Folsom State Prison

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Folsom State Prison (2007)

Das Folsom State Prison ist ein bundesstaatliches Gefängnis in Folsom im US-Bundesstaat Kalifornien. Es liegt etwa 30 km von der kalifornischen Hauptstadt Sacramento entfernt.

Es ist eines von 33 Gefängnissen, die vom California Department of Corrections and Rehabilitation (CDCR) betrieben werden. Im Jahr 2006 beherbergte das Gefängnis rund 4000 Strafgefangene und hatte etwa 1000 Angestellte, davon ungefähr 600 Vollzugsbeamte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1858 erteilte die kalifornische Regierung die Genehmigung zum Bau des Gefängnisses; mit der Konstruktion des Gebäudes am American River wurde 1878 begonnen, die Eröffnung erfolgte am 26. Juli 1880 mit 44 Gefangenen, die vom Nachbargefängnis San Quentin überstellt wurden.

Das Folsom State Prison ist nach San Quentin das älteste Gefängnis Kaliforniens und war in der Zeit nach dem Goldrausch berüchtigt für die harte Behandlung der Gefangenen. Es war eines der ersten Hochsicherheitsgefängnisse der USA; zwischen dem 13. Dezember 1895 und dem 3. Dezember 1937 wurden hier 93 Strafgefangene gehängt, danach wurden die Hinrichtungen in der Gaskammer von San Quentin vorgenommen. Heute beherbergt das Gefängnis überwiegend Gefangene der mittleren Sicherheitsstufe.

Am 27. Juli 1903 brachen 13 Häftlinge mit Waffengewalt aus Folsom aus und töteten dabei einen Aufseher. Während der anschließenden Flucht starben zwei Häftlinge und zwei Angehörige der Staatsmiliz bei Schusswechseln. Die anderen elf Entflohenen wurden bis Ende nächsten Monats wieder verhaftet. Zwei wurden wegen Mordes verurteilt und hingerichtet, ein weiterer beging Suizid.

Am 24. November 1927 kam es zu einem zweitägigen Gefängnisaufstand, bei dem zwei Aufseher und drei Häftlinge ums Leben kamen und der erst nach dem Einsatz der Miliz beendet werden konnte. Fünf der Rädelsführer wurden wegen Mordes verurteilt und 1930 hingerichtet.

Am 19. September 1937 kam es zu einem Ausbruchsversuch von sieben Häftlingen. Dabei wurden zwei Aufseher und zwei der Häftlinge getötet. Die anderen fünf Häftlinge wurden zum Tod verurteilt und bis 1938 hingerichtet.

Die Autokennzeichen des Staates Kalifornien werden seit den 1930er Jahren im Folsom State Prison gefertigt; die Anlage beherbergt außerdem eine Metallfabrik, eine Druckerei und ein Museum.

Berühmte Gefangene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bekanntesten Gefangenen des Folsom State Prison waren Charles Manson und Erik Menendez, der Psychologe Timothy Leary, der Schauspieler Danny Trejo, der Funkmusiker Rick James, Hip-Hop-Produzent Suge Knight und die Galionsfigur der Hells Angels Sonny Barger. Weitere prominente Gefangene waren

  • Chris Evans (1847–1917); berühmter Eisenbahnräuber und Mörder an drei Polizisten. Wurde 1912 entlassen.
  • Bobby Davis (1942–2009); tötete bei der Newhall-Schießerei 1970 vier Polizisten und war an einem Ausbruchsversuch 1977 beteiligt.
  • Glen Godwin (* 1958); wegen Mordes und Ausbruchsversuchs nach Folsom verlegt. Entkam 1987 durch Fluchthilfe und ermordete in mexikanischer Auslieferungshaft einen Mithäftling. Nach seiner erneuten Flucht 1991 steht er seit 1996 auf der Liste der FBI Ten Most Wanted Fugitives.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Haftanstalt wurde durch Country-Sänger Johnny Cash bekannt, der im Dezember 1955 den Song Folsom Prison Blues veröffentlichte. Er gab hier am 13. Januar 1968 ein Livekonzert vor den Gefangenen, dessen Mitschnitt als Album mit dem Titel At Folsom Prison Platz 1 der Country-Album-Charts belegte. Cash selbst war nie im Folsom State Prison inhaftiert. Die Band The Offspring besingt in ihrem Song Walla, Walla ebenfalls das Gefängnis.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Folsom State Prison war Drehort für eine Reihe von Filmen wie Das Gesetz der Gewalt (1992), Terror in Block 11 (1955) und Inside the Walls of Folsom Prison (1951), den Johnny Cash während seiner Armeezeit in Deutschland sah und der ihn zum Folsom Prison Blues inspirierte.

Spiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Echtzeit-Strategiespiel StarCraft II: Wings of Liberty wird auf das Folsom State Prison angespielt, indem eine Mission auf dem Gefängnisplanet „New Folsom“ spielt.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jack Black: Der große Ausbruch aus Folsom Prison [1903]. Aus dem Amerikanischen von Axel Monte und Jerk Götterwind. Killroy Media, Asperg 2008, ISBN 3-931140-19-9 (autobiografisches Werk/Erinnerungen, verfasst 1917).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag »New Folsom« im StarCraft-Wiki bei Wikia

Koordinaten: 38° 41′ 40″ N, 121° 9′ 30″ W