Fraunhofer-Institut für Bauphysik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Fraunhofer-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München
Standort der Einrichtung: Stuttgart
Außenstellen: Holzkirchen, Nürnberg
Art der Forschung: Angewandte Forschung
Fächer: Ingenieurwissenschaften
Fachgebiete: Bauphysik, Akustik, Energieeffizienz, Raumklima, Hygrothermik, Baustoffrecycling, Sensorik, Ganzheitliche Bilanzierung
Grundfinanzierung: Bund (90 %), Länder (10 %)
Leitung: Philip Leistner, Klaus Peter Sedlbauer[1]
Mitarbeiter: ca. 250 (Stammpersonal)[2]
Homepage: www.ibp.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (kurz: Fraunhofer IBP) ist eine Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft. Das Institut hat seinen Hauptsitz in Stuttgart. Zentrale Aufgabe ist die angewandte Forschung auf den Gebieten der Bauphysik. Das Institut wurde 1929 gegründet.

Leitung in Personalunion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrstuhl für Bauphysik der Universität Stuttgart, ab 2016 Institut für Akustik und Bauphysik (IABP):

  • 1929–1964: Hermann Reiher (1894–1989)
  • 1964–1977: Karl Gösele (1912–2004)
  • 1977–1990: Fridolin Mechel (1930–2014)
  • 1990–2003: Karl Gertis (* 1938)
  • 2003–2014: Klaus Peter Sedlbauer (* 1965)
  • seit 2016: Philip Leistner (* 1964)

Lehrstuhl für Bauphysik der TU München:

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anwendung bauphysikalischer Grundsätze bildet das Fundament der Forschungs- und Entwicklungsarbeit des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP. Neben klassischen bauphysikalischen Themen wie Akustik, Energieeffizienz, Raumklima, Hygiene und Sensorik, Baustoffrecycling sowie Hygrothermik forscht das Institut an einer großen Bandbreite an Vorhaben mit hoher gesellschaftlicher Relevanz. So geht es beispielsweise darum, Schulen oder Arbeitsräume integral zu gestalten, die Mobilität umweltfreundlicher und nachhaltiger zu machen oder das energetische Potenzial ganzer Städte auszuloten. Produkte, Prozesse und Dienstleistungen unter ökologischen, ökonomischen, sozialen und technischen Gesichtspunkten zu analysieren und sie der ganzheitliche Bilanzierung zu unterziehen, bilden weitere Arbeitsschwerpunkte. Eine an die Abteilung Energieeffizienz und Raumklima angegliederte Arbeitsgruppe Systemintegration effiziente Gebäude forscht am Standort Nürnberg an ganzheitlichen Lösungen für Gebäude, die ein Maximum an Komfort aufweisen.[3]

Zusammen mit Industriepartnern arbeitet das Fraunhofer IBP an der Markteinführung neuer und umweltverträglicher Baustoffe, Bauteile und Bausysteme. Zu den klassischen Kunden zählen Unternehmen der Bauindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau, Bauträger und Architekten, Planer und Behörden sowie öffentliche und private Bauforschungsträger.

Einige Labore und Prüfeinrichtungen sowie eines der größten Freilandversuchsgelände am Standort Holzkirchen ermöglichen bauphysikalische Untersuchungen. Labormesstechnik und Berechnungsmethoden sollen Bauprodukte für den praktischen Einsatz optimieren. Untersuchungen in Modellräumen, im Prüffeld und am ausgeführten Objekt dienen der bauphysikalischen Erprobung von Komponenten und Gesamtsystemen für den Neubau wie für den Sanierungsfall.

Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Institut für Akustik und Bauphysik (IABP) der Universität Stuttgart und seit 2004 am Lehrstuhl für Bauphysik an der TU München vermitteln Forschende des Fraunhofer IBP ihr fundiertes bauphysikalisches Fachwissen und realisieren in enger Kooperation mit den beiden Institutionen verschiedene Forschungsvorhaben.[4] Die Promotionskollegs „Climate – Culture – Building“ und „Menschen in Räumen“ sollen die Grundlagenforschung zum klimagerechten Bauen und zu den Wechselwirkungen zwischen Räumen und Menschen fördern.

Netzwerke und Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fraunhofer IBP ist geschäftsführendes Institut der Fraunhofer-Allianz Bau.[5] Die Geschäftsstelle der Allianz ist am Standort Holzkirchen angesiedelt. Die Fraunhofer-Allianz Bau legt ihren Forschungsschwerpunkt auf Fragen zur Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, aber auch auf den Aspekt der Gesundheitsverträglichkeit des Bauens und Wohnens sowie auf Problemstellungen von Produkt-, System- und Prozessoptimierung.

Das Fraunhofer IBP ist Mitglied im Fraunhofer-Verbund Werkstoffe, Bauteile (VWB).[6] Dieser Verbund bündelt die Kompetenzen der zwölf materialwissenschaftlich orientierten Institute der Fraunhofer-Gesellschaft.

Weitere Mitgliedschaften innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft bestehen in der Fraunhofer-Allianz Verkehr[7] sowie in der Fraunhofer-Allianz Energie[8]. Während die Fraunhofer-Allianz Verkehr technische und konzeptionelle Lösungen für öffentliche und industrielle Auftraggeber rund um das Thema Verkehr bietet, bietet die Allianz Energie aus einer Hand alles, was Industrie und Energiewirtschaft an Forschung und Entwicklung brauchen.

Der Forschungsallianz zum Erhalt des Kulturerbes (FALKE)[9] gehören mit dem Fraunhofer IBP weitere elf Fraunhofer-Institute und sechs Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft an. Ziele der Forschungsallianz sind bedarfsorientierte gemeinsame Forschung mit den Schwerpunkten auf nationaler und europäischer Ebene sowie eine schnellere Marktüberführung der gewonnenen Forschungsergebnisse.

Das Institut ist einer der Gründungspartner des Energie Campus Nürnberg.

Akkreditierte Zertifizierungsstelle und Prüflabore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP betreibt eine „bauaufsichtlich anerkannte Stelle“ für die Prüfung, Überwachung und Zertifizierung von Bauprodukten und Bauarten in Deutschland und Europa.[10]

Fünf Prüflabore des Instituts besitzen die flexible Akkreditierung nach DIN EN/ISO/IEC 17025 der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS):

  • Feuerstätten, Abgasanlagen[11]
  • Bauakustik, Schallimmissionsschutz[12]
  • Wärme-Kennwerte[13]
  • Feuchte, Mineralische Werkstoffe[14]
  • Emissionen, Umwelt und Hygiene[15]

Mit der Zuerkennung dieser Akkreditierungsstufe ist die Prüfstelle berechtigt, neue Prüfverfahren zu entwickeln sowie vorhandene zu modifizieren.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2018 waren 254 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stammbelegschaft, ohne wissenschaftliche Hilfskräfte und Auszubildende) am Fraunhofer IBP beschäftigt. Der Betriebshaushalt lag im Geschäftsjahr 2018 bei 25,2 Millionen Euro. Rund 36,7 % des Betriebshaushalts waren Erträge aus der Auftragsforschung der Wirtschaft. Die restlichen Mittel kamen aus zweckgebundenen Mitteln des Bundes und der Länder sowie aus Mitteln der Europäischen Union.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 48° 44′ 26,3″ N, 9° 5′ 53,7″ O