Funiculì, Funiculà

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Standseilbahn am Vesuv. Stereofoto von Giorgio Sommer.

Funiculì, Funiculà [funikuˈli funikuˈla] ist ein volkstümlich gehaltenes Lied in Neapolitanisch aus dem Jahr 1880, das aus Anlass der Eröffnung der Standseilbahn auf den Vesuv komponiert wurde. Es ist das Produkt einer Zusammenarbeit des Textdichters Peppino Turco und des Komponisten Luigi Denza. Diese Standseilbahn wurde 1944 beim Ausbruch des Vesuvs völlig zerstört, das Lied aber lebt bis heute erfolgreich als klassischer Evergreen weiter.

Text[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wortspiel funiculì, funiculà aus funiculare 'Standseilbahn' und aus den Ortsadverbien 'da' und 'dort' bedeutet in etwa: „Seilbahn da, Seilbahn dort“, „Seilbahn oben, Seilbahn unten“ oder „Seilbahn rauf, Seilbahn runter“.[1] Der Text (in neapolitanischer Mundart) besteht aus einem Werbeappell des Sängers an seine Giovanna, mit der Standseilbahn die Spitze des Vesuvs zu besuchen, die weite Aussicht, bis nach Frankreich und Spanien, zu genießen und ihn zu heiraten. Er lautet im Original:

Aieressera, oì Nanninè, me ne sagliette,
tu saie addò tu saie addò
Addò ’stu core ’ngrato cchiù dispietto
Farme nun pò!
Addò lo fuoco coce, ma si fuie
te lassa sta!
E nun te corre appriesso, nun te struie
sulo a guardà.
Jamme, jamme ’ncoppa, jamme jà,
funiculì, funiculà!

Nè, jamme da la terra a la montagna! no passo nc’è!
Se vede Francia, Proceta e la Spagna …
Io veco a tte!
Tirato co la fune, diritto ’nfatto,
’ncielo se va.
Se va comm’ ’à lu viento a l’intrasatto, guè, saglie sà!
Jamme, jamme ’ncoppa, jamme jà,
funiculì, funiculà!

Se n’ ’è sagliuta, oì Nè, se n’ ’è sagliuta, la capa già!
È gghiuta, pò è turnata, pò è venuta,
sta sempe ccà!
La capa vota, vota, attuorno, attuorno,
attuorno a tte!
Sto core canta sempe
nu taluorno
Sposamme, oì Nè!
Jamme, jamme ’ncoppa, jamme jà,
funiculì, funiculà!

Bearbeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die populäre Melodie wurde 1885/86 von Richard Strauss in seiner sinfonischen Dichtung Aus Italien verarbeitet,[2] was angeblich zu einem Rechtsstreit mit dem Komponisten führte, archivalisch aber nicht belegt ist. Das Hauptmotiv wurde unter anderem 1907 von Nikolai Rimski-Korsakow im Neapolitanischen Lied und 1909 von Alfredo Casella in der Orchestersuite Italia zitiert.

Die Münchener Dixieband Hot Dogs veröffentlichte in den 1970er Jahren eine Coverversion des Liedes auf den Nonsens-Text „Schaug hi, da liegt a toter Fisch im Wasser“.[3][4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Portanapoli: Funiculì, Funiculà.
  2. Barbara Delcker: „Aus Italien. Sinfonische Fantasie G-Dur op. 16“. In: Wulf Konold (Hrsg.): Lexikon Orchestermusik Romantik. Bd. 3: S–Z (= Serie Piper 8228). Schott/Piper, Mainz/München 1989, ISBN 3-7957-8228-7, S. 890 – 892.
  3. „Schaug hi, da liegt a toter Fisch im Wasser“ bei hitparade.ch, abgerufen am 9. Juni 2014.
  4. „Schaug hi, da liegt a toter Fisch im Wasser“ bei last.fm, abgerufen am 9. Juni 2014.