Frank Hinkelmann

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Frank Hinkelmann (* 23. Oktober 1967 in Kusel, Pfalz) ist ein in Österreich lebender deutscher Kirchen- und Missionshistoriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Hinkelmann wuchs in Deutschland und Indonesien auf. Seit 1994 lebt er in Österreich. Er studierte Theologie an der Freien Theologischen Akademie in Gießen und an der Theologischen Universität Apeldoorn in den Niederlanden. Dort schloss er 2006 sein Studium mit Schwerpunkt Kirchengeschichte mit einem Master of Theology ab. 2014 promovierte er an der Freien Universität Amsterdam zum Dr. theol. mit einer Untersuchung über Die Evangelikale Bewegung in Österreich (1945–1998).[1]

Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinkelmann ist Mitarbeiter beim überkonfessionellen Missions- und Hilfswerk Operation Mobilisation International. Er leitete den österreichischen Zweig von 1998 bis 2007,[2] anschließend den Bereich Zentraleuropa von 2008 bis 2010. Von 2011 bis 2017 war er europäischer Direktor von OM International und leitet seit 2018 die internationale Abteilung für Vorstandsentwicklung.[3] Hinkelmann ist Pfarrer im Ehrenamt der Evangelischen Kirche A.B.[4] und engagiert sich in der Evangelischen Pfarrgemeinde A. u. H.B. Melk-Scheibbs.

Hinkelmann war von 2003 bis 2015 Vorsitzender der Österreichischen Evangelischen Allianz, über deren Geschichte er 2006 eine Gesamtdarstellung publizierte. Es gelang ihm aufzuzeigen, dass es bereits um 1864 zu ersten Anfängen einer Allianztätigkeit in Österreich kam.[5]

Im Herbst 2014 wurde er zum Präsidenten der Europäischen Evangelischen Allianz (EEA) gewählt.[6] Zusätzlich ist er auch stellvertretender Vorsitzende des Internationalen Rates der Weltweiten Evangelischen Allianz.[7] Seit Herbst 2018 ist Hinkelmann Rektor des Martin Bucer Seminars, einer theologischen Ausbildungsstätte evangelikaler Prägung,[8] und lehrt Kirchen- und Missionsgeschichte sowie Konfessionskunde an verschiedenen theologischen Einrichtungen. Gemeinsam mit anderen Kirchenhistorikern baut er ein Archiv zu christlichen Bewegungen reformatorischer Tradition in Österreich auf. Gesammelt werden Zeitschriften und Dokumente aus den Bereichen Pietismus, Freikirchen und Evangelikale Bewegung.[9]

Veröffentlichungen (in Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichte der Evangelischen Allianz in Österreich (= Studien zur Geschichte christlicher Bewegungen reformatorischer Tradition in Österreich. Bd. 1). VKW, Bonn 2006, 22012.
  • Evangelisches Leben in den Bezirken Melk und Scheibbs. Von der Reformationszeit bis zur Gegenwart. VTR, Nürnberg 2010.
  • mit Dorothee Hinkelmann: Mehr als Studenten, Klapperkisten und Traktate. Operation Mobilisation in Österreich 1961–2011 (= Studien zu Spiritualität, Transformation und Gemeindebau in Österreich. Bd. 2). VKW, Bonn 2011.
  • Die Evangelikale Bewegung in Österreich. Grundzüge ihrer historischen und theologischen Entwicklung 1945–1998 (= Studien zur Geschichte christlicher Bewegungen reformatorischer Tradition in Österreich. Bd. 8). VKW, Bonn 2014.
  • Kirchen, Freikirchen und christliche Gemeinschaften in Österreich. Handbuch der Konfessionskunde, Böhlau Verlag, Wien 2016, ISBN 978-3-205-20400-8.
  • Von Österreich in alle Welt. Geschichte der österreichischen protestantischen Weltmission. (= Studien Geschichte christlicher Bewegungen reformatorischer Tradition in Österreich. Bd. 10). VKW, Bonn 2017, ISBN 978-3-86269-134-0.
  • Evangelikal: in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ursprung, Bedeutung und Rezeption eines Begriffes, Verlag für Kultur und Wissenschaft, Bonn 2017, ISBN 978-3-86269-141-8.

als Herausgeber

Aufsätze

  • „Über Mission und Missionäre“: Österreichs Beitrag zur protestantischen Weltmission. Von der Reformationszeit bis zum Anbruch des 20. Jahrhunderts. In: Friedemann Walldorf u. a. (Hrsg.): Mission und Reflexion im Kontext. VTR + VKW, Nürnberg + Bonn 2010, S. 148–175.
  • OM in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In: Ian Randall (Hrsg.): Gewagt. Gelebt. Die OM-Geschichte. VTR + OM Books, Nürnberg + Linz 2011, S. 283–322.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FTH Gießen über Frank Hinkelmann
  2. Weltallianz über Frank Hinkelmann
  3. Europäische Evangelische Allianz
  4. Evangelische Kirche Melk-Scheibbs
  5. So Franz Graf-Stuhlhofer: Die Evangelische Allianz Wiens in dunklen Zeiten. Über CVJM, Juden- und Volksmission sowie Volks- und Freikirchen bis 1945. Nürnberg 2015, S. 111: „Dass unsere Kenntnis der Geschichte der Wiener Evangelischen Allianz nicht erst mit den Protokollen ab 1920 beginnt, sondern dass sie ein halbes Jahrhundert weiter zurückreicht, verdanken wir Frank Hinkelmann. Er spürte verborgene Quellen nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland und in London auf“.
  6. Europäische Evangelische Allianz
  7. Rev. Dr. Frank Hinkelmann - World Evangelical Alliance
  8. BQ Pressemeldung: Die Staffelübergabe beim Martin Bucer Seminar ist erfolgt
  9. Vgl. hierzu die Angaben bei: Frank Hinkelmann: Die Evangelikale Bewegung in Österreich. 2014, S. 1.