Frankoniabrunnen

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Frankoniabrunnen

Der Frankoniabrunnen, ursprünglich Luitpoldbrunnen bzw. Prinzregent-Luitpold-Brunnen genannt, ist eine Brunnenanlage am Residenzplatz westlich der Würzburger Residenz im unterfränkischen Würzburg. Sie gehört wie Schloss, Vorplatz und Hofgarten seit 1981 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Sie ist unter der Denkmalnummer D-6-63-000-457 als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.[1] Der Brunnen im neobarocken Stil wurde architektonisch von Gabriel von Seidl entworfen, die Bronzeplastiken stammen von dem Bildhauer und Erzgießer Ferdinand von Miller.[2]

An der Stelle des heutigen Brunnens befand sich das schmiedeeiserne Ehrenhof-Gitter. Dieses wurde 1821, nachdem Würzburg 1814 an das Königreich Bayern gefallen war, abgebrochen. 1894 wurde der Frankoniabrunnen von der Stadt Würzburg zu Ehren des Prinzregenten Luitpold von Bayern errichtet[3] und am 3. Juni 1894 im Beisein des Prinzregenten enthüllt.[4]

Der Brunnen weist eine Brunnenschale mit mittigem Sockel und einer bekrönenden Bronzestatue auf, welche die Frankonia, die Allegorie Frankens, darstellt.[1] Die Frankonia trägt Harnisch und Kriegermantel und ist mit dem Herzogshut gekrönt. In der linken Hand trägt sie das Rennfähnlein, das sich auch in der Würzburger Stadtfahne befindet, die rechte Hand ist in einer herrschaftlichen Geste ausgestreckt. Die Statue ist von den steinernen Sockelfiguren des Dichters Walther von der Vogelweide, des Malers Matthias Grünewald und des Bildhauers Tilman Riemenschneider umgeben[5] und blickt auf den Dom.[6]

Der am 8. Juli 1895 von Prinzregent Luitpold als Gegengabe zum Frankoniabrunnen eingeweihte Kiliansbrunnen steht vor dem Würzburger Hauptbahnhof.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Denis André Chevalley: Unterfranken. Hrsg.: Michael Petzet, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (= Denkmäler in Bayern. Band VI). Oldenbourg, München 1985, ISBN 3-486-52397-X.
  • Burkard von Roda: Der Frankoniabrunnen auf dem Würzburger Residenzplatz. Verlag Degener & Co, Neustadt a. d. Aisch 1984. (Sonderdruck aus Jahrbuch für fränkische Landesforschung, Band 43.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frankoniabrunnen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Brunnen im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  2. Joachim Baumeister: Dichter im Ruhestand. Walther von der Vogelweide. In: Kurt Illing (Hrsg.): Auf den Spuren der Dichter in Würzburg. Eigenverlag (Druck: Max Schimmel Verlag), Würzburg 1992, S. 13–24, hier: S. 20–22.
  3. Residenz Würzburg: Baugeschichte – Zeittafel, Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, abgerufen am 13. Dezember 2014
  4. Hans-Peter Baum: Prinzregent Luitpold von Bayern (1821–1912) und die Stadt Würzburg. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände; Band III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9), S. 173–176; hier: S. 175.
  5. Erika Kerestely: Würzburg. Stadtführer mit farbigem Stadtplan. (= Stürtz Stadtführer) Verlagshaus Würzburg GmbH & Co. KG, Würzburg 2008, ISBN 978-3-8003-1929-9, S. 25.
  6. Die *** Sehenswürdigkeiten Europas. Polyglott-Verlag Dr. Bolte KG, München 1987/88, ISBN 3-493-60292-8, S. 37.
  7. Stadt Würzburg (Hrsg.): Kiliansbrunnen. „Ein Brunnen als Geschenk“. Prospekt, ca. 2008.

Koordinaten: 49° 47′ 34,7″ N, 9° 56′ 16,7″ O