Frühlings-Greiskraut

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Frühlings-Greiskraut
Frühlings-Greiskraut (Senecio leucanthemifolius subsp. vernalis)

Frühlings-Greiskraut (Senecio leucanthemifolius subsp. vernalis)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Senecioneae
Gattung: Greiskräuter (Senecio)
Art: Frühlings-Greiskraut
Wissenschaftlicher Name
Senecio vernalis
Waldst. & Kit.

Das Frühlings-Greiskraut (Senecio leucanthemifolius subsp. vernalis, Syn.: Senecio vernalis) ist ein Vertreter der Gattung der Greiskräuter (Senecio) und gehört der Familie der Korbblütler an.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Frühlings-Greiskraut erreicht eine Wuchshöhe von 50 cm. Auf nährstoffreichen Böden kann es selten sogar bis 80 cm groß werden. Es blüht von Mai bis Oktober. Die Laubblätter sind beiderseits dicht spinnwebig-wollig, verlieren diese Behaarung jedoch oft während des Alterns. Die Blattspreite ist fiederspaltig, die Einzelabschnitte sind eiförmig und grob gezähnt. Die 6 bis 12 äußeren Blütenhüllblätter besitzen eine kahle Spitze und sind fast bis zur Spitze schwarz gefärbt. Im Blütenköpfchen gibt es insgesamt 21 Hüllblätter, also auch meist 9 bis 15 innere Hüllblätter. Die Blütenköpfchen haben einen Durchmesser von etwa 2,5 cm und sind glockenartig geneigt. Meist gibt es 13 Zungenblüten. Die Einzelblüten sind hellgelb bis goldgelb gefärbt. Der Pappus ist bleibend und die Früchte sind behaart.

Die Blütezeit ist April bis Mai, kann aber auch bis zum November reichen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Frühlings-Greiskraut kommt in Europa und Vorderasien vor. In Deutschland ist es zerstreut bis selten. In Österreich kommt es in fast allen Bundesländern bis auf Vorarlberg und Oberösterreich häufig vor. Vermutlich ist es um 1850 aus Osteuropa eingewandert. Deshalb gilt es bei uns als Neophyt. Es hat sich wohl zunächst entlang von Bahngleisen verbreitet. Deshalb gibt es noch heute einige Vorkommen entlang von Bahnschienen und an Bahnhöfen. In Deutschland erfolgte die Einwanderung von Osten nach Westen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nach zunächst manchmal massenhaftem Auftreten etwa auf Äckern ist die Art in den Jahrzehnten danach manchmal auch wieder seltener geworden.[2]

Das Frühlings-Greiskraut wächst bevorzugt an halbtrockenen Ruderalstellen, auf relativ nährstoffreichen Rasen, auf Brachen und lehmigen Äckern. Es gedeiht auf sommerwamne, mäßig trockenen, nährstoffreichen, meist kalkarmen, wenig humosen lockeren Lehm- oder Sandböden. Es ist eine Charakterart der Klasse Chenopodietea, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbands Aperion spicae-venti vor.[1] Es ist in Deutschland vom Tiefland bis in kolline Bereiche zu finden. In Asien kommt es aber höher vor, zum Beispiel am Ararat in der Türkei bis etwa 2800 Metern Meereshöhe.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Frühlings-Greiskraut ist eine Unterart von Senecio leucanthemifolius.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Insekten, die Ausbreitung der Samen erfolgt durch den Wind.

Das Frühlings-Greiskraut wird vom Rostpilz Puccinia lagenophorae befallen.[3]

Giftigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Frühlings-Greiskraut ist nicht nur für Kühe und Pferde giftig. Es enthält Pyrrolizidinalkaloide, die die Leber schädigen und Krebs auslösen können. Vergiftungserscheinungen treten jedoch häufig erst nach Wochen auf und können sogar durch Kuhmilch erfolgen.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.

Weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reiner Harms: Eigenschaften rekombinanter sym-Homospermidinsynthase und Desoxyhypusinsynthase aus Senecio vernalis. Dissertation Univ. Braunschweig (PDF-Datei).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 956.
  2. a b Gerhard Wagenitz: Familie Compositae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 4, Seite 781-787, 1381-1382. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987. ISBN 3-489-86020-9
  3. Eilam, Tamar, W. R. Bushnell, and Y. Anikster. "Relative nuclear DNA content of rust fungi estimated by flow cytometry of propidium iodide-stained pycniospores." Phytopathology 84.7 (1994): 728-734. pdf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frühlings-Greiskraut – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien