Günter Bartsch

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Günter Bartsch (* 13. Februar 1927 in Neumarkt in Schlesien; † 25. Juli 2006) war ein deutscher Publizist, Journalist und Gewerkschafter. Seine Arbeit behandelte politische Themen, darunter Marxismus, Anarchismus, die Freiwirtschaftslehre nach Silvio Gesell und Rechtsradikalismus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bartsch wurde in Neumarkt Niederschlesien geboren und wuchs dort in einem Armenviertel auf.[1] Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er eine Lehre in der öffentlichen Verwaltung und schloss sie mit einem Wirtschafts- und Verwaltungsdiplom ab. 1944 und 1945 leistete er seinen Wehrdienst und nahm am 2. Weltkrieg teil.[2] 18-jährig kehrte er nach kurzer holländischer Kriegsgefangenschaft im Juli 1945 nach Deutschland zurück. In den Nachkriegsjahren war er in kaufmännischen Berufen tätig und Leiter der Gewerkschaftsjugend Im Kreis Peine.[3]

1947 wurde Bartsch Mitglied der KPD. In Peine war er von 1947 bis 1950 Stadtsekretär der KPD. Von 1948 bis Ende 1949 war er Jugendsekretär der KPD in Niedersachsen, anschließend für kurze Zeit 2. Vorsitzende der FDJ in Niedersachsen sowie Jugendredakteur der Zeitung Wahrheit.[4][3] Er wandte sich nach der Niederschlagung des Arbeiteraufstandes in der DDR vom Kommunismus ab und arbeitete nach einer mehrjährigen Tätigkeit im Bankdienst und einem Geschichtsstudium in Freiburg im Breisgau ab 1962 als freier Journalist, Schriftsteller und Zeithistoriker. In seinen Büchern und Schriften beschäftigte er sich vor allem mit gesellschaftspolitischen Themen. Zwischen 1966 und 1975 schrieb er verschiedene Aufsätze über die sozialen Bewegungen des Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus, die von der Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlicht wurden.

1975 veröffentlichte er das Buch „Revolution von Rechts“ über die „Neue Rechte“ in der Zeit nach der 68er Revolte, welches breite Aufmerksamkeit fand. Über einen geistigen Ausflug in die Anthroposophie kam er später zur Ökosophie, wurde Mitbegründer einer „Ökosophischen Weltbewegung“ und zeitweiliger Weggefährte Baldur Springmanns.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Günter Bartsch mit seiner Lebensgefährtin Helga Leihberg an der Ostsee. Dort schrieb und vollendete er eine bislang unveröffentlichte Autobiographie.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Onken: Günter Bartsch. Rundbrief Christen für gerechte Wirtschaftsordnung, Dezember 2006, S. 10/11, abgerufen am 1. Oktober 2015 (PDF).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerd-Klaus Kaltenbrunner, Adieu, ihr Städte: die Sehnsucht nach einer wohnlicheren Welt, Herder 1977, S. 190
  2. Peter Boris, Die sich lossagten: Stichworte zu Leben und Werk von 461 Exkommunisten und Dissidenten, Markus-Verlag 1983, S. 35
  3. a b Konrad Löw, Peter Eisenmann, Angelica Stoll, Betrogene Hoffnung: aus Selbstzeugnissen ehemaliger Kommunisten, Sinus-Verlag 1978, S. 127
  4. Die Neue Gesellschaft 11 (1964), S. 163