Brückl

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Marktgemeinde
Brückl
Wappen Österreichkarte
Wappen von Brückl
Brückl (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: St. Veit an der Glan
Kfz-Kennzeichen: SV
Fläche: 46,63 km²
Koordinaten: 46° 45′ N, 14° 32′ OKoordinaten: 46° 45′ 11″ N, 14° 32′ 9″ O
Höhe: 510 m ü. A.
Einwohner: 2.719 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 58 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9371
Vorwahlen: 0 42 14
Gemeindekennziffer: 2 05 02
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Marktplatz 1
9371 Brückl
Website: www.brueckl.gv.at/
Politik
Bürgermeister: Harald Tellian (Alle)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(19 Mitglieder)
7
7
4
1
Insgesamt 19 Sitze
  • SPÖ: 7
  • ALLE: 7
  • ÖVP: 4
  • FLB: 1
Lage von Brückl im Bezirk St. Veit an der Glan
AlthofenBrücklDeutsch-GriffenEbersteinFrauensteinFriesachGlödnitzGurkGuttaringHüttenberg (Kärnten)Kappel am KrappfeldKlein Sankt PaulLiebenfelsMetnitzMicheldorfMölblingSankt Georgen am LängseeSankt Veit an der GlanStraßburgWeitensfeld im GurktalKärntenLage der Gemeinde Brückl im Bezirk Sankt Veit an der Glan (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Brückl, gesehen vom Johannserberg
Brückl, gesehen vom Johannserberg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Brückler Hauptplatz mit Brunnen
Pfarrkirche hl. Johannes der Täufer

Brückl (slowenisch Mostič) ist eine Marktgemeinde mit 2719 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022) im Bezirk Sankt Veit an der Glan in Kärnten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Brückl liegt an der Mündung der Görtschitz in die Gurk, zwischen Magdalensberg und Saualpe. Das Gemeindegebiet erstreckt sich im Osten des Marktes auf die Saualpe, im Süden entlang der Gurk und auf den Hügeln des Magdalensberges.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katastralgemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde ist in die fünf Katastralgemeinden Brückl, Johannserberg, Labegg, St. Filippen und Schmieddorf gegliedert.

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 20 Ortschaften (in Klammern die traditionellen/historischen slowenischen Ortsnamen[1] sowie die Einwohnerzahlen Stand 1. Jänner 2022[2]):

Zählsprengel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wird für statistische Zwecke in die Zählsprengel 000 Brückl-Schmieddorf (umfasst die Ortschaften Brückl und Schmieddorf) und 001 Brückl-Umgebung (umfasst alle anderen Ortschaften der Gemeinde) unterteilt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Georgen am Längsee Eberstein
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Diex
Magdalensberg Poggersdorf Völkermarkt

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodenfunde (Waffen, Statuen, Münzen) auf dem heutigen Gemeindegebiet weisen auf die Existenz von Römern hin, im Pfarrhof im Hauptort Brückl ist ein spätantikes Relief mit vier Brustbildern (Doppelgrabstein) eingemauert. Die älteste urkundliche Nennung der Gegend um Brückl stammt aus dem Jahr 831, als Ludwig der Deutsche diesen Landstrich dem Erzstift Salzburg schenkte. 927 wurde die Kirche St. Lorenzen oberhalb von Brückl erstmals erwähnt.

Der heutige Hauptort Brückl hieß bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts Görtschitz oder Görtschach und war eine Enklave des Bistums Lavant und Mautstelle. 1548 wurde er nach dem Patrozinium der Pfarrkirche und nach einer Brücke über die Görtschitz St. Johann am Brückl genannt, und das wurde bei Gründung der Ortsgemeinden Mitte des 19. Jahrhunderts auch der Name der Gemeinde, bis der Name 1915 auf Brückl reduziert wurde. 1865 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde St. Filippen aufgelöst und an die Gemeinde Brückl angeschlossen. Zugleich wurde die Katastralgemeinde St. Walburgen, die bis dahin zur Gemeinde Eberstein gehört hatte, an die Gemeinde Brückl angeschlossen. Doch 1887 kam St. Walburgen wieder zurück an die Gemeinde Eberstein.

Ab dem Spätmittelalter gab es an der Stelle des heutigen Kettenwerkes ein Hammerwerk, das Eisenerz aus Hüttenberg verarbeitete und 1838 in ein Eisengusswerk mit einem Maschinenkonstruktionsbüro umgewandelt wurde. Das 1869 gegründete Kettenwerk war Hauptlieferant der k. u. k. Marine, während die Maschinenfabrikation 1886 eingestellt wurde. Im 20. Jahrhundert siedelte sich außerdem die chemische Industrie in Brückl an.

1963 erhielt Brückl das Recht zur Führung der Bezeichnung Marktgemeinde. 1973 wurde ein kleines Gebiet um den Hof Wordianz, das zuvor zur Gemeinde Waisenberg gehört hatte, an die Gemeinde Brückl angeschlossen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Brückl

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Brückl befinden sich mit dem Kettenwerk Brückl und der Donau Chemie zwei größere Industriebetriebe. In der Gemeinde gibt es 639 Arbeitsplätze (2001) und 113 landwirtschaftliche Betriebe (1999).

Weitere mittelgroße Betriebe der Marktgemeinde sind: Alois Markolin GmbH, Robitsch Obst&Gemüse/Kärnten Taufrisch, sowie Waldverband Kärnten GmbH.

Durch die Übernahme der Klagenfurter Senf-Manufaktur Wenger Senf durch die Familie Robitsch, wird das 2022 fertiggestellte Kompetenzzentrum für Obst und Gemüse um die Produktion von Senfprodukten erweitert.[3]

Seit 1926 befindet sich die Altlast „Kalkdeponie Brückl I/II“, eine ehemalige Betriebsdeponie der Donau Chemie, in der ca. 230.000 m³ durch Chlorkohlenwasserstoffe (CKW) in der Gemeinde. Im Rahmen der versuchten Bodensanierung des Geländes kam es bei der thermischen Entsorgung des Materials im Zementwerk w&p Zement der Wietersdorfer-Gruppe zum so genannten HCB-Skandal im Görtschitztal. Seit 2017 wird eine Versiegelung der Deponie durchgeführt.[4] Im Sommer 2022 wird das neu erbaute Verwaltungs- und Distributionszentrum der Donauchem GmbH in Betrieb gehen, welches um 10 Millionen Euro auf den ehemaligen Parkplätzen der Donau Chemie errichtet wird.[5]

Die Verkehrsanbindung von Brückl erfolgt über die Landesstraßen Seeberg Straße (B 82; von Brückl nach St. Veit an der Glan im Westen und nach Völkermarkt im Südosten) und Görtschitztal-Straße (B 92; von Brückl nach Klagenfurt im Südwesten und ins Görtschitztal nach Norden). Die Eisenbahnverbindung von Launsdorf über Brückl ins Görtschitztal (Görtschitztalbahn) dient nur mehr dem Güterverkehr.

Durch Brückl verläuft auch der Kärntner Mariazellerweg.

Im Rahmen einer Glasfaser-Pilotregion, wurde von der ÖGIG und BIK Kärnten 2021 eine Offensive für den flächendeckenden Ausbau von Glasfaser im Görtschitztal gestartet.[6] Brückl war im Februar 2022 die erste Gemeinde, welche eine Anschlussbereitschaft von 40 % der ortsansässigen Bevölkerung erreichte und ist damit die erste ländliche Gemeinde Kärntens, in welcher breitenwirksam Glasfaser als „Fibre-to-the-Home“ umgesetzt wird.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2021 wie folgt zusammen:[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1904–1919 Karl Scheriau (keiner Partei zugehörig)[9]
  • 1919–1925 Ulrich Mairitsch (Bauernbund)
  • 1925–1928 Alois Smuck (Bauernbund)
  • 1928–1933 Thomas Puff (Sozialdemokraten)
  • 1933–1934 Alois Smuck (Bauernbund)
  • 1934–1935 Franz Rescher (Nationaler Wirtschaftsblock und Landbund)
  • 1935–1939 Adolf Petscharnig (ÖVP)
  • 1939–1945 Karl Kraßnig (durch NSDAP-Ortsgruppe bestimmt)
  • 1945–1946 Thomas Puff (SPÖ)
  • 1946–1947 Adolf Zwesper (SPÖ)
  • 1947–1950 Josef Wedenig (SPÖ)
  • 1950–1954 Adolf Petscharnig (ÖVP)
  • 1954–1974 Franz Oman (SPÖ)
  • 1974–2015 Wolfgang Schaller (SPÖ)
  • 2015–2021 Burkhard Trummer (SPÖ)[10]
  • seit 2021 Harald Tellian (ALLE)[11]

Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl 2021[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl am 28. Februar 2021 stellen sich vier Parteien auf: Neue Volkspartei Brückl – Team Jandl, Freie Liste Brückl, Wir für Alle – Liste Harald Tellian, sowie die SPÖ Brückl.[12] Durch eine Spaltung der SPÖ Brückl in Verbindung mit der Enthebung des ehemaligen Vizebürgermeisters Harald Tellian, kam es zur Gründung der Bürgerliste Wir für Alle – Liste Harald Tellian, jener agierte zuletzt im Gemeinderat als wilder Mandatar. Die vormalige Bürgerliste ECHT wurde zur neuen Volkspartei Brückl und die FPÖ Brückl zur Freien Liste Brückl.[13]

Die Wahl wird in drei Wahlsprengeln durchgeführt: Brückl-Ost (Gemeindeamt Brückl), Brückl-West (Neue Mittelschule Brückl) und St. Filippen, Gemeinschaftshaus St. Filippen.

Das Ergebnis der Gemeinderatswahl sah wie folgt aus. Die stärkste Kraft mit 36,63 % und 597 Stimmen wurde die SPÖ, knapp gefolgt von der Bürgerliste ALLE mit 32,09 % und 523 Stimmen. Drittstärkste Kraft wurde die ÖVP mit 22,70 % und 370 Stimmen. Die FLB vormals FPÖ stürzte auf 8,59 % ab und verlor damit auch den Platz im Gemeindevorstand.

Für die Bürgermeisterstichwahl am 14. März 2021 nominierten sich Burkhard Trummer (SPÖ) und Harald Tellian (ALLE). Im ersten Wahlgang ging Tellian mit 13 Stimmen Unterschied in Führung. Die Stichwahl konnte Tellian für sich entscheiden mit 936 Stimmen und 56,32 %. Der seit 6 Jahren amtierende Bürgermeister Trummer kam auf 726 Stimmen und 43,68 %.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen at brueckl.png

Die amtliche Blasonierung des Gemeindewappens lautet: „Geteilter, oben gespaltener Schild. Oben vorn in Silber ein grüner Dreiberg, hinten in Rot zwischen silbernen Schrägrechtsbalken zwei gegeneinander ausgestreckte, blankgeharnischte Rechtsarme mit ineinander geschlossenen bloßen Händen. Unten in Silber zwei blaue Wellenbänder, von einem schwarzen Zahnrad überlegt.“[14]

Der Dreiberg spielt auf die drei das Landschaftsbild bestimmenden Berge an: Granikogel (892 m) im Norden, Grabuschgupf (1221 m) im Osten und Lippekogel (1079 m) im Süden. Das Feld mit den zwei gepanzerten Armen steht für die Grafen Christalnigg, die seit dem 15. Jahrhundert in Brückl ansässig waren und später für die örtliche Eisenverarbeitung bestimmend waren. In der unteren Schildhälfte steht das Zahnrad für die seit dem Spätmittelalter durch die Hammerwerke genutzte Wasserkraft, die beiden Wellenbalken symbolisieren die Flüsse Gurk und Görtschitz.

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 2. September 1963 verliehen. Die Fahne ist Grün-Weiß-Blau mit eingearbeitetem Wappen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Brückl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Zdovc: Slovenska krajevna imena na avstrijskem Koroškem, razširjena izdaja. Die slowenischen Ortsnamen in Kärnten (Herausgegeben von: Slovenska akademija znanosti in umetnosti, Razred za filološke in literarne vede, Razprave/Dissertationes 21), Ljubljana 2010. ISSN 0560-2920
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  3. Familie Robitsch übernimmt „Wenger Senf“. Abgerufen am 2. März 2022.
  4. Blaukalk-Deponie Brückl wird saniert. In: kaernten.orf.at. 28. März 2017, abgerufen am 22. Oktober 2017.
  5. Spatenstich für das modernste Chemikalienlager Österreichs. Abgerufen am 2. März 2022.
  6. Brückl. In: öGIG. Abgerufen am 2. März 2022 (deutsch).
  7. Brückl schafft Bestellquote für Glasfaserausbau. Abgerufen am 2. März 2022.
  8. Ergebnisse und Visualisierungen zur Gemeinderatswahl in Kärnten 2021. Abgerufen am 1. März 2021.
  9. Barbara Felsner: Brückl, wo die Görtschitz in die Gurk fließt. Hrsg.: Barbara Felsner. 1. Auflage. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 2003, ISBN 3-7084-0021-6, S. 105.
  10. Ehrenzeichen für verdiente Alt-Bürgermeister. In: ktn.gv.at. 8. Juni 2021, abgerufen am 11. Juni 2021.
  11. a b Bürgermeisterwahlstichwahl 2021. Land Kärnten, abgerufen am 7. November 2021.
  12. Von Simone Dragy | 09 00 Uhr, 13 November 2020: Wahl 2021: Die Brückler SPÖ spaltet sich schon wieder. 13. November 2020, abgerufen am 22. Februar 2021.
  13. Von Simone Dragy | 06 02 Uhr, 10 Februar 2021: Wahl 2021: Turbulenter Vierkampf in Brückl. 10. Februar 2021, abgerufen am 22. Februar 2021.
  14. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 64