Mickie Krause

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Mickie Krause, 2012
Mickie Krause, 2016

Mickie Krause (* 21. Juni 1970 als Michael Engels in Wettringen) ist ein deutscher Schlagersänger und Entertainer. Seinen Durchbruch hatte er 1999 mit dem Lied 10 nackte Friseusen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mickie Krause, der eigenen Angaben nach weder ein Instrument spielen noch Noten lesen kann,[1] war in seiner Jugend Sänger einer Schulband[2] und Gruppenleiter bei der katholischen Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg.[3] Im Alter von 15 Jahren wurde er zum Bravo-Boy gewählt.[4] Nach der Schulzeit machte er zwei Ausbildungen, zum Textilveredler[5] und zum Jugend- und Heimerzieher.[6]

Politisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Chemnitzer Ausschreitungen bedauerte Krause, dass „ein Toter von Rechtsradikalen und Neonazis instrumentalisiert und ausgenutzt wird, auf die Straße gehen zu können.“ Er würde bei einem Konzert gegen rechts auftreten, denn „[a]uch wir Schlager- und Stimmungssänger sollten Flagge zeigen gegen Ausländerfeindlichkeit und rechtsextreme Gewalt.“[7]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 lernte Mickie Krause seine heutige Frau Uschi kennen, der er 2009 das Lied Nichts reimt sich auf Uschi! (Das halbfertige Lied) widmete.[8] Nach zehn Jahren Liaison heiratete das Paar.[9] Aus der Ehe entstammen drei Töchter und ein Sohn.[10] Die Familie lebt in Wettringen. Krause besitzt ein Haus auf Mallorca.[11]

Im Februar 2022 wurde bei Krause in der VOX-Show Showtime of my Life – Stars gegen Krebs Blasenkrebs diagnostiziert.[12][13]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge und erste Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1990er Jahren war Krause Warm-Upper bei Birte Karalus, Oliver Geissen und Hans Meiser.[14] Außerdem war er Sänger der Schlagerband Erika Rehbein und das Schlagerkarussell.[15]

Seine erste Single Anita erschien 1998 auf dem Label Ladyland der Firma Dance Street Records, die ihn damit auch im selben Jahr nach Mallorca ins Riu Palace brachten. Seit 1999 trat er dort regelmäßig in der Diskothek an der Platja de Palma auf Mallorca auf und gehört in der Hauptsaison ebenso wie Jürgen Drews zu den erfolgreichsten Akteuren der Szene. In der Wintersaison hat er zahlreiche Auftritte bei Après-Ski-Partys in den dafür bekannten Wintersportorten sowie auf Mallorca-Partys in ganz Deutschland. Eines seiner Markenzeichen ist eine Langhaarperücke, mit der er sein Privatleben schützen will.[11]

Durchbruch und weitere Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 hatte Krause mit dem Lied 10 nackte Friseusen seinen Durchbruch. Diese und weitere Singles schafften den Sprung in die deutschen Hitparaden. Die Texte von Krauses Liedern stammen zum größten Teil von Klaus Schulze-Welberg unter dem Pseudonym „Amaretto“.[16][17][18]

2003 kam Krauses zweites Studioalbum Krause Alarm – Das beste Partyalbum der Welt heraus, auf dem seine späteren Ballermann-Hits wie Geh doch zu Hause, du alte Scheiße! und Reiß die Hütte ab enthalten sind. Sein 2007 veröffentlichtes Album Vom Mund in die Orgel beinhaltet Einspielungen gängiger Mundorgel-Klassiker. Der Titel der ersten Singleauskopplung aus diesem Album, Finger im Po, Mexiko, geht auf einen Text von Max Goldt zurück.[19] Der mexikanische Botschafter in Deutschland Jorge Castro-Valle Kuehne beschwerte sich über das Lied bei Krauses Plattenfirma EMI: „Wie Sie sicher verstehen werden, hat der Titel unter den Mitgliedern der in Deutschland lebenden mexikanischen Gemeinde große Empörung hervorgerufen, die zu Recht darüber verärgert sind, dass der Name Mexikos auf eine derart respektlose und vulgäre Weise verwendet wird.“ Das Lied seiner fünften Single, Zeig doch mal die Möpse, geschrieben für eine hohe Stimmlage, kann er nach zwei Stimmbandoperationen nicht mehr in der Originalversion singen.[20]

Krause arbeitet seit vielen Jahren mit den Produzenten von Xtreme Sound und mit Hermann Niesig zusammen.[21]

Fernsehauftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 wirkte Krause in der deutschen Koch-Castingshow Hell’s Kitchen (Sat.1) mit. Im März 2015 nahm er im „Deutschland 2“-4er-Wok von Elton an der TV Total Wok-WM 2015 teil. 2021 nahm er an der 14. Staffel von Let's Dance teil. Er schied mit seiner Tanzpartnerin Malika Dzumaev in Folge 6 aus.[22] 2022 nahm er an der VOX-Show Showtime of my Life – Stars gegen Krebs teil.

Stil und Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krauses Lieder sind Partymusik. Oftmals verwendet er die Melodien bekannter Klassiker und Oldies, die mit neuen Texten versehen wurden. Supa Deutschland beispielsweise enthielt Motive aus Guantanamera, Orange trägt nur die Müllabfuhr basiert auf Go West von den Village People, Ich glaub hier ist doch wieder Alkohol im Spiel verwendete stellenweise die Melodie von John Brown's Body, und Jan Pillemann Otze die von Was wollen wir trinken. Ich bin solo basiert auf dem Hit Sailing von Rod Stewart.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Vorwurf, seine Texte seien sexistisch und anzüglich, wies er 2011 zurück: „Sie sind vielmehr doppeldeutig und immer ganz knapp oberhalb der Gürtellinie. […] Intellektuelle, die tiefgreifende Texte hören wollen, sollen zu einem Konzert von Herbert Grönemeyer gehen.“[23] Über seine musikalische Entwicklung sagte er 2014: „Ich bin ja nicht mehr dieser Schmuddelsänger von 1998, ‚Zehn nackte Frisösen‘, ‚Zeig doch mal die Möpse‘, sondern habe mich in den letzten Jahren mit ‚Nur noch Schuhe an‘ oder ‚Schatzi, schenk mir ein Foto‘ auch musikalisch weiterentwickelt, einem noch größeren Publikum geöffnet und bin kompatibler und erwachsener geworden.“[11]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH
2001 OK…Folgendes – Meine größten Erfolge Teil 2 DE85
(2 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 5. Januar 2001
2003 Krause Alarm – Das beste Partyalbum der Welt DE76
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 13. Juni 2003
2006 Wie Blei in den Regalen DE56
(3 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 28. Juli 2006
2007 Vom Mund in die Orgel –
Mickie Krause singt die schönsten Fahrten- und Wanderlieder!
DE74
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 27. Juli 2007
2010 Entscheidung auf Mallorca DE70
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 30. Juli 2010
2012 Eins plus wie immer DE30
(2 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 17. August 2012
2014 Ein Wort sagt mehr als 1000 Bilder DE27
(2 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 30. Mai 2014
2016 Duette
Erstveröffentlichung: 21. Oktober 2016

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ballermann-Award
    • 2007
    • 2011: in der Kategorie „Bester Live-Act“
    • 2013: in der Kategorie „Bester Live-Act“
    • 2018: in der Kategorie „Sonder-Award der Medien 20 Jahre“
    • 2019: in der Kategorie „Beste Live Show“[24]
  • Smago! Award
    • 2021: für „Erfolgreichster deutscher Partyschlager- und Stimmungssänger + Erfolgreichster Megapark-Künstler aller Zeiten“[25]
  • 2019: Bester Partyact 2018 – Publikumspreis von Schlager.de[26]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mickie Krause – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mickie Krause: Heute Partylegende auf Mallorca, früher Pfadfinder im Münsterland. (Memento vom 8. August 2014 im Internet Archive) mallorca-blog.de. 5. Oktober 2013, abgerufen am 14. April 2016.
  2. Interviews: Mickie Krause. partyfans.com. 6. Dezember 2003. Abgerufen am 14. April 2016.
  3. Martina Schubert: Mickie Krause: „Leben baut auf Glauben auf“. Pro - Christliches Medienmagazin. 30. Oktober 2015, abgerufen am 14. April 2016.
  4. Mickie Krause klopft an die Himmelstür. citybeat.de. 5. Juni 2002, abgerufen am 14. April 2016.
  5. Lilian Schmitz: Wie feiern die Deutschen, Mickie Krause? wer-ist-thomas-mueller.de. Abgerufen am 14. April 2016.
  6. Uwe Wahlbrink: Schlagerstar Mickie Krause dirigiert Schüler im Genokolleg. Schatzi und die nackten Friseusen. Westfälische Nachrichten. 17. Mai 2013, abgerufen am 14. April 2016.
  7. Stimmen gegen Nazi-Stimmungsmache: Musi gegen rechts. www.taz.de, 7. September 2018
  8. Mickie Krause – Nichts reimt sich auf Uschi! (Das halbfertige Lied) bei hitparade.ch. Abgerufen am 24. Februar 2020.
  9. Mickie Krause in Punkt 12 vom 9. Juli 2021
  10. Der erste Sohn. Mickie Krause ist wieder Vater geworden. T-online.de. 1. Oktober 2015, abgerufen am 14. April 2016.
  11. a b c Anne Koslowski: Mickie Krause am 16. August bei großer Schlagerparty. „Trotzdem liebe ich diesen Job“. Westfälische Nachrichten. 29. Juli 2014, abgerufen am 14. April 2016.
  12. Party-Sänger Mickie Krause ist an Blasenkrebs erkrankt. In: allgaeuer-zeitung.de. 9. Februar 2022, abgerufen am 9. Februar 2022.
  13. Linda Giere: Mickie Krause: Größter Wunsch nach Krebs-Diagnose – „Dass ich meine Töchter noch zum Altar führe“. In: derwesten.de. 5. Mai 2022, abgerufen am 5. Mai 2022.
  14. Bonnticket TV-Folge 40 (Mickie Krause). (Memento vom 11. August 2014 im Internet Archive) Vimeo. 1. Februar 2013, abgerufen am 14. April 2016.
  15. Mickie Krause 1997 mit „Erika Rehbein und das Schlagerkarussell“. YouTube. 12. September 2011, abgerufen am 14. April 2016.
  16. Mickie Krause. Für geistreiche Texte ist Amaretto zuständig. (Memento vom 22. Februar 2016 im Internet Archive) DerWesten.de. 21. Februar 2013.
  17. Klaus Schulze Welberg auf hitparade.ch. Abgerufen am 2. Dezember 2018.
  18. Dieser Mann macht „Paaaarty“. Westfalen-Blatt. 19. Dezember 2019, abgerufen am 25. November 2020.
  19. Max Goldt, Okay Mutter, ich nehme die Mittagsmaschine. Beste Kolumnen. Zürich 1999. S. 423.
  20. Charlotte Steenken: Mickey Krause im Interview über Sexiness, zehn nackte Friseusen und seine Kinder. „Alkohol spielt eine sehr große Rolle“. kreiszeitung.de. 4. November 2016, abgerufen am 14. April 2016.
  21. Hermann Niesig (Memento vom 14. April 2016 im Internet Archive) auf schedlermusic.com. Abgerufen am 14. April 2016.
  22. Mickie Krause tanzt bei Let’s Dance
  23. Bianca Flachenecker: Interview. „Man muss geboren sein für diesen Job“. Augsburger Allgemeine. 10. März 2011, abgerufen am 14. April 2016.
  24. Nicole Werner: Event-Bericht: Das war der Ballermann Award 2019. (Nicht mehr online verfügbar.) popschlager-aktuell.com, 27. März 2019, ehemals im Original; abgerufen am 8. Mai 2019.@1@2Vorlage:Toter Link/www.popschlager-aktuell.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  25. smago! top-exklusiv: Die Preisträger*innen mit den vollständigen Award-Kategorien! In: smago.de. 13. Juni 2021, abgerufen am 3. November 2021.
  26. Schlager.de-Voting: DAS sind EURE Gewinner!