Islamische Gemeinschaft in Deutschland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD) ist eine der ältesten muslimischen Organisationen in Deutschland. Die 1958 gegründete Gemeinschaft wird der extremistischen Muslimbruderschaft zugeordnet.[1] Bis zum Jahre 2005 gab die Gemeinschaft die deutschsprachige Zeitschrift Al Islam heraus.

Geschichte und Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie wurde als Moscheebaukommission in München gegründet, später in Islamische Gemeinschaft in Süddeutschland, und 1982 in Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. umbenannt. Die IGD ist Gründungsmitglied des Zentralrats der Muslime in Deutschland (1993), des Islamischen Konzil in Deutschland (1989) und der Federation of Islamic Organisations in Europe (1989). Der seit 2002 amtierende Präsident Ibrahim El-Zayat war Vorsitzender der Muslim Studenten Vereinigung in Deutschland e.V. (M.S.V.).

Die IGD hat über die Jahre umfangreiche Publikationen zum Islam in deutscher Sprache herausgegeben, unter anderem auch als Schriftenreihe des von ihr begründeten Zentrums in München. Sie ist darüber hinaus ein Zusammenschluss weiterer Islamischer Zentren in vielen deutschen Städten unter anderem in Berlin, Nürnberg, Marburg, Frankfurt, Stuttgart, Köln, Münster und Braunschweig. Die Gemeinschaft unterhält Moscheen und Bildungseinrichtungen und veranstaltet jährlich das Treffen Deutscher Muslime. Ihre Gründungsgeschichte soll auf eine Nähe zur islamistischen Muslimbruderschaft hinweisen.[2] Das „Islamische Zentrum München“, gegründet von Said Ramadan [3], steht der in Ägypten beheimateten Muslimbruderschaft nahe und vertritt einen streng konservativen Islam.[4][5]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

Die IGD kooperiert mit Islamischen Zentren in Berlin, Bielefeld, Bonn, Bremen, Darmstadt, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Erlangen, Gelsenkirchen, Göttingen, Greifswald, Hannover, Iserlohn, Karlsruhe, Kassel, Kiel, Leipzig, Mainz, München, Plauen, Siegen, Sinsheim, Solingen, Trier, Tübingen und Wolfsburg. Das Islamische Zentrum Aachen spaltete sich 1981 ab, das Islamische Zentrum Köln löste sich 2001 auf.[6]

Die Zeitschrift Al-Islam wurde 1958 von Malik Assmann sowie H. Achmed Schmiede in Köln gegründet und bis 1979 in München von Schmiede weitergeführt. Seitdem ist der Herausgeber Ahmad von Denffer. Inzwischen gibt es nur noch eine Web-Ausgabe.

Beobachtung durch den Verfassungsschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die extremistische Muslimbruderschaft nutzt in Deutschland eine Vielzahl ‚Islamischer Zentren’ für ihre Aktivitäten. Die IGD ist darunter die mitgliedsstärkste Organisation.[7] Nach Angaben des bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz hat die IGD deutschlandweit 600 Mitglieder, davon 120 in Bayern. Sie gilt „als deutsche Zentrale des ägyptischen Zweigs der Muslimbruderschaft“[8]. Der in Kairo wohnhafte langjährige oberste Führer der islamistischen Muslimbruderschaft, Mohammed Mahdi Akef, bezeichnete den damaligen Präsidenten der IGD, Ibrahim El-Zayat, in einem ARD-Fernsehbeitrag [9] als „Chef der Muslimbrüder in Deutschland“. El-Zayat bestritt das.[10]

Nach Meinung der CDU-Bundestagsabgeordneten Kristina Schröder, spätere Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die sich dabei nach eigenen Angaben auf Auskünfte des nordrhein-westfälischen Innenministeriums stützte, „reichen die Verbindungen der Organisation in den Bereich von islamisch-extremistischen Gruppierungen sowie zu einer islamischen Hilfsorganisation, die im Verdacht steht, heimlich den islamistischen Terrorismus zu unterstützen.“[11]

Am 15. November 2014 veröffentlichte das Kabinett der Vereinigten Arabischen Emirate eine Liste mit 83 dem islamischen Terrorismus zuzurechnenden Organisationen. Als einzige deutsche Organisation findet sich hier die IGD aufgeführt.[12]

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Grundmann: Islamische Internationalisten. Strukturen und Aktivitäten der Muslimbruderschaft und der islamischen Weltliga. Reichert, Wiesbaden, 2005, ISBN 3-895-00447-2 (Rezension von I. Küpeli)
  • Ian Johnson: Die vierte Moschee: Nazis, CIA und der islamische Fundamentalismus. Klett-Cotta, Stuttgart 2011, ISBN 9783608946222 (Online lesbar)
  • Stefan Meining: Eine Moschee in Deutschland. Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam im Westen. C. H. Beck, München 2011, ISBN 9783406614118[14]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Meining (Regisseur): Zwischen Halbmond und Hakenkreuz. Die unheimliche Allianz von Islamisten, Kalten Kriegern und Ex-Nazis. Ausgestrahlt vom ARD am 19. Juli 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Islamische Gemeinschaft in Deutschland, Innenministerium NRW
  2. „Klarheit und gute Nachbarschaft“; Hg. von der EKD, Nov. 2006 (PDF)
  3. Der Islam in Württemberg – miteinander leben lernen (PDF; 439 kB), Lesebuch zum Schwerpunkttag Islam der Württembergischen Landessynode am 24. März 2006
  4. Verfassungsschutzbericht 2003 (Memento vom 8. August 2006 im Internet Archive), Bayerisches Landesamtes für Verfassungsschutz
  5. Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V., Publikation der Friedrich-Ebert-Stiftung
  6. Handelsregister: Handelsregisterauszug Köln VR 7677
  7. Verfassungsschutzbericht 2009. Bundesministerium des Innern, 16. Juni 2010, S. 187, archiviert vom Original am 4. Juli 2010, abgerufen am 18. August 2017 (pdf, 4,3 MB).
  8. Bayern: Verfassungsschutz hält IGD für Außenposten der Muslimbruderschaft. Deutsche Textservice Nachrichtenagentur – dts Nachrichtenagentur, 5. Februar 2011, archiviert vom Original am 9. September 2012, abgerufen am 18. August 2017.
  9. ??? Bayerischer Rundfunk, archiviert vom Original am 4. Januar 2006, abgerufen am 18. August 2017 (Audio).
  10. Ibrahim El-Zayat: Gegendarstellung. Die Welt, 8. März 2007, abgerufen am 18. August 2017.
  11. Karen Krüger: Interview mit Kristina Köhler: Sie täuschen uns in der Maske der Medienprofis. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. Mai 2007, abgerufen am 18. August 2017.
  12. UAE Cabinet approves list of designated terrorist organisations, groups. WAM Emirate News Agency, 16. November 2014, abgerufen am 18. August 2017 (englisch).
  13. Khadija Katja Wöhler-Khalfallah: Islamischer Fundamentalismus: Von der Urgemeinde bis zur Deutschen Islamkonferenz. 2009, S.212 (Online-Teilansicht).
  14. Text- und Belegband zu der ARD-Produktion von 2006, siehe Medien. Online lesbar