Görtschitz

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Görtschitz
Kraftwerk an der Görtschitz in Eberstein

Kraftwerk an der Görtschitz in Eberstein

Daten
Lage Kärnten, Österreich
Flusssystem Donau
Abfluss über Gurk → Drau → Donau → Schwarzes Meer
Ursprung In Hüttenberg durch Zusammenfluss von Hörfeldbach und Mosinzbach
46° 56′ 18″ N, 14° 32′ 54″ O
Quellhöhe 783 m ü. A.[1]
Mündung Bei Brückl in die GurkKoordinaten: 46° 44′ 54″ N, 14° 31′ 40″ O
46° 44′ 54″ N, 14° 31′ 40″ O
Mündungshöhe 498 m ü. A.
Höhenunterschied 285 m
Länge 26,8 km[1]
Einzugsgebiet 314,6 km²[2]

Abfluss am Pegel Brückl[3]
AEo: 315,6 km²
Lage: 1,3 km oberhalb der Mündung
NNQ (28.01.1976)
MNQ 1951–2011
MQ 1951–2011
Mq 1951–2011
MHQ 1951–2011
HHQ (02.08.1965)
580 l/s
1,67 m³/s
3,77 m³/s
11,9 l/(s km²)
19,5 m³/s
51 m³/s
Gemeinden Hüttenberg, Eberstein, Klein Sankt Paul, Brückl

Die Görtschitz ist ein linker Seitenfluss der Gurk in Kärnten. Der Name leitet sich vom slowenischen Krčica ab und bedeutet kleine Gurk.

Die Görtschitz entsteht im Ortsgebiet von Hüttenberg durch den Zusammenfluss von Hörfeldbach (oder Steirerbach) und Mosinzbach. Ersterer entwässert das Hörfeldmoor, ein Naturschutzgebiet (Ramsar-Konvention). Unterhalb von Hüttenberg fließt die Görtschitz durch ein enges Tal, das sich erst bei Mösel aufweitet. Bei Brückl mündet sie in 498 m Seehöhe in die Gurk. Sie bildet auf der gesamten Länge das Görtschitztal und nimmt von links die von der Saualpe kommenden Bäche (z. B. Löllinger Bach) auf, rechts die Bäche vom wesentlich niedrigeren Brückler und Guttaringer Bergland.

Das Abflussregime der Görtschitz ist herbst-nival, sie besitzt zwei Maxima im späten Frühling und im Herbst. Das Einzugsgebiet umfasst rund 315 km². An der Mündung beträgt die Mittlere Wasserführung 3,8 m³/s. Die Görtschitz ist nur mäßig verunreinigt und besitzt die Güteklasse I-II. Der ökomorphologische Zustand kann mit Ausnahme der Ortsbereiche von Hüttenberg, Klein St. Paul und Brückl als wenig beeinträchtigt bezeichnet werden.

In der Görtschitz kommen hauptsächlich Bachforellen vor.

Auftreten von Hexachlorbenzol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medial bekannt wurde das Görtschitztal November 2014, als in Lebensmitteln und Böden der Schadstoff Hexachlorbenzol (HCB) in so relevanten Mengen gefunden wurden, dass Milch, Fleisch, Gemüse, Wild zurückgerufen und Heu entsorgt wurde. Als vermutete Ursache wird ein Zementwerk genannt, das bewilligt Blaukalk, der auf einer Deponie mit HCB verunreinigt worden war, brannte um ihn zu entsorgen und zu verwerten.[4]

Funde aus der Kupferzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Suche nach zwei in einer römerzeitlichen Straßenkarte eingezeichneten Orten Noreia wurden von Gottfried Wernig vom Hobbyarchäologenverein Arge Noreia 2016 am Kirchberg im Görtschitztal 1 kg Keramikteile gefunden, die mit 3.500 v. Chr. in die Kupferzeit datiert wurden. Die Anlage von Terrassen im Gelände weist auf Besiedlung hin.[5][6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b KAGIS – Kärnten Atlas
  2. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Flächenverzeichnis der österreichischen Flussgebiete: Draugebiet. Beiträge zur Hydrographie Österreichs, Heft Nr. 59, Wien 2011, S. 78 (PDF; 3,7 MB)
  3. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2011. 119. Band, Wien 2013, S. OG 349 (PDF; 14,5 MB)
  4. http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/oesterreich/kaernten/4608252/HCB-im-Gortschitztal-Zugekauftes-Futter-macht-Milch-unauffaellig (Memento vom 4. Dezember 2014 im Internet Archive) HCB im Görtschitztal - Zugekauftes Futter macht Milch unauffällig, Wirtschaftsblatt, 30. November 2014, abgerufen 19. Dezember 2014
  5. http://kaernten.orf.at/news/stories/2778998/ Görtschitztal: 5.500 Jahre alte Siedlung entdeckt, orf.at, 8. Juni 2016, abgerufen 8. Juni 2016.
  6. http://kaernten.orf.at/news/stories/2762590/ Vom HCB-Skandal zum „Tal der Könige“, 13. März 2016, abgerufen 8. Juni 2016.