GNU IceCat

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GNU IceCat

Icecat1-300x300.svg
IceCat 38 Start Page.png
GNU IceCat 38.3.0 auf Trisquel
Basisdaten

Maintainer Gnuzilla-Team
Entwickler GNU-Projekt
Erscheinungsjahr 13. Januar 2008
Aktuelle Version 60.3.0[1]
(9. November 2018)
Betriebssystem Linux, macOS, Android, Windows
Programmiersprache C, C++, JavaScript
Kategorie Webbrowser
Lizenz MPL[2]
https://www.gnu.org/software/icecat/

GNU IceCat – früher bekannt als GNU IceWeasel[3] ist eine freie Software – mit geändertem Namen des Webbrowsers Mozilla Firefox – die durch das GNU-Projekt verteilt wird. Die Software ist mit Linux, Windows, Android und macOS kompatibel.[4] Das GNU-Projekt versucht, IceCat mit der Entwicklung von Firefox synchron zu halten, während sie nebenbei alle Markenzeichen geschützte Illustrationen entfernen. Das Projekt betreut auch eine große Liste an freien Software-Plug-ins, ergänzend dazu besitzt es ein paar zusätzliche Sicherheitsfunktionen, die der Hauptlinie des Firefox-Webbrowsers nicht angehören.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mozilla-Körperschaft besitzt die Marke "Firefox" und verweigert jegliche Nutzung des Begriffs für Varianten der Software die bestimmten Richtlinien nicht entsprechen.[5] Nur Distributionen, die die offiziellen Binärdateien nutzen, oder eine spezielle Erlaubnis haben, bewegen sich innerhalb der Richtlinien. Alle anderen müssen den Firefox-Quelltext mit einer aktivierten Kompilierzeit, die Binärdateien ohne offiziellen Warenzeichen produziert, kompilieren und entweder die mitgelieferten freien Grafiken oder eigene Grafiken nutzen.[5]

Diese Regelung führte zu einer langen Debatte mit dem Debian-Projekt in den Jahren 2004 und 2005. In dieser Debatte wurde der Name "Iceweasel" als Alternativbezeichnung für den Firefox-Browser auserkoren. Das erste Mal wurde der Name von Nathanael Norde,[6] als Alternative für Eric Dorlands Vorschlag für "Icerabbit" genannt.[7] Der Name sollte eine gewollte Parodie auf "Firefox" sein und dieser wurde anschließend als Beispielname in der Mozilla Trademark Policy genannt.[5] Der Name "iceweasel" wurde danach gemeinhin für alle weiteren Firefox-Versionen benutzt.[8]

Im August 2005 adoptierte auch das Gnuzilla-Projekt GNU IceWeasels Namen und verwendete ihn als Bezeichnung für einen umbenannten Firefox, der keine proprietären Plug-ins nutzt.[9] Die erste Gnuzilla IceWeasel Version basierte auf der Firefox-Version 1.5.0.4.[10]

Den Begriff „ice weasel“ gab es aber bereits früher und zwar schrieb diesen Matt Groening fiktiv Friedrich Nietzsche zu:

„Love is a snowmobile racing across the tundra and then suddenly it flips over, pinning you underneath. At night, the ice weasels come.“

Liebe ist, mit einem Schneemobil durch die Tundra zu rasen, doch plötzlich überschlägt es sich und du klemmst unter dem Fahrzeug fest. In der Nacht kommen die Eiswiesel.

Friedrich Nietzsche[11]

Debian hatte von Anfang an die Erlaubnis, Firefox zu verwenden. Diese Erlaubnis wurde aber von Mozilla wieder entzogen, als Debian größere Änderungen am Browser vornahm.[12][13] Debian empfand die Änderungen aber als derart wichtig und – anstatt Mozillas Richtlinien zu entsprechen – wiederbelebten sie den Namen Iceweasel.

Am 23. September 2007 verkündete einer der Gnuzilla-Entwickler, dass sich der Name in der nächsten Version von IceWeasel zu GNU IceCat ändere. Dieser Schritt wurde gegangen, um Verwechslungen mit Debians separat gepflegten Projekt des Browsers zu vermeiden.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • GNU IceCat 2 (Version 2.0.0.11-g1 wurde am 12. Januar 2008 veröffentlicht)
  • GNU IceCat 3 (23. Juli 2008)
  • GNU IceCat 4 (10. April 2011)[14]
  • GNU IceCat 5 (27. Juni 2011)[15]
  • GNU IceCat 6
  • GNU IceCat 7
  • GNU IceCat 9
  • GNU IceCat 10
  • GNU IceCat 12
  • GNU IceCat 13
  • GNU IceCat 14
  • GNU IceCat 17
  • GNU IceCat 24
  • GNU IceCat 31 (2014)[16]
  • GNU IceCat 38 (2015)[17]
  • GNU IceCat 45 (2016)[18]
  • GNU IceCat 52 (2017)[19]

Veröffentlichungen von IceCat sind meistens auf dem neuesten Stand des Mozilla Firefox Quellcodes.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GNU IceCat ist als Download für IA-32- und PowerPC-Architekturen verfügbar. Binärdateien und Quelltext sind abrufbar (allerdings gibt es die neuesten Pakete nur für Linux), auch für Mac OS X 10.4 und 10.5 ist es verfügbar. Mac-Benutzer mit diesen Versionen können es auf Mac OS X mithilfe von Fink installieren. Für Windows (ab Vista) und für Android (ab 2.3) gibt es ebenfalls ein Installationspaket.[4]

Zusätzliche Sicherheitsfunktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

IceCat enthält zusätzliche Sicherheitsfunktionen wie z. B. das Blockieren von Bilderdateien ohne Größe, die in HTTP-Cookies Dritter resultieren (auch bekannt als Zählpixel),[20] diese Funktion war zwar bereits in Firefox 1.0, 1.5 und 3.0 verfügbar, allerdings fehlte die UI-Option in 2.0[20]. GNU IceCat bietet außerdem Warnungen für Domainweiterleitungen an.[20]

In Version 3.0.2-g1 wurde das Zertifikat von CAcert (einer Zertifizierungsstelle) zur Liste der vertrauten Rootzertifikate hinzugefügt. Bedenken zu diesem Schritt wurden in einer öffentlichen Savannah-Mailingliste laut.[21]

Erweiterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lizenzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gnuzilla ist verfügbar unter der MPL/GPL/LGPL Trio-Lizenz die Mozilla für den Quelltext nutzte, anders als Mozilla sind IceCat's vorgegebene Icons ebenfalls unter derselben Trio-Lizenz.

Google Summer of Code 2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurden Empfehlungen für den Google Summer of Code 2008 gemacht, um GNU IceCat zu verbessern.[22]

Diese enthalten:

  • Portierung der Codebasis auf Firefox 3
  • Erweiterte Unterstützung freier Plugins wie z. B. Gnash
  • Änderungen an Privatsphäre-Features

Der Vorschlag, IceCat auf die Firefox-3-Codebasis zu portieren, wurde akzeptiert und von Giuseppe Scrivano durchgeführt.[23]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Freie Software – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Freie Software

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IceCat 60.3.0 release
  2. Savannah source code system: gnuzilla/icecat-latest : /toolkit/content/license.html. Archiviert vom Original am 4. Juli 2013. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bzr.savannah.gnu.org Abgerufen am 15. Mai 2013.
  3. Karl Berry: Ice Weasel. 23. September 2007. Abgerufen am 9. Dezember 2008.
  4. a b Ruben Rodriguez: IceCat 31.5.0 release. GNUzilla. 9. März 2015.
  5. a b c Mozilla Trademark Policy.
  6. Nathanael Nerode: Mozilla Firefox's icon and trademark. 27. Februar 2004. Abgerufen am 9. Dezember 2008.
  7. Eric Dorland: Mozilla Firefox's icon and trademark. 27. Dezember 2004. Abgerufen am 9. Dezember 2008.
  8. Joel Aelwyn: Mozilla and Trademarks. 1. Januar 2005. Abgerufen am 9. Dezember 2008.
  9. Gnuzilla/IceWeasel Project Application.
  10. IceWeasel 1.5.0.4 Download location.@1@2Vorlage:Toter Link/aeneas.mit.edu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  11. Matt Groening: Love Is Hell. Pantheon Books, 1986, ISBN 0-394-74454-3.
  12. Gervase Markham: Ongoing Firefox (and Thunderbird) Trademark problems. 14. Juli 2005. Abgerufen am 9. Dezember 2008.
  13. Gervase Markham: Firefox/Thunderbird trademarks: a proposal. 19. Juni 2005. Abgerufen am 9. Dezember 2008.
  14. Giuseppe Scrivano: GNU IceCat 4.0. 11. April 2011. Abgerufen am 11. April 2011.
  15. Giuseppe Scrivano: GNU IceCat 5.0. 27. Juni 2011. Abgerufen am 28. Juni 2011.
  16. GNU Icecat 31. Abgerufen am 29. November 2014.
  17. GNU Icecat 38. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  18. GNU Icecat 45. Abgerufen am 27. September 2018.
  19. GNU Icecat 52. Abgerufen am 27. September 2018.
  20. a b c Gnuzilla Homepage
  21. Karl Berry: CAcert, GNU IceCat, and savannah. 7. Oktober 2008. Abgerufen am 9. Dezember 2008.
  22. Summer of Code project suggestions for GNU. Abgerufen am 13. April 2008.
  23. Google Code - Summer of Code - Application Information. Archiviert vom Original am 21. Juni 2008. Abgerufen am 7. August 2008.