Friedrich Justus Perels

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Friedrich Justus Leopold Perels (* 13. November 1910 in Berlin; † 23. April 1945 ebenda) war ein deutscher Jurist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel am Haus
Perelsplatz 6–9 in Berlin-Friedenau
Stolperstein vor dem Haus Viktoriastraße 4a, in Berlin-Lichterfelde
Grab von Friedrich Justus Perels und anderen auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof

Friedrich Justus Perels war zweiter von vier Söhnen von Ernst Perels und dessen Ehefrau Antonie (geb. Hermes). Sein Großvater Ferdinand Perels war als Sohn jüdischer Eltern zum evangelischen Glauben konvertiert. Perels besuchte im Berliner Ortsteil Friedenau von 1922 bis 1929 das 1. Friedenauer Gymnasium (heute: Friedrich-Bergius-Oberschule) und studierte anschließend Rechtswissenschaften an der Universität Heidelberg, unter anderem bei Gustav Radbruch.

Am 1. April 1933 wurde Perels Rechtsreferendar, das Assessorexamen absolvierte er 1936. Während des Referendariats wurde Perels juristischer Berater des Pfarrernotbundes und der Bekennenden Kirche, der er angehörte. Ab 1936 war er Justitiar und Rechtsberater der Bekennenden Kirche der Altpreußischen Union. Daneben vertrat er als Anwalt in vielfacher Weise die Interessen der Verfolgten des NS-Regimes. Er war Mitglied des „Freiburger Konzils“.

Im Jahr 1940 heiratete Perels Helga Kellermann; 1942 wurde ihr Sohn Joachim Perels geboren.

Durch seinen Freund Dietrich Bonhoeffer kam er 1940 in Kontakt zum Widerstandskreis um Hans von Dohnanyi und arbeitete darin mit. So stellte er 1941 zusammen mit Bonhoeffer Dokumente über die Deportation der Juden zusammen, die von Dohnanyi an General Ludwig Beck weitergeleitet wurden, um oppositionelle Wehrmachtskreise zum Handeln zu bewegen. 1942 war Perels am Unternehmen Sieben beteiligt, wodurch 1942 vierzehn jüdische Menschen ins Ausland fliehen konnten.

Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler wurde Perels am 5. Oktober 1944 wegen „Nichtanzeige ihm bekannter Umsturzpläne und wegen illegaler Tätigkeit für die Bekennende Kirche“ verhaftet.

Am 2. Februar 1945 wurde er vom Volksgerichtshof unter dem Vorsitz von Roland Freisler zum Tode verurteilt. Freisler kam am folgenden Tag bei einem Luftangriff auf Berlin ums Leben. Justus Perels wurde zusammen mit Klaus Bonhoeffer und Rüdiger Schleicher sowie anderen Inhaftierten beim Marsch vom Zellengefängnis Lehrter Straße zum Prinz-Albrecht-Palais in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 von einem Sonderkommando des Reichssicherheitshauptamts erschossen.[1]

Sein Vater Ernst Perels starb in Sippenhaft im KZ Flossenbürg.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrengrab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Justus Perels hat in Berlin auf dem Evangelischen Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrich-Werderschen Gemeinden ein Ehrengrab.

Gedenktag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein kirchlicher Gedenktag ist der 22. April (der Tag vor seinem Todestag) im Evangelischen Namenkalender der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Gedenktafeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafeln gibt es in Berlin-Mitte in der Chausseestraße 126 und in Berlin-Westend im Fürstenbrunner Weg 69–77; außerdem an der Friedrich-Bergius-Oberschule an dem nach ihm benannten Perelsplatz in Berlin-Friedenau.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Friedrich Justus Perels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Joachim Fest: Staatsstreich. Der Lange Weg zum 20. Juli. Berlin 1994, ISBN 3-88680-539-5, S. 320.