Friede von Madrid

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Friede von Madrid.

Der Friede von Madrid vom 14. Januar 1526 zwischen dem Habsburger Karl V. und König Franz I. von Frankreich war eine Etappe der Italienischen Kriege. Der in Gefangenschaft geratene Franz sah sich gezwungen, das Herzogtum Mailand, Flandern, Artois und Burgund an Karl abzutreten. Nach seiner Freilassung widerrief er das Zugeständnis aber umgehend als erzwungen und nahm den Kampf mit Habsburg wieder auf.

Vorausgegangen war die für Frankreich katastrophal endende Schlacht bei Pavia am 24. Februar 1525, in der mit dem Herzog Louis de la Tremouille, Marschall Odet de Foix, Admiral Bonnivet, Jacques de la Palice, Richard de la Pole und anderen nicht nur eine Reihe hochrangiger französischer Feldherren gefallen waren, sondern der König selbst in Gefangenschaft geraten war – zuletzt war ein solches Schicksal Ludwig IX. während der Kreuzzüge widerfahren. Ebenfalls in Gefangenschaft gerieten Anne de Montmorency und Robert III. de La Marck. Die Reste der geschlagenen französischen Armee zogen sich über die Alpen nach Frankreich zurück. Allerdings war auch Karl finanziell kaum mehr in der Lage, einen längeren Feldzug zu führen und versuchte stattdessen, den Sieg über Franz diplomatisch auszunutzen. Eine bedeutende Rolle in Karls Plänen spielte dabei der Herzog von Bourbon, der gegen Franz rebelliert hatte und zu Karl übergelaufen war. Karl ermutigte ihn, gemeinsam mit König Heinrich VIII. von England gegen Frankreich zu ziehen, das dann unter ihnen aufgeteilt werden könne. Sein Feldherr Pescara machte sich unterdessen Hoffnungen auf Neapel, allerdings starb er noch im selben Jahr. In Frankreich übte unterdessen Franz’ Mutter Luise von Savoyen die Regierungsgewalt aus, der es gelang, Heinrich VIII. von seinem Bündnis mit Habsburg abzubringen.

Franz selbst wurde nach Spanien verbracht. Am 12. Juni 1525 traf er in Barcelona ein, wurde dann zunächst in einem Haus bei Valencia festgehalten und schließlich in die Zitadelle von Madrid verbracht. Karl ließ Franz, dessen Bitten um eine persönliche Unterredung er ablehnte, die Forderung zukommen, Mailand, die Provence und den burgundischen Besitz abzutreten. Franz erwiderte, dass er ohne die Zustimmung des Parlaments dazu nicht ermächtigt sei. Ein Fluchtversuch Franz’ scheiterte und wurde von Karl damit beantwortet, dass er dessen Schwester Margarete von Navarra, die als Unterhändlerin angereist war, unvermittelt nach Hause zurückschickte.

Ende 1525 wurde Karl mit der Forderung konfrontiert, in Mailand die Herrschaft der Sforza wiederherzustellen. Insbesondere Venedig und der Papst setzten sich hierfür ein und Karl musste bald mit einem neuerlichen Krieg in Italien rechnen, sodass er schnell zu einer Einigung mit Franz kommen musste. Karl erklärte sich nun einverstanden, auf die Provence zu verzichten, sodass Franz sich am 19. Dezember schließlich zum Vertrag von Madrid bereiterklärte, der am 14. Januar 1526 unterzeichnet wurde.

Darin trat Franz Burgund, das Artois und das Herzogtum Mailand ab; zugleich wurde vereinbart, dass er im Gegenzug für seine Freilassung zwei Söhne als Geiseln nach Spanien zu geben hatte und Eleonore von Österreich heiraten sollte. Außerdem sollte der Herzog von Bourbon in seine französischen Besitztümer wiedereingesetzt werden. Am 18. März erfolgte am Bidasoa an der Grenze zu Frankreich der Austausch. Die beiden Prinzen wurden von Louise und Lautrec den Spaniern übergeben und Franz kehrte in seine Heimat zurück.

Unmittelbar nach seiner Rückkehr erklärte Franz jedoch die Friedensbedingungen für erzwungen und daher nichtig. Hierzu erhielt er nicht nur die Rückendeckung des Papstes, der nun angesichts der Machtfülle Karls V. zu dessen Gegner wurde; auch Karls Kanzler Mercurino Arborio di Gattinara war mit dem Vorgehen Karls nicht einverstanden. Zudem konnte Franz ein von ihm bereits am 16. August 1525 verfasstes, notariell beglaubigtes Protestschreiben vorlegen, in dem er etwaige unter Druck erfolgte Zugeständnisse vorsorglich für unwirksam erklären ließ. Karl sah sich nun in der öffentlichen Meinung isoliert. Frankreich, Mailand, Venedig, Florenz und der Kirchenstaat kamen in der Liga von Cognac zusammen und bereits im Mai 1526 flammten die Italienischen Kriege erneut auf. 1527 kam es mit dem Sacco di Roma, der Plünderung Roms durch deutsche Landsknechte, zu einem traurigen Höhepunkt.

Ein zeittypisches Nachspiel des (auf deutscher Seite Vertrag von Madrid genannten) Friedens war die publizistisch ausgeschlachtete Herausforderung Karls V. an Franz I. aus dem Jahre 1528. Obwohl ein persönlicher Zweikampf von beiden Herrschern nicht abgelehnt wurde, zeitigten die damit einhergehenden diplomatischen Unwägbarkeiten nur ein weiteres Moment frühneuzeitlicher Konfliktbewältigung.