Freimann-Moschee

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Freimann-Moschee

Freimann-Moschee Rückfront

Koordinaten: 48° 12′ 37″ N, 11° 38′ 3″ OKoordinaten: 48° 12′ 37″ N, 11° 38′ 3″ O
Ort Schwabing-Freimann
Grundsteinlegung 6. Oktober 1967
Eröffnung 1973
Richtung/Gruppierung IZM
Architektonische Informationen
Architekt Osman Edip Gürel, Innenarchitektin Necla Gürel
Einzelangaben
Kapazität 450
Minarett 1
Baukosten 3 Millionen D-Mark

Website: islamisches-zentrum-muenchen.de

Die Freimann-Moschee wurde von 1967 bis 1973 als siebente Moschee in Deutschland und erste Moschee in Bayern im Ortsteil Fröttmaning des Münchner Stadtbezirks Schwabing-Freimann erbaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundsteinlegung erfolgte am 6. Oktober 1967, die Einweihung am 24. August 1973. Die Bauarbeiten kamen schnell aufgrund fehlender finanzieller Mittel ins Stocken. 1968 standen Moschee und Kulturzentrum erst im Rohbau. Das erste Ramadan-Fest fand am 20. November 1971 in der noch unvollendeten Moschee statt. 1973 schoss schließlich Libyen die zur Fertigstellung fehlenden Gelder zu.[1] Die Baukosten von rund 3 Millionen D-Mark wurden von vierzehn islamischen Staaten finanziert, davon kamen 1,6 Millionen aus Libyen. Die Planung wurde von Architekt Osman Edip Gürel zusammen mit seiner Frau, der Innenarchitektin Necla Gürel, durchgeführt. Die Moschee wurde als parabelförmige Schalenkonstruktion mit freistehendem, 33 Meter hohen Minarett ausgeführt. Bauherr und Träger ist die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V., kurz IGD. Der Gebetssaal fasst 450 Personen, davon 100 auf der Frauengalerie.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sitz des Islamischen Zentrums München spielte die Moschee eine wesentliche Rolle für den politischen Islam in Europa und wird daher zu den bedeutendsten Moscheen überhaupt gezählt. Ursprünglich sollte sie im Kalten Krieg nach gemeinsamen Plänen Gerhard von Mendes und des Bundesnachrichtendienstes als Verbindung zur islamischen Welt fungieren, um den Sowjetkommunismus politisch zu schwächen. Mit Unterstützung des US-Geheimdienstes CIA setzte sich schließlich die Muslimbruderschaft um Said Ramadan gegen die deutschen Pläne durch und übernahm die Leitung des Moscheebau-Projekts. Die Moschee wurde zum Anlaufpunkt für Muslimbrüder aus aller Welt. Auch Mahmud Abouhalima, einer der Drahtzieher des Bombenanschlags auf das World Trade Center 1993, besuchte die Freimann-Moschee regelmäßig. Wie später Mamduh Mahmud Salim, genannt Abu Hadscher, ein enger Vertrauter Osama bin Ladens, suchte er regelmäßig den Kontakt zum dortigen Imam Ahmed al-Khalifa.[2] Mehrfach war die Moschee in den vergangenen Jahren Ziel polizeilicher Razzien und Ermittlungen wegen vermuteter krimineller Handlungen zugunsten islamistischer Bestrebungen.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ian Johnson: Die vierte Moschee: Nazis, CIA und der islamische Fundamentalismus. Klett-Cotta, Stuttgart 2011, ISBN 978-3608946222 [4]
  • Sabine Kraft: "Islamische Sakralarchitektur in Deutschland", Münster 2002 (zugl. Diss. Marburg 2000), ISBN 978-3825855024.
  • Stefan Meining: Eine Moschee in Deutschland: Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam im Westen. C. H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-61411-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Freimann-Moschee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Redakteur Joachim Gaertner in der ARD-Sendung "Titel, Thesen, Temperamente" vom 27. Februar 2011: München, eine der wichtigsten Moscheen der Welt! Wie der islamische Fundamentalismus mit Hilfe der Nazis und der CIA entstand. Kein Zugriff mehr
  2. Gaertner, ARD-Sendung, s. o.
  3. Beispielsweise am 10. März 2009: Razzia in der Moschee in Freimann Abendzeitung, 10. März 2009
  4. Besprechung des Buches von Matthias Küntzel, engl. Original, 2010.