Gartenkresse

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Gartenkresse
Gartenkresse (Lepidium sativum)

Gartenkresse (Lepidium sativum)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Gattung: Kressen (Lepidium)
Art: Gartenkresse
Wissenschaftlicher Name
Lepidium sativum
L.

Gartenkresse (Lepidium sativum) ist eine Kulturpflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Es wird vermutet, dass die Gartenkresse aus West- oder Zentralasien stammt; dort kommt sie auch heute noch wild vor.

Beschreibung[Bearbeiten]

Zeichnung von allen Pflanzenteilen der Gartenkresse
Benzylisothiocyanat (unten, blau markiert) bildet sich bei der enzymatischen Umsetzung des Senfölglycosids Glucotropaeolin, einem Inhaltsstoff der Gartenkresse.

Die einjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa 20 bis zu 40 Zentimetern. Die Stängel sind aufrecht, kahl, bläulich grün und nach oben verzweigt. Die Laubblätter sind dünn, hellgrün und wenigstens am Rande des Blattstiels borstlich behaart. Die Grundblätter sind meist leierförmig-fiederschnittig mit meist verkehrt-eiförmigen, eingeschnittenen oder gezähnten, stachelspitzigen Abschnitten. Die unteren Stängelblätter sind meist doppelt bis einfach fiederschnittig, mit gezähnten, stachelspitzigen Abschnitten. Die mittleren und oberen Stängelblätter sind von verschiedener Form, meist etwas fiedrig zerschlitzt, seltener nur gezähnt. Die obersten Stängelblätter sind meist linealisch, ganzrandig uns spitz. Die Blütenstände sind Trauben und endständig oder achselständig.

Die weißen bis rosafarbenen Blüten sind zwittrig. Die Kelchblätter sind 1-1,5 mm lang, elliptisch und auf dem Rücken oft borstig-flaumig. Die Blütenkronblätter sind 1,5-1,7 mal so lang wie die Kelchblätter; si sind länglich-spatelförmig. Die Staubbeutel sind oft violett. Es werden Schoten gebildet. Diese sind meist 5-6 mm lang und 3-4 mm breit, etwas zusammengedrückt und von der Mitte bis zur Spitze deutlich geflügelt.

Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 16.

Etymologie[Bearbeiten]

Der scharfe Geschmack der Pflanzen, der durch die darin enthaltenen Senfölglycoside verursacht wird, gab der Kresse ihren Namen, abgeleitet vom althochdeutschen Wort cresso ‚scharf‘.[1][2]

Kultur[Bearbeiten]

Die Kultur der Gartenkresse kann auf unterschiedlichen Materialien und Erde stattfinden, wobei das traditionell genutzte Perlitsubstrat ebenso wie Celluloseflocken und geschäumte Kunststoffe zunehmend von Anzucht­vliesen aus Flachs- und Hanffasern verdrängt werden. Als Vorteile werden der geringere Düngebedarf, die rasche Auskeimung und der schnelle Wuchs der Kresse sowie die einfachere Entsorgung der Anzuchtvliese genannt.[3]

Nutzung[Bearbeiten]

Gartenkresse schmeckt roh leicht scharf, der Geschmack erinnert an Senf und Rettich, was am Gehalt an Senfölglycosiden liegt. In den Lebensmittelhandel gelangen und in der Küche verwendet werden vor allem die Keimlinge, die etwa eine Woche nach der Aussaat geerntet werden können.

Verwendet werden die Sorten dieser Art frisch für kalte Aufstriche, besonders solche auf Frischkäse- oder Quarkbasis, und für Salate. Manchmal streut man die gehackten Blätter auf warme Speisen, wie Gemüsesuppen oder Eierspeisen. Auch beliebt sind gehackte Gartenkresseblätter auf Butter- oder Schmalzbrot.

Die Gartenkresse gehört zudem zu den sieben Kräutern, die für die Frankfurter Grüne Soße Verwendung finden.

Des Weiteren findet die Gartenkresse Verwendung in der Bioindikation. Bei diesem Kressetest kann anhand des Keimverhaltens eine Belastung von Luft, Wasser und Boden detektiert werden.

Die meistverbreitete einjährige Gartenkresse stammt vermutlich aus dem vorderen Orient, ihre Samen wurden schon in alten Pharaonengräbern gefunden. Auch Griechen und Römer schätzten sie, Karl der Große verordnete ihren Anbau in seinen Kapitularien.

Ähnliche Arten[Bearbeiten]

Neben der Gartenkresse wird in der Küche auch das mehrjährige Pfefferkraut (Lepidium latifolium) verwendet. Zur Brunnenkresse (Nasturtium officinale) der Gattung Nasturtium besteht nur eine Namensähnlichkeit, nicht etwa eine enge Verwandtschaft. Andere Namensvettern siehe unter Kresse.

Wirkstoffe[Bearbeiten]

Gartenkresse zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Vitamin C, Eisen, Kalzium und Folsäure aus. Außerdem enthält sie Vitamin B. Leicht zu kultivieren, eignet sich Gartenkresse vor allem im Winter, wenn frisches Obst und Gemüse rar sind, zur Nahrungsergänzung. Ein Stoff, der für den Geschmack der Gartenkresse verantwortlich ist, ist das Isothiocyanat Benzylisothiocyanat,[4] das sich aus dem Inhaltsstoff Glucotropaeolin – ein Senfölglycosid – bildet.

Literatur[Bearbeiten]

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Belege[Bearbeiten]

  1. Eintrag zu Kressen. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 28. Juni 2012.
  2. Gartenkresse Lepidium sativum (PDF; 680 kB). Pädagogische Hochschule Karlsruhe.
  3. Michael Carus et al.: Studie zur Markt- und Konkurrenzsituation bei Naturfasern und Naturfaser-Werkstoffen (Deutschland und EU). Gülzower Fachgespräche 26, hrsg. von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., Gülzow 2008; S. 198–199, (PDF-Download).
  4. Wolfgang Legrum: Riechstoffe, zwischen Gestank und Duft, Vieweg + Teubner Verlag (2011) S. 19, ISBN 978-3-8348-1245-2.
  5. Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band IV, Teil 1, Seite 406-409. Carl Hanser Verlag, München 1958.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gartenkresse – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien