Gao Kao

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Auf dem roten Banner wird 18 Absolventen einer lokalen Schule, die mit Bestnote abschlossen, gratuliert.

Das Gao Kao (chinesisch 高考, Pinyin Audio-Datei / Hörbeispiel gāo kǎo?/i, Abkürzung von 普通高等学校招生全国统一考试, Landesweit einheitliche Aufnahmeprüfung für allgemeine Hochschulen) bezeichnet eine der wichtigsten nationalen Prüfungen im chinesischen Schulsystem, die einen Eintritt in das Studium ermöglicht. Diese Prüfung ist offiziell zwar nicht die Abschlussprüfung der zwölfjährigen Schulbildung, aber sie ist doch einigermaßen vergleichbar mit dem Abitur in Deutschland oder der Matura in Österreich oder in der Schweiz. Das Gao Kao findet jährlich am 7. und 8. Juni statt, aber in manchen Regionen (z. B. Provinz Jiangsu) wird es wegen verschiedener Planung noch um einen Tag verlängert.

Das Gao Kao wird vor allem vom Ministerium für Bildung der VR China organisiert und angeordnet. (Hongkong und Macau sind ausgeschlossen, weil sie eigene Systeme haben.) Zur Zeit gibt es jedes Jahr drei Testpapiere jeweils mit verschiedenen Prüfungsfragen, die vom Ministerium für Bildung formuliert werden. Die meisten Provinzen nehmen eins aus diesen drei Testpapieren. In den Provinzen bzw. Städten Beijing, Tianjin, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang sind die Prüfungsfragen vom jeweiligen provinzialen Prüfungsamt zu formulieren.

Das Gao Kao ist in der Form wie eine Klausur. Die Prüfungsfächer können die Prüflinge selbst wählen, allerdings sind Chinesische Philologie, Mathematik und Fremdsprachen obligatorisch. Die Prüflinge entscheiden sich zusätzlich für ein optionales Modul, das entweder drei sozialwissenschaftliche Fächer (Geschichte, Politik und Geografie) oder drei naturwissenschaftliche Fächer (Physik, Chemie und Biologie) enthält. Die Planung der Prüfung des optionalen Moduls variiert von Provinz zu Provinz.

Während der Prüfungszeiten werden die Städte, in denen sich die Prüfungszentrum befinden, in eine Art Ausnahmezustand versetzt, um den Prüflingen absolute Ruhe für ihre Abschlussprüfung zu gewährleisten. So werden Bauarbeiten nachts eingestellt, um sicherzustellen, dass die Prüflinge ruhig schlafen können. Am Tag sind in den Städten viele Polizisten präsent, um Schüler, die im Stau stecken, zu ihren Prüfungszentren zu bringen.[1][2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hanne Seelmann-Holzmann (2006): Der rote Drache ist kein Schmusetier. Strategien für langfristen Erfolg in China. München, Redline-Verlag, ISBN 978-3-636-01343-9. Seite 126.
  2. Gao Kao.