Fritz Rang

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Fritz Rang (* 9. April 1899 in Grottau/Böhmen; † unbekannt) war im nationalsozialistischen Deutschen Reich SS-Standartenführer und Kriminaldirektor, Leiter der Amtsgruppe C des Amtes IV (Gestapo) im Reichssicherheitshauptamt.

Herkunft und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ersten Weltkrieg nahm Rang als Soldat teil, um anschließend 1919/20 dem Freikorps Epp beizutreten. Ab 1922/23 war er Mitglied in der paramilitärischen Organisation Stahlhelm. Er studierte Landwirtschaft sowie Naturwissenschaften und wurde 1931 zum Dr. phil. promoviert.[1] Er wurde nach entsprechenden praktischen Erfahrungen im Oktober 1932 Landesbauernführer in Oldenburg/Niedersachsen sowie Geschäftsführer des Amtes für Agrarpolitik im NSDAP-Gau Weser-Ems. Im April 1933 wurde er mit der Nummer 1.366.023 Mitglied der NSDAP. In die SS wurde er mit der Mitglieds-Nr. 122.074 aufgenommen.

Beim Sicherheitsdienst der SS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine politischen Ambitionen führten ihn im Januar 1934 zum Leiter der Presseabteilung im Hauptamt des Sicherheitsdienstes der SS. Als ihn in dieser Funktion Dr. Franz Six ablöste, wechselte Dr. Rang ins Amt der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), wo er ebenfalls für die Pressearbeit zuständig war.

In einem Schreiben vom 16. Dezember 1936 an den Präsidenten der Reichsschrifttumskammer teilte Dr. Rang mit:

„Ich habe sämtliche Staatspolizeileitstellen im Reichsgebiet angewiesen, auftauchende Exemplare der Werke Thomas Manns polizeilich zu beschlagnahmen und einzuziehen.“[2]

Vom Oktober 1939 bis Januar 1940 leitete er die Staatspolizeistelle Zichenau in Polen.

Im Reichssicherheitshauptamt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Geschäftsverteilungsplan des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) vom März 1941 war Rang als SS-Sturmbannführer und Regierungsrat Chef der Amtsgruppe IV C (Karteiwesen). Durch die Umorganisation des RSHA im März 1944 wurde er – zwischenzeitlich SS-Standartenführer und Kriminaldirektor – als Leiter des Referates IV B 3 (Südgebiete) geführt. Er war auch Mitglied einer noch in der Nacht des 20. Juli 1944 gebildeten Sonderkommission des RSHA, die von Gestapochef Heinrich Müller geleitet wurde und mit der Ermittlung der Widerstandsgruppe um den Hitler-Attentäter Stauffenberg beauftragt war.

Der Verbleib von Fritz Rang nach Kriegsende ist unbekannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Wildt: Generation des Unbedingten. Das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes, Hamburger Edition, Hamburg 2002, ISBN 3-930908-75-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner Schroeder: „... eine Fundgrube der Schrifttumsinformation“. Die Leipziger „Arbeitsstelle für Schrifttumsbearbeitung beim Sicherheitshauptamt (SD)“ und die „SD-Verbindungsstelle an der deutschen Bücherei“. In: Monika Gibas (Hrsg.): „Arisierung“ in Leipzig. Annäherung an ein lange verdrängtes Kapitel der Stadtgeschichte der Jahre 1933 bis 1945., Leipzig 2007, S. 117.
  2. Zitat bei Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 479.