Frauke Brosius-Gersdorf

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Frauke Brosius-Gersdorf (* 15. Juni 1971 in Hamburg als Frauke Brosius) ist eine deutsche Juristin und Hochschullehrerin an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brosius-Gersdorf studierte ab 1990 Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg, wo sie 1995 ihr Studium mit dem Ersten Juristischen Staatsexamen beendete. Anschließend arbeitete sie dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin von Jürgen Schwabe. Unter Betreuung Schwabes schloss Brosius-Gersdorf 1997 ihre Promotion zur Dr. iur. ab. Nach einem Forschungsaufenthalt an der University of Edinburgh erwarb sie 1998 dort den Titel Master of Laws. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland leistete sie ihr Referendariat in Hamburg ab, wo sie 2000 ihr Zweites Staatsexamen ablegte. Anschließend arbeitete Brosius-Gersdorf bis 2004 als Rechtsanwältin in Bonn und Berlin, bevor sie sich wieder ihrer akademischen Laufbahn widmete und als wissenschaftliche Mitarbeiterin von Hartmut Bauer an der Universität Dresden tätig war. 2005 folgte sie Bauer als dessen wissenschaftliche Assistentin an die Universität Potsdam, wo sie sich 2010 unter anderem für Öffentliches Recht, Verwaltungsrecht und Sozialrecht habilitierte. Diese Arbeit wurde 2011 mit dem Marie-Elisabeth-Lüders-Wissenschaftspreis ausgezeichnet.

Im Sommersemester 2010 vertrat Brosius-Gersdorf zunächst einen Lehrstuhl an der Universität Göttingen. Zum Wintersemester 2010/11 nahm sie unter Ablehnung von Rufen aus Mainz und Würzburg einen Ruf der Universität Hannover an, wo sie seitdem den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insb. Sozialrecht, Öffentliches Wirtschaftsrecht und Verwaltungswissenschaft innehat. Von 2015 bis 2018 war sie dort die Studiendekanin der juristischen Fakultät. Außerdem ist sie seit 2015 stellvertretendes Mitglied des Verfassungsgerichtshofs des Freistaates Sachsen.

Seit 2016 ist Brosius-Gersdorf Mitglied der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer.[1]

Brosius-Gersdorf ist seit 1995 mit Hubertus Gersdorf verheiratet.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsche Bundesbank und Demokratieprinzip. Eine verfassungsrechtliche Studie zur Bundesbankautonomie vor und nach der dritten Stufe der Europäischen Währungsunion. Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN 978-3-428-09219-2 (Dissertation).
  • mit Hubertus Gersdorf: Rechtsfragen des Teilnehmerentgeltsystems nach bayerischem Rundfunkrecht. Reinhard Fischer, München 1997, ISBN 3-88927-208-8.
  • Bindung der Mitgliedstaaten an die Gemeinschaftsgrundrechte. Die Grundrechtsbindung der Mitgliedstaaten nach der Rechtsprechung des EuGH, der Charta der Grundrechte der Europäischen Union und ihre Fortentwicklung. Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 978-3-428-11894-6.
  • Vaterschaftstests. Verfassungsrechtliche und verfassungspolitische Direktiven für eine Reform der Vaterschaftsuntersuchung. Duncker & Humblot, Berlin 2006, ISBN 978-3-428-12053-6.
  • Demografischer Wandel und Familienförderung. Mohr Siebeck, Tübingen 2011, ISBN 978-3-16-150391-7 (Habilitationsschrift).
  • Das Sonderungsverbot für private Ersatzschulen (Art. 7 Abs. 4 Satz 3 Halbsatz 2 GG). Inhalt und Dimensionen des Sonderungsverbots sowie Konsequenzen für die Schülerauswahl und das Schulgeld der Ersatzschulen und für die Finanzhilfe der Länder. Duncker & Humblot, Berlin 2018, ISBN 978-3-428-15465-4 (Schriften zum Öffentlichen Recht, Band 1383).
  • Internationale Schulen in Bayern – Schulstatus sowie Konsequenzen für die Genehmigung und Finanzhilfe. Duncker & Humblot, Berlin 2021, ISBN 978-3-428-18124-7 (Schriften zum Öffentlichen Recht, Band 1447).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prof. Dr. jur. Frauke Brosius-Gersdorf, LL.M. (PDF) Lebenslauf. In: Zentrale-Ethikkommission.de. 24. Februar 2017, S. 3, abgerufen am 28. September 2018.