Frank Sargeson

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Frank Sargeson (* 23. März 1903 als Norris Frank Davey in Hamilton, Neuseeland; † 1. März 1982 in Auckland) war ein neuseeländischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norris Frank Davey wurde am 23. März 1903 als zweites von vier Kindern der Eheleute Edwin John Davey und Rachel Sargeson in Hamilton geboren. Daveys Vater war zuerst selbstständig, arbeitete aber später als Stadtbediensteter in Hamilton. Seine Eltern gehörten den Methodisten an. Sein Vater galt als puritanisch und mäkelig.

Davey besuchte in Hamilton zuerst die West School und von 1917 bis 1920 die Hamilton High School. Er soll in jener Zeit ein ausgezeichneter Cricket und Hockey-Spieler gewesen sein und gut in Englisch und Geschichte. Ab 1921 arbeitete er in einer Anwaltskanzlei und studierte nebenbei Rechtswissenschaft. Ostern 1921 besuchte er seinen Onkel Oakley Sargeson auf seiner Schafsfarm in Okahukura und bekam durch ihn in den folgenden Jahren bis zu seines Onkels Tod im Jahr 1848 spirituelle Anregungen, Orientierung in Glaubensfragen und in sozialen Dingen.

Mitte 1925 zog er nach Auckland, begann ein Studium mit dem Ziel Anwalt werden zu wollen und schloss dies 1926 ab. Danach arbeitete er für ein Jahr als Anwalt und entschloss sich im Februar 1927 nach England zu gehen. Es folgten Reisen nach Frankreich, in die Schweiz und nach Italien. In England gab er sich ausgiebig seinen Interessen in Kunst, Musik und Theater hin, beschäftigte sich mit Religion, Philosophie und der Wissenschaft und hatte seine ersten sexuellen Erfahrungen mit Homosexualität. In England schrieb er seine erste Novelle Journal of a suicide, die er aber nicht veröffentlichte.

Im März 1928 kehrte Davey zurück nach Neuseeland und fand eine Beschäftigung beim Public Trust Office in Wellington. Während der folgenden 15 Monate arbeitete er tagsüber und schrieb am Abend und an den Wochenenden. Sein sexuellen Kontakte zu Homosexuellen brachte ihm dann im Oktober 1929 eine zweijährige Bewährungsstrafe unter der Auflage ein, dass er zu seinem Onkel nach Okahukura ziehen und dort leben würde. Während dieser Zeit war er weiter schriftstellerisch tätig, veröffentlichte 1930 im New Zealand Herald und ein Jahr später die Novelle Blind alleys in London.

Im Mai 1931 zog Davey in ein Wochenendhaus der Familie nach Takapuna, einem Stadtteil von Auckland, lebte und schrieb dort bis zu seinem Tod im März 1982. Harry Doyle, sein Lebenspartner und Freund fürs Leben, lebte schwer erkrankt von 1967 bis zu seinem Tod im Jahr 1971 mit ihm und wurde von ihm gepflegt.

Obwohl er 1933 auch schon im Australian Woman's Mirror und vereinzelt in Aucklands Zeitungen etwas veröffentlicht hatte, bezeichnete er die Kurzgeschichte Conversation with my uncle, die er im Juli 1935 im Tomorrow veröffentlichen konnte, als seinen ersten wirklichen Anfang.[1] Bis 1940 hatte er rund 40 Kurzgeschichten veröffentlicht und mit seiner Kurzgeschichte The Making of a New Zealander gewann er 1940 seinen ersten literarischen Wettbewerb. Ab dieser Zeit publizierte er in Sydney, London und den Vereinigten Staaten.

Leben als Frank Sargeson[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1946 ließ sich Davey das Anwesen in Takapuna von seinem Vater überschreiben und änderte zeitgleich offiziell seinen Namen in Frank Sargeson.[2] Seine Namensänderung waren zum Teil seiner Ablehnung des Bürgerlichen in seiner Familie geschuldet und die Verwendung des Nachnamen seines Onkels als Anerkennung an ihn für die Zeit, die er mit ihm hatte. Auch wollte sich Sargeson damit der Kriminalisierung seiner Person im Jahr 1929 und damit verbunden der seines Namens entledigen.[1] Er baute ein neues Haus und schrieb an einer neuen Novelle mit dem Titel I Saw in My Dream, die er zuerst in Neuseeland nicht veröffentlichen konnte. Sie erschien 1949 in England und erst 1974 in Neuseeland.[2]

Zwischen 1950 und 1951 nahm Sargeson junge Autoren auf und war ihnen Mentor. Unter ihnen waren Maurice Duggan, Peter Dawson, Renate Prince.

Ab 1980 lit Sargeson an Diabetes, hatte einen leichten Schlaganfall mit einer zunehmenden Demenz und erkrankte zusätzlich an Krebs. Er verstarb am 1. März 1982 im North Shore Hospital in Auckland. Sein letztes Buch, Conversation in a train, würde ein Jahr später veröffentlicht.

Frank Sargeson zählt in Neuseeland neben Katherine Mansfield zu den wichtigsten Schriftstellern im Bereich Kurzgeschichten und Erzählungen.[3]

Frank Sargeson Trust[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sargesons Erbin und enge Vertraute, Christine Cole Catley, gründete nach Frank Sargeson Tod im Jahr 1983 einen Förderverein für neuseeländische Nachwuchsautoren, den Frank Sargeson Trust. 1987 wurde das erste Stipendium des Trust an die Autorin Janet Frame vergeben.[4]

Seit 2014 wird die mit dem Stipendium verbundene Auszeichnung zusammen mit der Firma Grimshaw & Co als Grimshaw Sargeson Fellowship vergeben.[4]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1930 In France, along the road, veröffentlicht im Mai 1930 im New Zealand Herald
  • 1931 Blind alleys
  • 1935 Conversation with my uncle, im Tomorrow
  • 1936 Conversation with My Uncle, and Other Sketches
  • 1940 A Man and His Wife
  • 1940 The Making of a New Zealander
  • 1943 That Summer, Penguin
  • 1946 That Summer, and other stories
  • 1949 I Saw in My Dream, Lehman, London
  • 1964 Damals im Sommer, Gesammelte Erzählungen (Collected Stories), Biederstein Verlag, München, 1968
  • 1965 Wrestling with the Angel und Memoirs of a Peon
  • 1983 Conversation in a train

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1973 erhielt Frank Sargeson den Ehrendoktor der University of Auckland.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael King: Frank Sargeson – A Life. Viking, 1995, ISBN 0-670-83847-0 (englisch).
  • Lawrence Jones: Frank Sargeson [Norris Frank Davey], 1903 – 1982. In: KōtareNew Zealand Notes & Queries. Band 7, Nr. 2, 2008, ISSN 1174-6955, S. 157–211 (englisch, ojs.victoria.ac.nz [PDF; 278 kB; abgerufen am 5. Januar 2016]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Michael King: Sargeson, Frank. In: Dictionary of New Zealand Biography. Te Ara – the Encyclopedia of New Zealand,, 29. Januar 2014; abgerufen am 5. Januar 2016 (englisch).
  2. a b Jones: Frank Sargeson [Norris Frank Davey], 1903 – 1982. In: Kōtare. Band 7, Nr. 2, 2008, S. 171.
  3. Sargeson, Frank. New zealand Book Council; abgerufen am 5. Januar 2016 (englisch).
  4. a b Applications Open for the Newly Named Grimshaw Sargeson Fellowship. 4. Dezember 2013, archiviert vom Original am 6. Juni 2014; abgerufen am 5. Januar 2016 (englisch).
  5. Taonga: Zu Besuch bei Frank Sargeson. In: Blog – New Zealand 2 Go. Peter Pieruschka, 13. April 2013; abgerufen am 5. Januar 2016 (englisch).