Friedrich zu Limburg-Stirum

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Friedrich Wilhelm Graf zu Limburg-Stirum (* 6. August 1835 in Den Haag, Niederlande; † 27. Oktober 1912 in Groß-Peterwitz) war ein deutscher Diplomat, Politiker und Staatssekretär im Auswärtigen Amt des Deutschen Kaiserreichs.

Leben[Bearbeiten]

Er war zunächst Gesandter und Stellvertretender Staatssekretär im Auswärtigen Amt als er im September 1880 als Nachfolger von Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst kommissarischer Staatssekretär des Auswärtigen Amtes wurde. Dieses Amt übte er bis zu seiner Ablösung durch Clemens Busch am 25. Juni 1881 aus.

Im Februar 1892 kam es zu einer Affäre um ihn. Er wurde auf Veranlassung des damaligen Reichskanzlers Leo von Caprivi aus dem Staatsdienst entlassen und verlor alle seine Pensionsansprüche, weil er im Dezember 1891 einen kritischen Artikel zu dem österreichischen Handelsvertrag veröffentlichen ließ, worin er dessen politische Notwendigkeit bestritt und dem Staat vorwarf, die Deutsch-Konservative Partei (DKP) für ihre bisherige Loyalität ungerecht zu behandeln.

1898 bis 1907 war er als Vertreter der DKP Mitglied des Reichstages (MdR).[1]

1904 wurde ihm der Ehrendoktortitel der Rechtswissenschaften (LL.D.) der University of Wisconsin-Madison verliehen.[2]

Er war ab 1854 Mitglied und später Ehrenmitglied des Corps Borussia Bonn.[3]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Aus der konservativen Politik der Jahre 1890/1905. Grundsätze und politische Motive nach den Reden des Vorsitzenden der Konservativen Fraktion des Abgeordneten-Hauses und Mitgliedes des Reichstages Grafen zu Limburg-Stirum (= Beiträge zu konservativer Politik und Weltanschauung. H. 3, ZDB-ID 1005484-4). Kärner-Verlag, Berlin 1921.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Mann: Biographisches Handbuch für das preußische Abgeordnetenhaus. 1867–1918 (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der Politischen Parteien. Bd. 3). Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage. Carl Heymann, Berlin 1904, S. 71.
  2. Recipients of Honorary Degrees Conferred by the UW-Madison
  3. Kösener Korps-Listen 1910, 19, 340