Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung

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Fraunhofer-Institut für
Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung
Fraunhofer-Institut fürFertigungstechnik und Angewandte Materialforschung
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Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Fraunhofer-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München
Standort der Einrichtung: Bremen
Außenstellen: Dresden, Oldenburg, Stade
Art der Forschung: Angewandte Forschung
Fächer: Ingenieurwissenschaften
Fachgebiete: Materialwissenschaft, Werkstoffwissenschaft , Klebetechnik, Oberflächentechnik, Plasmatechnik, Elektromobilität
Grundfinanzierung: < 30 % (90 % Bund, 10 % Land)
Leitung: Matthias Busse, Bernd Mayer
Mitarbeiter: 535 (Stand: Ende 2011)
Homepage: www.ifam.fraunhofer.de www.ifam-dd.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM), auch in der Kurzbezeichnung „Fraunhofer IFAM“ genannt, ist eine Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. (FhG). Das Institut hat seinen Hauptsitz in Bremen, seine Aktivitäten sind der angewandten Forschung und Entwicklung im Fach der Ingenieurwissenschaften auf dem Gebiet der Materialwissenschaft und der Werkstoffwissenschaft zuzuordnen. Das Fraunhofer IFAM hat einen Institutsteil in Dresden für Pulvermetallurgie und Verbundwerkstoffe. Weiterhin betreibt es die Fraunhofer-Projektgruppen „Elektrische Energiespeicher“ in Oldenburg sowie „Fügen und Montieren FFM“ in Stade.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Fraunhofer IFAM wurde 1968 als Arbeitsgruppe für angewandte Materialforschung (AFAM) in Bremen-Nord gegründet. Die Eingliederung als Institut in die Fraunhofer-Gesellschaft erfolgte 1974. Der Dresdner Institutsteil wurde 1992 im Zuge der Eingliederung ostdeutscher Forschungsinstitutionen gegründet.

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten]

Das Fraunhofer IFAM gliedert sich in den Institutsbereich „Formgebung und Funktionswerkstoffe“ an den Standorten Bremen und Dresden und den Institutsbereich „Klebtechnik und Oberflächen“ am Standort Bremen. Das Spektrum der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten reicht von anwendungsorientierter Grundlagenforschung bis hin zur Umsetzung in Produkte und der Unterstützung bei der Fertigungseinführung.

Formgebung und Funktionswerkstoffe

Dieser Institutsbereich konzentriert sich auf drei Kernkompetenzen: Gießerei- und Leichtmetalltechnologie, Mikro- und Nanostrukturierung, Pulver- und Sintertechnologie. Diese spiegeln sich in den Arbeitsgebieten der sieben Kompetenzfelder Funktionsstrukturen, Gießereitechnik, Leichtbauwerkstoffe und Analytik, Mikrofertigung, Pulvertechnologie, Sinter- und Verbundwerkstoffe sowie Zellulare Werkstoffe wider.

Die genannten Kompetenzen betreffen die Gebiete Metalle, Präzisionsbauteile und Prozesse, Hochleistungswerkstoffe, funktionelle Oberflächen und Gedruckte Elektronik, Medizintechnik und Biomaterialien sowie den Leichtbau.

Klebtechnik und Oberflächen

Dieser Institutsbereich beschäftigt sich mit qualifizierten Entwicklungen für die Klebtechnik, Plasmatechnik und Lacktechnik. Die Entwicklungsergebnisse werden von industriellen Partnern aus unterschiedlichen Branchen genutzt, hierzu zählen der gesamte Fahrzeugbau – Luft, Straße, Schiene, Wasser – sowie deren Zulieferanten, der Maschinen- und Anlagenbau, die Elektro- und Elektronikindustrie, der Haushaltsgerätebau, die Medizintechnik sowie die Informations- und Kommunikationstechnik.

Das Arbeitsgebiet Klebtechnik gliedert sich in die Arbeitsgruppen Klebstoffe und Polymerchemie, Biomolekulares Oberflächen- und Materialdesign, Anwendungstechnik, Fertigungstechnik, Kleben in der Mikrofertigung, Werkstoffe und Bauweisen, Technologietransfer. Das Arbeitsgebiet Plasmatechnik wird von den Arbeitsgruppen Niederdruck-Plasmatechnik und Atmosphärendruck-Plasmatechnik sowie Lacktechnik. Ergänzt werden beide Arbeitsgebiete durch das Arbeitsgebiet Adhäsions- und Grenzflächenforschung mit den Arbeitsgruppen Angewandte Oberflächen- und Nanostrukturanalytik, Elektrochemie und Molecular Modelling.

Der Bereich "Klebtechnik und Oberflächen" ist mit über 210 Mitarbeitern Europas größte unabhängige Forschungseinrichtung auf dem Gebiet der industriellen Klebtechnik.

Kooperationen[Bearbeiten]

Das Fraunhofer IFAM ist Mitglied verschiedener Fraunhofer-Verbünde und Allianzen. Darin bündeln die Fraunhofer-Institute ihre jeweiligen Kompetenzen und ermöglichen es bei komplexen Aufgabenstellungen kompetente Ansprechpartner zu finden, die institutsübergreifend Lösungsangebote erarbeiten und Forschung und Entwicklung koordinieren.

  • Fraunhofer-Allianz Adaptronik
    Ziel der zwölf an der Allianz teilnehmenden Fraunhofer-Institute ist es, die Adaptronik kommerziell nutzbar zu machen und in wettbewerbsfähige Anwendungen zu überführen.
  • Fraunhofer-Allianz Photokatalyse
    Ziel der Allianz ist die Entwicklung neuer Material- und Schichtkonzepte für leistungsfähigere Photokatalysatoren sowie deren Applikation auf unterschiedlichsten Substraten wie Glas, Kunststoffen und Metallen.
  • Fraunhofer-Allianz Generative Fertigung
    Die Allianz gilt als größtes interdisziplinäres europäisches Kompetenznetz für High-Speed-Prozesse zur Verarbeitung von Metallen und Kunststoffen sowie anderen Nichtmetallen in kleinen Serien sowie in der Ur- und Umformtechnik.
  • Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik
    Damit das gesamte Feld der Reinigungstechnik branchenübergreifend abgedeckt werden kann, sind in der Allianz Reinigungstechnik die Geschäftsfelder Bauwerksreinigung, Reinigung in hygienerelevanten Bereichen, Reinigung in der Mikrosystemtechnik, Oberflächenreinigung vor der Beschichtung sowie die Bauteilreinigung definiert.
  • Fraunhofer-Themenverbund Werkstoffe und Bauteile
    Dieser Verbund bündelt die Kompetenzen der zwölf materialwissenschaftlich orientierten Institute der Fraunhofer-Gesellschaft.
  • Fraunhofer-Themenverbund Nanotechnologie
    In diesem Verbund fokussieren sich die Aktivitäten auf Leitthemen wie multifunktionelle Schichten beispielsweise für den Automobilbereich.
  • Fraunhofer-Themenverbund Polymere Oberflächen
    Der Verbund erarbeitet wesentliche Vorentwicklungsergebnisse und dazugehörige Schutzrechte für Polymerprodukte mit neuen oder entscheidend verbesserten Eigenschaften.
  • Fraunhofer-Themenverbund Numerische Simulation von Produkten und Prozessen
    Das Ziel des Themenverbunds ist es, institutsübergreifende Aufgabenstellungen aufzugreifen und als Ansprechpartner für öffentliche und industrielle Auftraggeber die Interessen der zusammengeschlossenen Fraunhofer-Institute gemeinsam zu vertreten.
  • Fraunhofer-Netzwerk Windenergie
    Zusammen bieten zehn Institute ein durchgehendes Kompetenzspektrum für die Auslegung und den Betrieb von Energiesystemen mit angekoppelten Windturbinen.

Im universitären Bereich besteht eine Kooperation mit der Universität Bremen, die den Grundlagenforschungsbedarf des Fraunhofer IFAM abdeckt und durch die Doppelfunktionen der Institutsleiter (zugleich Lehrstuhlinhaber) begünstigt wird. Der Dresdner Institutsteil ist durch den Institutsteilleiter mit dem Institut für Werkstoffwissenschaft der Technischen Universität Dresden eng verbunden.

Das Fraunhofer IFAM hat zahlreiche Kooperationen mit Industrieunternehmen aus der Transportindustrie (Luftfahrzeug-, Automobil-, Schienenfahrzeug- und Schiffbau), aus dem Anlagenbau, der Medizin - und Mikrotechnik.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Ende 2011 waren am Fraunhofer IFAM 535 Mitarbeiter beschäftigt, davon 90 Prozent im wissenschaftlich-technischen Bereich.

Der Gesamthaushalt des Fraunhofer IFAM lag im Geschäftsjahr 2011 bei 40,4 Millionen Euro, darunter 6,5 Millionen Euro Investitionen.

Der geschäftsführende Leiter des Fraunhofer IFAM und Leiter des Bereichs „Formgebung und Funktionswerkstoffe“ ist Matthias Busse. Bernd Mayer leitet den Bereich „Klebtechnik und Oberflächen“. Die Institutsleiter wurden auf Lehrstühle für die Fachgebiete „Urformtechnik und Sondergebiete der Metallurgie“ bzw. „Polymere Werkstoffe und Oberflächentechnologien“ im Fachbereich Produktionstechnik der Universität Bremen berufen. Der Dresdner Institutsteil wird von Bernd Kieback geleitet, der gleichzeitig den Lehrstuhl „Pulvermetallurgie, Sinter- und Verbundwerkstoffe“ an der Technischen Universität Dresden innehat.

Weblinks[Bearbeiten]

53.1113888888898.8486111111111Koordinaten: 53° 6′ 41″ N, 8° 50′ 55″ O