Gabriel Mälesskircher

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Hl. Lukas aus der ehemal. Benediktinerabtei Tegernsee (1478), heute im Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid

Gabriel Mälesskircher (auch Mäleßkircher) (* um 1425 oder um 1430; † um 1495) war ein ab etwa 1460 in München tätiger Maler und Bürgermeister.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mälesskircher ließ sich 1459/60 in München nieder und ist urkundlich seit 1461 dort nachweisbar. Er stand mehrfach an der Spitze der Münchner Malerzunft, gehörte seit 1469 dem Rat an und wurde 1485 zweiter Bürgermeister. In diesem Jahr erwarb er auch das Schloss Kempfenhausen am Starnberger See.[1] Nach ihm ist die Mäleßkircherstraße in München-Daglfing benannt.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das Werk von Mälesskircher entstand anfangs Verwirrung, da er mit dem Maler des älteren Tegernseer Altares (Tabula Magna) aus der Zeit um 1444 identifiziert wurde, der in Wirklichkeit durch Gabriel Angler, also einem Vertreter der Vorläufergeneration geschaffen wurde. Mälesskircher war aber ein Nachfolger von Gabriel Angler und wird als Vertreter der „zweiten Münchner Malerschule“ bezeichnet.

Er war mit der Schwester des Tegernseer Abts Konrad Ayrenschmalz verheiratet, und hat deshalb große Aufträge für das Kloster Tegernsee ausgeführt. Die von ihm in den Jahren 1474 bis 1479 geschaffenen Ausstattungsstücke gelangten nach der Säkularisation in die Galerie Schloss Schleißheim, das Bayerische Nationalmuseum und in die Alte Pinakothek in München. In Mälesskirchers produktive Münchener Werkstatt arbeitete als Altgeselle der Nürnberger Michael Wolgemut.

Von Mälesskircher sind unter anderem folgende Werke erhalten:

  • Kloster Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck: zwei Flügelbilder in der Sakristei: Geburt Christi, Pfingstfest, um 1470 (zugeschrieben, es wird die Mitarbeit von Sigmund Gleismüller (= Meister von Mörlbach) angenommen)[2]
  • München, Salvatorkirche: Im Portalvorbau Verkündigung, segnender Christus, Muttergottes, Mitglieder der Familie Ridler, um 1475 (zugeschrieben)
  • Wandbild aus dem Ahnensaal der Münchener Residenz, um 1470, jetzt im Bayerischen Nationalmuseum (umstritten, alternative Zuschreibung an den Meister der Pollinger Tafeln (Hans Gleismüller))
  • Altarausstattung (13 Tafeln) der Klosterkirche Tegernsee (nicht aber der Tegernseer Passionsaltar), einige davon (Bilder der vier Evangelisten, der hl. Lukas malt die Jungfrau Maria, der hl. Matthäus zähmt den Drachen, Wunder am Grab des hl. Johannes, Martyrium des hl. Markus) heute im Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, in der Staatsgalerie Burghausen
  • Die Heiligen Christoph und Onuphrius (Museum Georg Schäfer, Schweinfurt)
  • Ein Bildnis des Kaisers Ludwig der Bayer ist als Miniatur im Rechtsbuch der Stadt München erhalten.
Gabriel Malesskircher: Altar aus der Klosterkirche Tegernsee (1478)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gabriel Mälesskircher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst Götz u. a. (Bearbeiter): Georg Dehio (Begründer): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern, 3. Aufl. 2006, Deutscher Kunstverlag München Berlin, S. 568, ISBN 978-3-422-03115-9
  2. Statnik, Björn: Sigmund Gleismüller. Hofkünstler der Reichen Herzöge zu Landshut. Michael Imhof Verlag. Petersberg 2009, hier S. 201.