Gasherd

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Dreiflammiger Gasherd mit eingeschalteter Kochstelle vorne links
Flamme eines Gasherdes
Brenner mit direkter Flamme in einem Wok- oder Chinaherd
Ein amerikanischer Gasherd
Zur Reparatur geöffneter Gasherd, Innenansicht

Ein Gasherd ist ein Küchengroßgerät (vgl. siehe Herd), das der Erhitzung von Speisen dient. Gasherde gibt es mit oder ohne integrierten Backofen (ebenfalls mit Gas beheizt oder elektrisch).

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Gasversorgung des Herdes kann aus dem Stadtgas- oder Erdgasnetz über eine Gassteckdose oder mit Flüssiggas aus der Gasflasche erfolgen.

Im Betrieb erzeugt der Gasherd zum einen Wärme, verursacht aber zusätzlich Feuchtigkeit, da als Reaktionsprodukt der Gasverbrennung sowohl Kohlendioxid als auch Wasser entstehen. Dieser Effekt ist besonders gut bei Gasbacköfen mit Sichtfenster zu beobachten: dort bildet sich Kondensat, bis die Oberflächen des Innenraums sich soweit aufgeheizt haben, dass keine Feuchtigkeit mehr kondensiert.

Heute sind Gasherde mit einer Vorrichtung zur Flammüberwachung, etwa einem Thermoelement, versehen. Diese soll verhindern dass unverbranntes Gas versehentlich austritt.

Moderne Gaskochfelder sind im Vergleich zu Elektroherden höchst ökonomisch und mit redundanten Sicherheitsvorkehrungen versehen. Manche Ausführungen besitzen ein Kochfeld aus Glaskeramik, haben eine vollelektronische Zündung und können niedrige Temperaturen von 75 °C im Backofen durch Taktung realisieren. Da gewöhnliche Gasbacköfen Temperaturen von unter 150 °C nicht bereitstellen können, sind auch Kombinationsgeräte verbreitet, die das Kochen mit Gas und das Backen mit Strom erlauben.

Eine spezielle Form des Gasherds ist der mit direktem Brenner heizende Chinaherd (oder Wokherd) in der asiatischen Küche.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Gasherde wurden in den 1820er entwickelt, aber hierbeit handelte es sich in erster Linie um isolierte Experimente. Der Engländer James Sharp patentierte einen Gasherd im Jahre 1826 in Northampton und eröffnete 1836 ein Unternehmen zur Herstellung von Gasherden. Ein Gasherd wurde auf der Weltausstellung in London im Jahre 1851 gezeigt, aber erst in den 1880er wurde der Gasherd ein kommerzieller Erfolg im Vereinigten Königreich.

Vorteile des Gasherds[Bearbeiten]

  • Sehr schnelle Regulierung der Hitze innerhalb von Sekunden
  • Niedrigere Energiekosten (eine kWh Erdgas kostet nur etwa 30 Prozent einer kWh elektrischen Stroms)
  • Meist umweltfreundlicher als Strom
  • Es können auch preiswerte Töpfe und Pfannen mit unebenen Böden verwendet werden
  • Einsatz ist auch in Gebieten ohne Stromversorgung oder bei Stromausfall problemlos möglich
  • Größere Hitze als in den meisten elektrischen Bratrohren/Backöfen
  • Benutzung eines traditionell geformten Woks möglich
Leipziger Messe 1953, Kachelgasherd

Nachteile des Gasherds[Bearbeiten]

  • Verbrennungs- und Brandgefahr durch offenes Feuer
  • Unfallgefahren mit höherem Risiko für die Umgebung bei unsachgemäßer Handhabung
  • Die meisten Kochtopfgriffe werden durch die seitlich am Topf vorbeiströmende heiße Luft/Gase sehr heiß, Kunststoffgriffe können sich zudem verformen oder erheblichen Gestank verursachen. Bei Fehlbedienung (kleiner Topf, große Feuerstelle) ist ein Anbrennen der Kunststoffteile möglich. Kochtöpfe mit Metallgriffen sind daher sinnvoll.
  • Niedrige Temperaturen (unter 150 °C) sind bei einem Backofen in der Regel nicht einstellbar. Schmoren oder Warmhalten ist dadurch nur begrenzt möglich. Neuere Modelle, die oft auch ein Ceran-Feld haben, können durch elektronische Zündung und Taktung auch eine geringere Temperatur genau realisieren, büßen dabei aber den Vorteil der schnellen Regulierung ein.
  • Hohe Wärmeverluste durch Konvektion und Strahlung
  • Ausreichende Lüftung des Raumes nötig
  • Bei offener Bauart (ohne Glasplatte) schwierigere Reinigung als beim Elektroherd

Temperaturübersicht Backofen[Bearbeiten]

Stufe 1 2 3 4 5 6 7 8
Temperatur
(Richtwert)
140 °C 160 °C 180 °C 200 °C 220 °C 240 °C 260 °C 280 °C
Temperatur
(Richtwert)
275 °F 300 °F 325 °F 350 °F 375 °F 400 °F 425 °F 450 °F 475 °F 500 °F 525 °F 550 °F
Angelsächsische Stufe [1] 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Betrieb mit Flüssiggas[Bearbeiten]

Für den Betrieb mit einer Propangasflasche (über Druckregler für 50 oder 30 mbar) wird in Deutschland keine amtliche Erlaubnis benötigt, sofern der Herd eine Leistung von weniger als 11 kW besitzt und der Raum über 20  Volumen hat und sich über dem Erdboden befindet. Eine 11-kg-Gasflasche darf sich im Raum befinden. Für den Betrieb mit Propangas müssen die Brennerdüsen in der Regel ausgetauscht werden, da diese im Lieferzustand meist für Erdgas eingestellt sind.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.onlineconversion.com/cooking_gasmark.htm

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gasherde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien