Francesco Spiera

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Francesco Spiera (* um 1502 in Cittadella bei Padova; † 27. Dezember 1548 ebenda) war ein protestantischer Rechtsgelehrter aus Italien, der wegen der Inquisition dem evangelischen Glauben abschwor, in Depressionen verfiel und bald starb.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Signoria in Venedig für die Ordnung des päpstlichen Legaten genannt, legte er und verurteilte (Juni 1548); bereute von abiura, für die er fühlte, dass er gegen den Heiligen Geist gesündigt hatte, starb in Not und Verzweiflung. Für diesen tragischen Aspekt wurde der Tod von S. weitgehend von der Werbung und der protestantischen Propaganda kommentiert.

1542 wurde Spiera evangelisch, da er der lutherischen Lehre anhing. Sein Zuhause in Cittadella wurde zum Treffpunkt für Menschen, die sich für die neuen, reformatorischen Ideen interessierten. Er stand im Kontakt mit Pier Paolo Vergerio, dem ebenfalls evangelisch gesinnten Bischof von Modrus und Koper.

Spiera wurde 1548 vor die Signoria, das Inquisitionsgericht in Venedig, gestellt. Der Prozess begann am 24. Mai und endete damit, dass Spiera am 20. Juli im Markusdom feierlich seinen "Irrtümern" abschwor. Nach diesem Schwur, den er am folgenden Sonntag nach der Messe in der Kathedrale von Cittadella wiederholte, verfiel er in schwere Depressionen, weil er meinte gegen den Heiligen Geist gesündigt zu haben. Verzweifelt starb er noch im gleichen Jahr.[1]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spieras Ende war entscheidend für den endgültigen Übertritt von Pier Paolo Vergerio zum Protestantismus, seinen Rücktritt als Bischof und seine Flucht ins bündnerische Chiavenna 1549. Spieras Schicksal ist deshalb von Interesse, weil es von den Protestanten des 16. Jahrhunderts als abschreckendes Beispiel für die Konsequenzen der sogenannten Sünde wider den Heiligen Geist herangezogen wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Francesco Spiera in der italienischen Enzyklopädie Treccani