Universität Potsdam

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Universität Potsdam
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Gründung 1991
Trägerschaft staatlich
Ort Potsdam
Bundesland BrandenburgBrandenburg Brandenburg
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Präsident Oliver Günther[1]
Studierende 20.878 (WS 2018/19)[2]
Mitarbeiter 2.893[2]
davon Professoren 317[2]
Jahresetat 124,3 Mio. EUR[3]
Netzwerke DFH[4], MGU
Website www.uni-potsdam.de
Uni-Standort Neues Palais im westlichen Teil des Parks Sanssouci (Luftbild 2008)

Die Universität Potsdam ist die größte der vier Universitäten im Land Brandenburg und zugleich die einzige, die künftige Lehrer ausbildet. Die Einrichtung ist in Potsdam auf drei Standorte, die sich jeweils eher am Rand der Stadt befinden, verteilt. Dazu kommen mehrere kleine Gebäude an verschiedenen Orten im Stadtgebiet.

170 Studiengänge werden angeboten. Ausdruck der Internationalität der Universität sind u. a. ihre guten Platzierungen im jährlichen Humboldt-Ranking.[5] An der Universität studieren rund 21.000 Menschen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität ist am 15. Juli 1991 nach der Annahme des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Brandenburg gegründet worden. Sie entstand als Nachfolgerin der seit 1990 bestehenden Brandenburgischen Landeshochschule Potsdam (BLH), deren Vorgängereinrichtung die 1948 etablierte Pädagogische Hochschule „Karl Liebknecht“,[6] war. Daher liegt ein Schwerpunkt auf der Lehrerausbildung. Noch vor der Gründung der Universität selbst wurde der „Fachbereich Rechtswissenschaft“ im Januar 1991 gebildet und mit allen Gebäuden der gerade aufgelösten Hochschule für Recht und Verwaltung (ehemals Deutsche Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft „Walter Ulbricht“) in die BLH eingegliedert. Dies bedeutete die Überführung des nichtwissenschaftlichen Personals und der Sachmittel zweier juristischer Sektionen sowie der Hochschulbibliothek. Ebenfalls in dieser Phase ging das Areal der abgewickelten „Juristischen Hochschule“ des Ministerium für Staatssicherheit der DDR an die Hochschule über, einschließlich der noch vorhandenen Technik und Hausverwaltung.

1994 wurden die Humanwissenschaftliche, die Philosophische, die Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultäten gegründet und der Chemiker Rolf Mitzner zum ersten Rektor gewählt. Ein Jahr später wurde das erste Graduiertenkolleg zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingerichtet. Seit 1998 kamen zahlreiche Kooperationsverträge mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen zustande sowie eine Zusammenarbeit mit dem Hans Otto Theater und der Fachhochschule Potsdam. Am Hasso-Plattner-Institut wurde seit 1999 der Studiengang Softwaresystemtechnik eingerichtet. Im Jahr 2000 wurde die erste Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Universität eingerichtet. Gemeinsam mit den Fachhochschulen Potsdam wurde 2001 das Brandenburgische Institut für Existenzgründung und Mittelstandsförderung (BIEM) gegründet und im Jahr 2003 der erster Sonderforschungsbereich der Universität eingerichtet.

2009 zählte die Universität zu den Siegern des Förderprogramms der Bundesregierung für Spitzenforschung und Innovation in den neuen Bundesländern. Im gleichen Jahr wurde ein neues Forschungsnetzwerk mit 20 außeruniversitären Partnerinstituten gegründet.

An der Philosophischen Fakultät wurde 2013 die School of Jewish Theology mit dem Studienfach „Jüdische Theologie“ installiert. Seit 2014 ist die Universität Mitglied im E-Learning-Netzwerk der State University of New York.

Die Universität pflegt Kooperationsbeziehungen u. a. mit Berliner Universitäten und Forschungsverbünden.

Rektoren und Präsidenten seit der Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fakultäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Potsdam gliedert sich in sieben Fakultäten. Eine Volluniversität im klassischen Sinne ist sie jedoch nicht. So fehlt neben einer medizinischen Ausbildung auch ein breiteres Angebot an angewandten Naturwissenschaften oder ingenieurwissenschaftlich orientierten Studiengängen.

Juristische Fakultät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lehrangebot der Juristischen Fakultät umfasst die Grundlagen- und Pflichtfächer für die Juristenausbildung. Dazu gehören das Zivilrecht, das Strafrecht und das Öffentliche Recht. Schwerpunktthemen in Forschung und Lehre sind in Potsdam die Grundlagen des Rechts, die Zivilrechtspflege, Wirtschaftsrecht, Internationales Recht, die Öffentliche Verwaltung sowie das Wirtschafts-, Steuer- und Umweltstrafrecht. Weitere Aus- und Fortbildungsveranstaltungen bieten für den kommunalen Bereich das Kommunalwissenschaftliche Institut und für die Internationalen Beziehungen das MenschenRechtsZentrum an.

Eine deutschlandweit besondere Einrichtung an der Juristischen Fakultät ist der Deutsch-Französische Studiengang Rechtswissenschaften, der in Kooperation mit der Universität Paris-Nanterre/La Défense durchgeführt wird. Neben einem Austauschprogramm bietet er den Studierenden die Gelegenheit, während ihrer ersten beiden Studienjahre an der Universität Potsdam zusätzlich zum deutsch-rechtlichen Standardstudium ein in sich abgeschlossenes Zusatzstudium des französischen Rechts zu absolvieren. Dieser Teil der Lehre wird von französischen Gastdozenten der Partneruniversität in französischer Sprache übernommen.

Philosophische Fakultät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Philosophische Fakultät besteht aus den Instituten für Jüdische Studien und Religionswissenschaft, Jüdische Theologie, Philosophie, Geschichte, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde (LER), Klassische Philologie, Germanistik, Anglistik und Amerikanistik, Romanistik, Slavistik sowie Künste und Medien. Mit der Eröffnung der „School of Jewish Theology“ im November 2013 nahm die Uni Potsdam als bundesweit erste Universität die Jüdische Theologie in ihren Fächerkanon auf.[8] Als wissenschaftliche Einrichtung gehört seit 2014 auch das Theodor-Fontane-Archiv zur Fakultät.

Humanwissenschaftliche Fakultät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Humanwissenschaftliche Fakultät gliedert sich in die Struktureinheiten Kognitionswissenschaften und Bildungswissenschaften. Forschungsschwerpunkte bilden die Themen Handeln und Verhalten, Sprache, Gesundheit, Breiten- und Spitzensport, Schule und Unterricht sowie Lernen über die Lebensspanne. Die Lehre an der Fakultät wird in den Departments Psychologie, Linguistik, Sport- und Gesundheitswissenschaften, Erziehungswissenschaft und Lehrerbildung organisiert.

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät besteht aus den Bereichen Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Politik- und Verwaltungswissenschaft sowie Soziologie. Als weiterer Schwerpunkt wird derzeit der Bereich Innovation und Technologie entwickelt. Zu wichtigen Kooperationspartnern der Fakultät gehören das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), das Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Die Wirtschaftsinformatik der WiSo-Fakultät bietet – bundesweit einmalig – Studierenden aller Bachelor-Studiengänge der Universität eine interdisziplinäre Veranstaltung zu Digitalisierung und Digitaler Transformation an.[9]

Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät vereint die Institute für Biochemie und Biologie, Chemie, Ernährungswissenschaft, Geowissenschaften, Informatik und Computational Science, Mathematik, Physik und Astronomie, Umweltwissenschaften und Geographie sowie den Botanischen Garten Potsdam. Besonders stark nachgefragt sind die Studiengänge Biologie, Toxicology und die Geo-Studienprogramme.

Digital-Engineering-Fakultät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gemeinsam von der Universität Potsdam und dem Hasso-Plattner-Institut gegründete Digital Engineering-Fakultät ist die erste privat finanzierte Fakultät einer staatlichen Universität in Deutschland. Die gemeinsame Fakultät soll zu einem universitären Exzellenzcenter im Bereich des Digital Engineering ausgebaut werden und wird über die Hasso Plattner-Stiftung vollständig finanziert. Die Fakultät bietet die Bachelor- und Master-Studiengänge IT-Systems Engineering, Data Engineering und Digital Health an.

Fakultät für Gesundheitswissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften wurde 2018 gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg gegründet.[10] Ziel ist u. a. die Entwicklung von neuartigen medizinischen Versorgungsangeboten sowie innovativen Studiengängen zu aktuellen gesundheitlichen Themen sowie Förderung der Forschung in Kooperation mit weiteren Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen unter Einbindung eines breiten Netzwerkes aus Kliniken. Nach der stufenweisen Entwicklung sollen 2019 die ersten Professuren zur Berufung ausgeschrieben werden.[11]

Institute und wissenschaftliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Fakultäten gibt es an der Universität Potsdam eine Reihe von An-Instituten, Kollegs und Forschungszentren:

Wissenschaftliche Einrichtungen und Forschungszentren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abraham Geiger Kolleg
  • Akademie für Psychotherapie und Interventionsforschung GmbH
  • Evangelisches Institut für Kirchenrecht e. V.
  • Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung e. V.
  • Johannes-Overath Institut e. V.
  • Kanonistisches Institut e. V.
  • Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien
  • Verein Weiterqualifizierung im Bildungsbereich e. V.
  • KWI, Kommunalwissenschaftliches Institut der Universität Potsdam
  • PCPM, Potsdam Centrum für Politik und Management
  • Potsdam Transfer – Zentrum für Gründung, Innovation, Wissens- und Technologietransfer der Universität Potsdam
  • Zentrum für Lehrerausbildung
  • MenschenRechtsZentrum
  • Netzwerk Studienqualität Brandenburg
  • Potsdam Research Institute for Multilingualism
  • William-James-Center
  • Theodor-Fontane-Archiv
  • Forum Religionen im Kontext

Unterstützende Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sprachenzentrum
  • Potsdam Graduate School
  • Career Service
  • ZIM – Zentrum für Informationstechnologie und Medienmanagement
  • AStA
  • Zentrum für Hochschulsport
  • Studentenwerk Potsdam

Universitätsbibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universitätsbibliothek Potsdam wurde 1991 gegründet und ist mit ihren drei Bereichsbibliotheken an allen Standorten der Universität Potsdam, am Neuen Palais[12], in Golm[13] und in Babelsberg[14] angesiedelt. Sie ist die größte wissenschaftliche Bibliothek im Land Brandenburg und zählt zu den mittelgroßen Universitätsbibliotheken.

Die Bestände aus den Vorgängerbibliotheken, der Pädagogischen Hochschule Karl Liebknecht am Neuen Palais und der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft der DDR in Babelsberg, wurden in die neue Universitätsbibliothek integriert. Sie besitzt eine wertvolle Judaica- und Hebraica-Sammlung[15], die nach ihrer Gründung aufgebaut wurde.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrzeichen der Universität Potsdam: Communs am Campus Neues Palais (Häuser 9 und 11)
Campus Neues Palais: Haus 8
Hörsaalgebäude des Hasso-Plattner-Instituts

Zentralkomplexe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität gliedert sich in folgende drei Universitätskomplexe (I–III):[16][17]

  • Universitätskomplex I Am Neuen Palais: Der zentrale Campus der Universität mit dem Auditorium maximum liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Park Sanssouci. In den Communs, den repräsentativen Nebengebäuden des Neuen Palais, befinden sich einige Institute der Philosophischen Fakultät und Vorlesungsräume. Die Barockbauten aus dem 18. Jahrhundert beherbergen zudem Präsidium und Teile der Verwaltung der Universität. In den anderen Gebäuden aus unterschiedlichen Epochen sind weitere Institute der Philosophischen Fakultät, Teile des Departments für Sport- und Gesundheitswissenschaften sowie die Hochschulambulanz zu finden.[18]
  • Universitätskomplex II Golm: Die Institute der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und die Humanwissenschaftliche Fakultät sind in Potsdam-Golm beheimatet, wo mit dem Bau moderner Forschungsgebäude einer der größten Wissenschaftsparks der Region entstanden ist. Drei Max-Planck- und zwei Fraunhofer-Institute sowie das Gründerzentrum GO:IN haben sich hier angesiedelt.[19]
  • Universitätskomplex III Babelsberg am Griebnitzsee: Der Campus Griebnitzsee an der Stadtgrenze zu Berlin, unweit der traditionsreichen Babelsberger Filmstudios, ist Sitz der Juristischen sowie der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Auch das Institut für Informatik und Computational Science hat hier seinen Standort und profitiert von der Nähe zur Digital Engineering Fakultät, der deutschlandweit ersten vollständig privat finanzierten Fakultät an einer staatlichen Hochschule. Die Fakultät wird gemeinsam getragen von der Universität Potsdam und dem Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik.[20][21]

Seit 2000 wird der Campus Golm durch mehrere Neubauten erweitert, gefördert mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Brandenburg.[22] Auf dem Campus Am Neuen Palais soll der komplette Bereich westlich der Straße Am Neuen Palais bis 2020 ebenfalls durch umfangreiche Neubaumaßnahmen umgestaltet werden.[23] Auch der Campus Griebnitzsee wird durch Neubauten der Digital Engineering-Fakultät erweitert.[24]

Weitere Universitätsstandorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maulbeerallee: Botanischer Garten. Lehr- und Forschungseinrichtung des Instituts für Biochemie und Biologie. Ausbildung im Fach Botanik.
  • Karl-Marx-Straße in Babelsberg: In einer der repräsentativen Villen sind Professuren der Wirtschaftswissenschaften untergebracht.
  • Bergholz-Rehbrücke: Im Gebäude des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) hat auch das Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Potsdam seinen Sitz.[25]

Historische Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Teile der Universität sind in historischen Gebäuden untergebracht, die teilweise sogar ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurden. So gehören einige Gebäude auf dem Campus Am Neuen Palais zum Ensemble des gleichnamigen Schlosses, das im Park Sanssouci liegt. Die beiden Communs entstanden gemeinsam mit dem Neuen Palais während der Regentschaft von Friedrich II zwischen 1766 und 1769. Westlich vom Südcommun befindet sich der Kaiserliche Marstall, den Kaiser Wilhelm II bis 1894 fertigstellen ließ. Er enthielt nicht nur Ställe, sondern auch eine Reithalle –die später zum Auditorium maximum wurde. Das dem Marstall nachempfundene Gebäude gegenüber dem Nordcommun, in dem sich unter anderem die Mensa des Standorts befindet, wurde erst in den Jahren 1954–1958 für die Pädagogische Hochschule errichtet.

Auch die Standorte Babelsberg und Golm sind von historischem Interesse. Die ältesten Gebäude der Golmer Institute wurden in den 1930er-Jahren für die Luftnachrichtenabteilung der Luftwaffe gebaut, unter anderem vier Kasernen (Haus 1, 3, 5, 7), ein Casino (Haus 4), ein Heizhaus (Haus 2) und drei Fahrzeug- und Gerätehallen (Haus 8, 10, 11). Im Zentrum wurde eine rechteckige Fläche von 240 Metern Länge und 45 Metern Breite angelegt, die als Aufmarschplatz diente. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden dort ab 1951 an der neu gegründeten Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit Stasi-Kader ausgebildet.

Die Juristische Fakultät und die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität sind im ehemaligen Präsidial- und Verwaltungsgebäude des Deutschen Roten Kreuzes (1939/1940) auf dem Campus Griebnitzsee in Babelsberg untergebracht. Nach Kriegsende und der Potsdamer Konferenz nutzte die Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland den Standort als Oberkommando.[26] Weitere Hörsäle und Gebäude wurden in den 1950er-Jahren unmittelbar hinter dem Schloss Babelsberg für die Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften der DDR errichtet. Sie wurden mittlerweile abgerissen. Die dort befindlichen drei Wohnheime für Studierende, die zwischen 1949 und 1951 entstanden waren, sollen dagegen bis mindestens 2040 erhalten bleiben.[27]

Studium und Studierende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität ist die größte Hochschule im Bundesland Brandenburg. Ihre Lehre ist mehrfach ausgezeichnet worden mit dem Preis „Exzellenz in der Lehre“ der Kultusministerkonferenz.[28] 170 Studiengänge werden angeboten. Dabei ist sie keine Volluniversität, weil Einrichtungen zur medizinischen oder ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung fehlen. Die Universität bietet außerdem englischsprachige Master-Studiengänge und Kurse an.[29] Darüber hinaus werden u. a. Seminare, Workshops und Executive Master-Studiengänge sowohl für Berufseinsteiger als auch für Führungskräfte angeboten.[30]

In Brandenburg werden keine Studiengebühren erhoben. Der Semesterbeitrag, der u. a. ein sechsmonatiges Nahverkehrsticket für die Länder Brandenburg und Berlin enthält, belief sich 2018 auf 296,77 Euro.[31]

Studierendenvertretungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Studierenden werden über das Studierendenparlament, den Allgemeiner Studierendenausschuss und die Fachschaften direkt vertreten.

Studentisches Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Universität sind mehr als 60 Hochschulgruppen eingetragen. Dort können Studierende politische oder kulturelle Interessen verfolgen, soziale Projekte organisieren, wie etwa ein studentisch geführtes Seelsorgetelefon, und Kontakte über ihren Studiengang hinaus knüpfen. Das Zentrum für Hochschulsport bietet bis zu 200 verschiedene Kurse an. Auch ungewöhnliche Sportarten, wie etwa historischer Schwertkampf, können dort für geringe Gebühr belegt werden. Das Studentenwerk Potsdam betreibt an jedem Campus eine eigene Mensa, deren Hauptgerichte bei 1,50 Euro starten. Außerdem stellt das Studentenwerk 2.855 studentische Wohnräume im Stadtgebiet bereit. Auf dem Campus Am Neuen Palais wird mit dem „Nil“ seit 1999 ein studentischer Club geführt. In der Potsdamer Innenstadt betreiben die Studierenden das Studentische Kulturzentrum „KuZe“ sowie die Kneipe „Pub à la Pub“.

Kooperationsbeziehungen und Forschungsverbünde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kooperation mit den Berliner Universitäten können im Rahmen des Curriculums des jeweiligen Studienganges auch Kurse an den kooperierenden Universitäten belegt werden, so zum Beispiel an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und Freien Universität Berlin. Darüber hinaus bestehen verschiedene Forschungsverbünde, zum Beispiel in der Exzellenzinitiative, im Exzellenzcluster „Unifying Concepts in Catalysis“ so wie „Languages of Emotion“ mit Beteiligung der Universität Potsdam.

Kooperationspartner (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Forschungsstelle Potsdam
  • DESY Hamburg
  • DESY Zeuthen
  • Deutsches Institut für Ernährungsforschung
  • Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
  • Einstein Forum Potsdam
  • Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung Golm
  • Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie / Institutsteil Bioanalytik und Bioprozesse (IZI-BB) Golm
  • Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik
  • Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung
  • Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie
  • Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
  • Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum
  • Institut für Dünnschichttechnologie und Mikrosensorik
  • Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung
  • Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim
  • Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung
  • Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam
  • Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau
  • Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
  • Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik
  • Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung
  • Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie
  • Potsdam Institut für Klimafolgenforschung
  • Sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr
  • Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
  • Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin-Brandenburg
  • Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
  • ZukunftsAgentur Brandenburg

Rankings[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationale Rankings[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Potsdam ist Preisträgerin des Wettbewerbs „Exzellenz in der Lehre“ des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Kultusministerkonferenz. Im Oktober 2009 wurde sie als eine von zehn Fachhochschulen und Universitäten für exzellente Lehre ausgezeichnet.[32]

Eine Reputationsstudie der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft zeichnet die Universität Potsdam im Bereich Policy-Forschung und Verwaltungswissenschaft als eine der drei wichtigsten deutschen Universitäten und Forschungsstätten aus. Die an der Universität Potsdam angebotenen Master- und Doktorandenprogramme gehören nach Einschätzung des Centrums für Hochschulentwicklung zur europäischen Spitzengruppe.[33]

2009 war die Universität Sieger in einem vom Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und Tourismusforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführtes Universitäts-Ranking „Vom Studenten zum Unternehmer – Welche Universität bietet die besten Chancen?“, in welchem die Angebote von 59 deutschen Universitäten in der akademischen Gründungslehre und der Unterstützung angehender Unternehmensgründer verglichen wurden.[34]

Das Zentrum für Hochschulsport der Universität Potsdam belegte 2010 einen ersten Platz im Bildungsranking des Allgemeinen Deutschen Hochschulverbandes in der Kategorie „Hochschulen mit mehr als 15.000 Studierenden“.[35]

Die Universität belegte 2017 beim Humboldt-Ranking Platz 11 unter 79 berücksichtigten Universitäten.[36] Der DFG-Förderatlas 2018 weist die Universität Potsdam beim Einwerben von Drittmitteln der DFG unter den 40 Universitäten mit den höchsten Bewilligungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften (Platz 22), Lebenswissenschaften (Platz 40) und in den Naturwissenschaften (Platz 34) für 2014–2016 insgesamt aus.[37]

In dem im Jahr 2017 veröffentlichten CEWS „Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten“ konnte sich die Universität Potsdam in der Gesamtbewertung in der Spitzengruppe platzieren.[38] Die Universität Potsdam erreichte im Gründungsradar 2018 zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den dritten Platz.[39]

Internationale Rankings[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den internationalen Rankings wurde die Universität Potsdam 2016 und 2017 in der weltweiten Rangliste im Academic Ranking of World Universities (ARWU) als eine von 36 deutschen Universitäten gelistet und in der Gruppe 401–500 geführt.[40] Im World University Ranking mit mehr als 1000 gelisteten Universitäten erreichte die Universität Potsdam 2018 einen Platz in der Gruppe 601–650 und belegte im nationalen Vergleich Rang 41 von 45 deutschen Hochschulen.[41]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Universität Potsdam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Universität Potsdam: Präsident. Abgerufen am 1. August 2019.
  2. a b c Universität Potsdam, Statistiken & Zahlen über die Universität
  3. Aktuelle Daten der Universität Potsdam Universität PotsdamStatistiken 2018/19. Universität Potsdam, abgerufen am 23. Juli 2019.
  4. Netzwerk. Liste der Hochschulen im Netzwerk der DFH. In: www.dfh-ufa.org. Deutsch-Französische Hochschule, abgerufen am 7. Oktober 2019.
  5. Alexander von Humboldt-Stiftung/Foundation: Das Humboldt-Ranking 2017. In: Website der Alexander von Humboldt-Stiftung/Foundation. Alexander von Humboldt-Stiftung/Foundation, 18. Mai 2017, abgerufen am 6. August 2019.
  6. Jan Kixmüller: DDR-Altlasten an der Universität Potsdam. „Wir hatten nicht nur ein Stasi-Problem“. Gespräch mit Manfred Görtemaker. In: Potsdamer Neueste Nachrichten. 27. Januar 2016, abgerufen am 8. November 2018.
  7. Neuer Präsident an der Universität Potsdam. Abgerufen am 13. Februar 2019.
  8. [1]
  9. interdisziplinäre Veranstaltung zu Digitalisierung und Digitaler Transformation
  10. Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften. In: Webiste der Fakultät für Gesundheitswissenschaften. Dekanat der Fakultät für Gesundheitswissenschaften, 12. November 2018, abgerufen am 6. August 2019.
  11. Jan Kixmüller: Millionen für Gesundheit in der Mark. In: Potsdamer Neueste Nachrichten. Potsdamer Zeitungsverlagsgesellschaft mbH & Co., 25. Juni 2018, abgerufen am 6. August 2019.
  12. Universität Potsdam: Campus I – Bereichsbibliothek Neues Palais. In: Website der Universität Potsdam. Universität Potsdam, 5. Juli 2019, abgerufen am 6. August 2019.
  13. Universität Potsdam: Campus II – Bereichsbibliothek Golm – IKMZ. In: Universität Potsdam. Universität Potsdam, 5. Juli 2019, abgerufen am 6. August 2019.
  14. Universität Potsdam: Campus III – Bereichsbibliothek Babelsberg (am Bhf. Griebnitzsee). In: Website der Universität Potsdam. Universität Potsdam, 5. Juli 2019, abgerufen am 6. August 2019.
  15. Universität Potsdam: Verbundkatalog Judaica-Portal. In: Website der Universität Potsdam. Universität Potsdam, 17. Mai 2019, abgerufen am 6. August 2019.
  16. Zentrale Adressen – Seite bei der Universität Potsdam; Stand: 16. Juni 2011
  17. Karte der Universitätsstandorte (Memento vom 10. April 2011 im Internet Archive) – Seite bei der Universität Potsdam; Stand: 23. Dezember 2009
  18. Lagepläne Universitätskomplex Am Neuen Palais – Universität Potsdam. Abgerufen am 10. August 2019.
  19. Lagepläne Universitätskomplex Golm – Universität Potsdam. Abgerufen am 10. August 2019.
  20. Digital Engineering Fakultät – Universität Potsdam. Abgerufen am 10. August 2019.
  21. Lagepläne Universitätskomplex Babelsberg – Universität Potsdam. Abgerufen am 10. August 2019.
  22. Antje Horn-Conrad: Neues Forschungsgebäude am Campus Golm. In: Website der Universität Potsdam. Universität Potsdam, 13. Dezember 2018, abgerufen am 8. August 2019.
  23. Christin Bargel (BLB) und Petra Görlich (UP): Architekturentwürfe für Uni-Campus Am Neuen Palais werden gezeigt. In: Website der Universität Potsdam. Universität Potsdam, 17. März 2015, abgerufen am 8. August 2019.
  24. Peter Degener: Erweiterungsbau des HPI für neue Studiengänge. In: MAZ-Online.de. Märkische Allgemeine (MAZ), 24. Januar 2019, abgerufen am 8. August 2019.
  25. Universität Potsdam: Institut für Ernährungswissenschaft. Abgerufen am 10. August 2019.
  26. Berlins Taiga: Ein sowjetisches Machtzentrum in Potsdam-Babelsberg. In: Berlins Taiga. Berlins Taiga, 2017, abgerufen am 8. August 2019.
  27. Peer Straube: Die Moderne bleibt. In: Potsdamer Neueste Nachrichten. Potsdamer Zeitungsverlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 19. August 2016, abgerufen am 8. August 2019.
  28. Meike Fries: Keine reinen Forschungsprofessuren. In: Zeit Online. 26. Oktober 2009, abgerufen am 25. Juli 2019.
  29. Englischsprachige Kurse und Studiengänge – Studienangebot – Studium – Universität Potsdam. Abgerufen am 10. August 2019.
  30. Übersicht – Weiterbildung – Wirtschaft, Transfer & Gesellschaft – Universität Potsdam. Abgerufen am 10. August 2019.
  31. Studienbüro / Studierendensekretariat: Aufstellung Gebühren/Beiträge Rückmeldung inkl. Aufschlüsselung der Gebühren. In: Universität Potsdam. Universität Potsdam, abgerufen am 25. Juli 2019.
  32. Wettbewerb exzellente Lehre (Memento vom 28. Januar 2011 im Internet Archive)
  33. Prof. Dr. Werner Jann erfolgreich bei Reputationsstudie. Abgerufen am 11. August 2019.
  34. Uni-Ranking 2009: Universität Potsdam deutschlandweit führend im Bereich der akademischen Gründungsförderung (Memento vom 1. Oktober 2010 im Internet Archive)
  35. Universität Potsdam konnte sich im Bildungsranking des Allgemeinen Deutschen Hochschulverbandes erfolgreich durchsetzen. Abgerufen am 14. Februar 2019.
  36. Humboldt-Ranking 2017. Abgerufen am 10. August 2019.
  37. DFG – Förderatlas 2018. Abgerufen am 10. August 2019.
  38. CEWS – Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten 2017. Abgerufen am 10. August 2019.
  39. 2018 Gesamtranking: Gründungsförderung an großen Hochschulen. 17. Dezember 2018, abgerufen am 11. August 2019.
  40. ARWU World University Rankings 2017 | Academic Ranking of World Universities 2017 | Top 500 universities | Shanghai Ranking – 2017. Abgerufen am 10. August 2019.
  41. QS World University Rankings 2018. 1. Februar 2017, abgerufen am 10. August 2019 (englisch).

Koordinaten: 52° 24′ 4″ N, 13° 0′ 43″ O