GT8-80C

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GT8-80C
Karlsruhe Albtalbahn Ittersbach.jpg
Nummerierung: 561–580, umgebaute GT6-80C: 551–560, 581–590,
Anzahl: 20 + 20 umgebaute GT6-80C
Hersteller: DUEWAG, BBC / ABB
Baujahr(e): 1989, 1991
Achsformel: B'2'2'B'
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Kupplung: 38.410 mm
Länge: 37.370 mm
Höhe: 3.405 mm
Breite: 2.650 mm
Drehzapfenabstand: 10.000/9.770/10.000 mm
Drehgestellachsstand: 2.100 mm
Leermasse: 51,2 t (551–555), 51,0 t (561–570)
Dienstmasse: 75,64 t (551–555), 75,62 t (561–570)
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Dauerleistung: 2 × 280 kW
Stromsystem: 750 Volt Gleichspannung
Stromübertragung: Oberleitung
Anzahl der Fahrmotoren: zwei
Antrieb: Gleichstrommotor
Bremse: Motorbremse, Federspeicherbremse, Magnetschienenbremse
Steuerung: Choppersteuerung
Kupplungstyp: Scharfenberg
Sitzplätze: 117
Stehplätze: 126
Fußbodenhöhe: 1.000 mm

Der GT8-80C ist ein Stadtbahnfahrzeug, das bei der DUEWAG für die Verkehrsbetriebe Karlsruhe und die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft hergestellt wurde. Es entstand auf der Basis des Fahrzeugtyps GT6-80C durch Einfügen eines zusätzlichen Mittelteils.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konstruktionsprinzip ist wie beim GT6-80C ebenfalls von dem von DUEWAG gebauten Hochflur-Stadtbahn-Fahrzeug Stadtbahnwagen Typ B abgeleitet und entspricht dem des GT6-80C. Der GT8-80C unterscheidet sich dadurch, dass er ein weiteres Mittelteil und Jakobs-Drehgestell besitzt. Er ist dadurch mit 38,41 Metern zehn Meter länger. Die Kapazität steigerte sich im Auslieferungszustand um 24 Sitz- und 33 Stehplätze auf 119 Sitzplätze und 124 Stehplätze im Gegensatz zu 94 Sitzplätzen und 91 Stehplätzen bei den GT6-80C der dritten Lieferserie. Die zwei Lieferserien unterscheiden sich durch ihre unterschiedlichen Mittelteile. Die 1989 gelieferte dritte Lieferserie erhielt ein türloses Mittelteil mit Dachrandverglasung (Panoramaabteil), Klimaanlage und Teppichboden. Die vierte Lieferserie erhielt zugunsten eines schnelleren Fahrgastwechsels ein Mittelteil mit einer Tür. Die Dachrandverglasung und die Klimaanlage entfielen bei dieser Lieferserie.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lieferung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste, 1989 gelieferte Serie bestand aus fünf Fahrzeugen mit Dachrandverglasung und war in erster Linie für den Einsatz auf der Albtalbahn und der Bahnstrecke Busenbach–Ittersbach vorgesehen. Klimaanlage, Dachrandverglasung, 2+1-Bestuhlung mit breiteren Sitzen und Teppichboden im Mittelteil sollten vor allem den Fahrgästen, die längere Strecken zurücklegen, zusätzlichen Komfort bieten. Die zweite Serie, ebenfalls aus fünf Fahrzeugen, entstand 1990 aus den GT6-80C 586–590 durch Einfügen eines Mittelteils, ebenfalls mit Dachrandverglasung. Aufgrund ihrer besonderen Fensterbauart werden diese Fahrzeuge in Karlsruhe auch als Panoramawagen bezeichnet.

Alle weiteren Fahrzeuge wurden mit einer fünften Tür im Mittelteil ohne Panoramaverglasung und Klimaanlage ausgeliefert, da sich im Einsatz zeigte, dass sich die Fahrgäste sehr ungleichmäßig im Fahrzeug verteilten. Es folgten 1991 zehn neu gebaute Fahrzeuge von DUEWAG, während 1993 und 1997 jeweils zehn Fahrzeuge durch Umbau von GT6-80C hinzukamen. Die Mittelteile lieferte ebenfalls die DUEWAG, der Einbau erfolgte in der Hauptwerkstatt der VBK.

Lieferserie Wagen Baujahr Anzahl Ausführung Umbau aus GT6-80C
3 551–555 1989 5 Dachrandverglasung, Klimaanlage
(3) 556–560 1989 5 Dachrandverglasung, Klimaanlage 1990 aus 586-590
4 561–570 1991 10 fünfte Tür
(2) 571–580 1987 10 fünfte Tür 1993 aus 531-540
(2) 581–590 1987 10 fünfte Tür 1997 aus 521-530

Umbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 551–590 – Einbau von Fahrscheinautomaten, dadurch ein Sitzplatz weniger
  • 551–590 – Einbau von Überwachungskameras
  • 560 – Einbau von Dachaufbauten für das Projekt AERO-TRAM vom Karlsruher Institut für Technologie für Messungen der
    räumlichen Variabilität der Luftqualität mittels Stadtbahn (2009).[1]
  • 565 – Nach Brandschaden vom 24. Dezember 2007 wiederhergestellt. Einbau LED-Matrixanzeigen an Front, Heck und den Seiten (2009)
  • 567 – neues KVV Farbschema
  • 570 – Weiße Sonderlackierung ICE (Für ICE-Werbung, später KVV-Werbung).
  • 581–585 – Umnummerierung: 851–855 (1990), 551–555 (1997)

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 553 – abgestellt, verschrottet
  • 554 – Nach Zusammenstoß am 9. September 2014 mit GT6-70D/N 254 verschrottet.
  • 555 – Nach Zusammenstoß im Jahre 2017 mit NET2012 351 verschrottet.
  • 556 – Nach Brand am 31. August 2012 zwischen Ostendorfplatz und Schloss Rüppurr zerstört. 2013 verschrottet.[2]
  • 557 – abgestellt, verschrottet
  • 561 – abgestellt, verschrottet
  • 562 – abgestellt, verschrottet
  • 564 – abgestellt, verschrottet
  • 574 – abgestellt, verschrottet
  • 575 – abgestellt, verschrottet
  • 576 – abgestellt, verschrottet
  • 577 – abgestellt, verschrottet
  • 578 – abgestellt, verschrottet
  • 579 – Nach Brandschaden vom 24. Dezember 2007 verschrottet (2008)
  • 584 – abgestellt, verschrottet
  • 590 – abgestellt, verschrottet

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doppeltraktion aus GT8-80C und GT6-80C auf dem Karlsruher Marktplatz

Die Fahrzeuge wurden von Beginn an bei der AVG auf der Stadtbahnlinie A (Albtalbahn, Hardtbahn) und seit 1991 auch auf der Straßenbahnlinie 2 der Verkehrsbetriebe Karlsruhe eingesetzt. Seit der Liniennetzumstellung des Jahres 1997 verkehren sie auf den Linien S1, S11 und S2. Der Einsatz erfolgt sowohl einzeln als auch in Mehrfachtraktion. Letztere sowohl untereinander sowie mit den Sechsachsern des Typs GT6-80C. Während die Fahrzeuge mit Dachrandverglasung in ihren ersten Betriebsjahren ausschließlich auf der Linie A beziehungsweise S1/S11 zum Einsatz kamen, erfolgt der Einsatz inzwischen gemischt auf allen Linien. Seit Mitte Juli 2017 werden die Fahrzeuge nach und nach durch die des Typs NET2012 ersetzt. Seit Anfang 2019 fahren die Fahrzeuge Sonntags nur noch auf sehr wenigen bis gar keinen Umläufen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 25 Jahre Stadtbahnwagen „Typ Karlsruhe“. In: Der Weichenbengel. 3, 2008, ISSN 1860-5192, S. 46–53.
  • Klaus Bindewald: Die Albtalbahn: Geschichte mit Zukunft. Von der Schmalspurbahn zur modernen Stadtbahn. verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher 1998, ISBN 3-929366-79-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kategorie GT8-80C – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website zur KIT AERO TRAM
  2. [1]