Friedrich Tomberg

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Friedrich Tomberg (* 7. Juni 1932 in Goch am Niederrhein) ist ein deutscher Philosoph und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Tomberg wurde den 7. Juni 1932 in der niederrheinischen Stadt Goch geboren. Er studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte an den Universitäten Köln und Freiburg im Breisgau, sowie an der Freien Universität in West-Berlin. In Berlin vermutlich Schüler Wilhelm Weischedels, eines Schülers Martin Heideggers, der 1953 einen Ruf als Professor für Philosophie an die Freie Universität erhielt. Er promovierte an der Freien Universität 1963 mit einer Arbeit über „Nachahmung als Prinzip der Kunst“.

Fachliches und politisches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1968 war Tomberg Redakteur der Zeitschrift „Das Argument“. Tomberg war laut Hannes Schwenger mit seiner Studie über Basis und Überbau ein Idol der West-Berliner Studentenbewegung.[1]

Von 1974 bis 1979 war er Professor der Philosophie an der Pädagogischen Hochschule in West-Berlin. 1979 wurde er zum Professor für Geschichte der Philosophie mit Schwerpunkt auf der gegenwärtigen nichtmarxistischen Philosophie an die Universität Jena berufen. Nach Auskunft eines übergelaufenen Oberleutnant des Ministeriums für Staatssicherheit, Werner Stiller, wurde er seit 1975 als Agent geführt. Er selbst bestreitet, sich jemals als "IM" verpflichtet zu haben. Von 1987 bis 1992 war er Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften der DDR in Ost-Berlin und wurde dort nach der Wende zum Leiter der Abteilung Geschichte der Philosophie im Zentralinstitut für Philosophie gewählt.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nachahmung als Prinzip der Kunst. Berlin 1963, 134 S., Diss. Freie Univ. Berlin, Berlin 1963.
  • Mimesis der Praxis und abstrakte Kunst. Ein Versuch über die Mimesistheorie. Soziologische Essays. o. Bd. Neuwied 1968. 110 S.
  • Basis und Überbau. Sozialphilosophische Studien. Soziologische Essays. o. Bd. Neuwied 1969. 182 S. – 2., durchges. Aufl. 1974. Sammlung Luchterhand. Bd. 140. Darmstadt 1974. 206 S.
  • Polis und Nationalstaat. Eine vergleichende Überbauanalyse im Anschluß an Aristoteles. Sammlung Luchterhand. Bd. 93. Darmstadt 1973. 282 S.
  • Bürgerliche Wissenschaft. Begriff, Geschichte, Kritik. Fischer Taschenbuch. Bücher des Wissens. Bd. 6215. Frankfurt Main 1973. 196 S.
  • Politische Ästhetik. Vorträge und Aufsätze. Sammlung Luchterhand. Bd. 104. Darmstadt 1973. 170 S.
  • Begreifendes Denken. Studien zur Entwicklung von Materialismus und Dialektik. Studien zur Dialektik. o. Bd. Köln 1986. 258 S.
  • Habermas und der Marxismus. Zur Aktualität einer Rekonstruktion des historischen Materialismus. Würzburg 2003. 436 S.
  • Weltordnungsvisionen im deutschen Widerstand. Kreisauer Kreis und Moltke – Goerdeler-Gruppe – Stauffenbergs weltanschauliche Motivation. Geschichtswissenschaft. Bd. 1. Berlin 2005. 212 S.
  • Das Christentum in Hitlers Weltanschauung. München 2012. 206 S.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michaela Alth: Erwiderung auf Tombergs Kritik an Adorno. In: Das Argument. Band 30, 1964, S. 156–158.
  • Martin Bauer: Vier Bücher. Friedrich Tomberg erklärt Habermas. [Rezensionsnotiz zu:] Friedrich Tomberg: Habermas und der Marxismus. Zur Aktualität einer Rekonstruktion des historischen Materialismus. Würzburg 2003. In: Süddeutsche Zeitung. 21. Juli 2003.
  • Udo Kern: Rezension: Friedrich Tomberg, Habermas und der Marxismus. Zur Aktualität einer Rekonstruktion des historischen Materialismus, Würzburg 2003. In: Theologische Literaturzeitung. Band 128, 2005, S. 1228–1231.
  • Werner Stiller: Der Agent. Mein Leben in drei Geheimdiensten, Berlin 2010, S. 162 (auf der Grundlage eines Berichts der HA II der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS, 23. April 1979)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Tagesspiegel über Tombergs Flucht in die DDR