Titel 13 +12 vorangestellte Leerstücke
Laufzeit 70:08

Besetzung

Produktion Steve Thompson, Toby Wright
Studio NRG Recording Studios, North Hollywood, Kalifornien
Chronologie
Life Is Peachy
(1996)
Follow the Leader Issues
(1999)

Follow the Leader (engl. für: „Folge dem Anführer“) ist das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Nu-Metal-Band Korn. Es erschien am 18. August 1998 bei Immortal und Epic. Es war das erste Korn-Album, das nicht von Ross Robinson produziert wurde. Es erreichte Fünffachplatin in den USA und ist mit weltweit über 14 Millionen verkauften Exemplaren bis heute das erfolgreichste Album der Band. Es toppte die Billboard 200, ebenso die australischen, neuseeländischen und kanadischen Charts. In Deutschland erlangte es Platz zwölf, in Österreich Platz sieben der jeweiligen Hitlisten. Mit der Family Values Tour wurde das Erfolgsalbum promotet. Der Song Freak on a Leash war für neun MTV Video Music Awards nominiert.

Entstehung[Bearbeiten]

Das zweite Album Life Is Peachy war seinerzeit überhastet nachgeschoben worden, was im Nachhinein als Fehler angesehen wurde, den man mit dem dritten Werk nicht wiederholen wollte.[1][2] Die Vorbereitung dauerte aus diesem Grund mehrere arbeitsintensive Monate.[2][3][4] Nachdem Korn-Gitarrist James Shaffer im Sommer 1997 eine Meningitis überstanden hatte, wodurch die Band unter anderem ihren Headliner-Auftritt beim Lollapalooza-Festival nicht spielen konnte[5], ging sie im Frühjahr 1998 erneut ins Studio, um Follow the Leader einzuspielen. Der Aufnahmeprozess wurde in einer Sendung namens KornTV dokumentiert. Jonathan Davis gab später zu, an Panikattacken gelitten zu haben, die er mit einer Flasche Whiskey pro Tag zu dämpfen versuchte, nur um festzustellen, dass der Alkohol den Panikzustand eher begünstigte.[6] Obwohl die Gruppe mit Ross Robinsons Arbeit zufrieden gewesen war, entschied sie sich für ein neues Produzententeam, das die Platte nach Kritikermeinung etwas fokussierter produzierte als das Vorgängeralbum, wenngleich sich am Gesamtklang der Band nur wenig änderte.[7] Ausgenommen sind die verstärkten Hip-Hop-Elemente wie bei Children of the Korn, wo Ice Cube, auf Life Is Peachy noch gecovert, nun selbst mitwirkte. Fred Durst von Limp Bizkit steuerte bei All in the Family, zugleich die erste Single, einen Gastbeitrag bei. Der Albumtitel verhöhnt diejenigen Bands, die nach Korns Meinung ihren erfolgreichen Stil nachgeäfft haben, vor allem Sepultura und Coal Chamber.[2][4][6]

Gestaltung[Bearbeiten]

Die comicartige Covergestaltung wurde von Greg Capullo und Todd McFarlane entworfen, die auch Ten Thousand Fists von Disturbed gestalteten. Sie zeigt ein Mädchen, das auf einem Felsvorsprung über einen Hickelkasten hüpft und ganz an dessen Ende angekommen ist, hinter ihm folgen andere Kinder.

Titelliste[Bearbeiten]

Das Album beginnt mit zwölf fünfsekündigen Leerstücken, sodass das erste Musikstück die Titelnummer 13 trägt. Aus den Leertiteln ergibt sich eine Schweigeminute, die aus Respekt an einen verstorbenen Fan hinzugefügt wurde.

  1. Untitled 01 – 0:05
  2. Untitled 02 – 0:05
  3. Untitled 03 – 0:05
  4. Untitled 04 – 0:05
  5. Untitled 05 – 0:05
  6. Untitled 06 – 0:05
  7. Untitled 07 – 0:05
  8. Untitled 08 – 0:05
  9. Untitled 09 – 0:05
  10. Untitled 10 – 0:05
  11. Untitled 11 – 0:05
  12. Untitled 12 – 0:05
  13. It’s On! – 4:28
  14. Freak on a Leash – 4:15
  15. Got the Life – 3:45
  16. Dead Bodies Everywhere – 4:44
  17. Children of the KoЯn – 3:52 feat. Ice Cube
  18. B.B.K. – 3:56
  19. Pretty – 4:12
  20. All in the Family – 4:48 feat. Fred Durst
  21. Reclaim My Place – 4:32
  22. Justin – 4:17
  23. Seed – 5:54
  24. Cameltosis – 4:38 feat. Tre Hardson
  25. My Gift to You – 15:40 inkl. Earache My Eye (Hidden Track) – 4:49

Stil[Bearbeiten]

Das Branchenmagazin Musik Woche schrieb, Korn kombiniere „erneut brachiale Industrial-Rhythmen mit schneidenden Gitarren- und Baß-Sounds sowie ruhigen und entspannten Passagen.“ Darüber hinaus gebe es „packende Grooves“. Die Texte seien düster.[8] Im Metal Hammer war von „schrecklich morbiden Texte[n]“ die Rede, die aber auf persönlichen Erlebnissen basierten.[1] Das Lied Pretty handelt von einem einjährigen Baby, dessen Vater ihm die Beine brach, um es vergewaltigen zu können.[2] Mit derartigen Fällen war Davis in seiner Zeit als Pathologie-Assistent,[1] sprich Leichenbeschauer in der Gerichtsmedizin,[2] konfrontiert. Justin bezieht sich auf einen unheilbar an Krebs erkrankten 14jähren Jungen, der sich ein Treffen mit Korn gewünscht (und bekommen) hatte.[1][2]

Rezeption[Bearbeiten]

War Korn in der deutschen Musikpresse bislang etwas skeptischer als anderswo behandelt worden, zeigte sich jetzt etwa im Rock Hard eine leichte Änderung. Michael Rensen bezeichnete den Gesang bisweilen als „arg nervig“ und kritisierte die manchmal „zerfahrenen“ Songstrukturen, doch nannte er die Platte „viiiiel besser“ als Korns Ruf. Die meisten Songs erwiesen sich „spätestens nach zwei, drei Durchläufen als absolut nachvollziehbar, transportieren eine Menge Emotionen und haben viele schräg-schöne Sound-Experimente am Start, die ein hohes Maß an Abwechslung garantieren.“ Die Wertung lag bei 6,5 von zehn Punkten.[9] Für den Melody Maker stand sofort fest, dass ein „wunderbares Meisterwerk“ vorlag.[3] Stephen Thomas Erlewine von Allmusic stellte erneut Korns Sound als entscheidend für die Band heraus. Die Platte sei allerdings nicht so „frisch“ wie das Debüt der Band. Er vergab vier von fünf Sternen.[7] Das Album wurde auch in Robert Dimerys Referenzbuch 1001 Albums You Must Hear Before You Die aufgeführt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d  Matthias Mineur: Am Scheideweg. Korn. In: Metal Hammer. Dezember 2004, S. 46 f.
  2. a b c d e f  Claudia Nitsche: K(l)eine Helden, Grosse Musik. In: Metal Hammer. September 1998, S. 60 ff.
  3. a b  Neil Kulkarni: Cereal Killers. Korn. In: Melody Maker. 5. September 1998, S. 16.
  4. a b  Claudia Nitsche: Anführer! Angeber! Freak-Show!? Korn. In: Metal Hammer. Dezember 1999, S. 24 ff.
  5. www.allmusic.com: Biografie Korn von Jason Ankeny
  6. a b  Wolf Kohl: Stimmen im Kopf. Korn. In: Metal Hammer. Januar 2000, S. 80 f.
  7. a b www.allmusic.com: Rezension Follow the Leader von Stephen Thomas Erlewine
  8.  Ein Sound-Orkan mit leisen Tönen. Korn. Follow the Leader. In: Musik Woche. Das Nachrichtenmagazin für die Musikbranche. Nr. 34/1998, 17. August 1998, Neuheiten, S. 28.
  9. www.rockhard.de: Rezension Follow the Leader von Michael Rensen

Weblinks[Bearbeiten]