Gebrochene Blüten

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Dieser Artikel behandelt das Drama von 1919. Zum gleichnamigen Krimi, siehe Tatort: Gebrochene Blüten.
Filmdaten
Deutscher Titel Gebrochene Blüten
Originaltitel Broken Blossoms or The Yellow Man and the Girl
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1919
Länge 90 Minuten
Stab
Regie David Wark Griffith
Drehbuch David Wark Griffith nach Thomas Burkes Geschichte The Chink and the Child
Produktion David Wark Griffith
Musik David Wark Griffith
Kamera G. W. Bitzer
Schnitt James Smith
Besetzung

Gebrochene Blüten (englischsprachiger Originaltitel: Broken Blossoms or The Yellow Man and the Girl, alternativer deutscher Titel: Eine Blüte gebrochen) ist ein US-amerikanisches Filmdrama des Regisseurs David Wark Griffith aus dem Jahr 1919, basierend auf einer Erzählung des britischen Autors Thomas Burke.

Handlung[Bearbeiten]

Cheng Huan verlässt seine Heimat China, um die Lehren Buddhas im Westen bekannt zu machen. Sein Optimismus verschwindet, nachdem er die brutale Realität der Stadt London kennenlernt. Während seiner Mission trifft Huan auf die gebrochene Blüte Lucy Burrows, die misshandelte Adoptivtochter des Preisboxers Battling Burrows.

Nachdem Lucy eines Abends vom Battling Burrows misshandelt und geschlagen wird, findet sie bei Cheng Zuflucht. In seinem exotisch eingerichteten Zimmer über seinem Laden pflegt Cheng die Verletzte. Zwischen den beiden von der Gesellschaft Verstoßenen beginnt eine Liebesgeschichte. Doch als ein Kunde Lucy bei Cheng erkennt, und ihren Vater ins Bild setzt, schleift dieser sie ob der Schande zurück nach Hause, wo sie sich aus Todesangst in einem Wandschrank einschließt.

Als Cheng schließlich ihr Haus erreicht, findet er nur noch ihren Leichnam, und auf ihrem Gesicht ist zum ersten Mal der Ansatz eines Lächelns zu sehen. Der betrunkene Battling Burrows trifft auf den trauernden Cheng, und geht auf ihn mit einem Beil los, worauf er von Cheng erschossen wird. Dieser trägt Lucys Leichnam zu sich nach Hause, wo er sich vor einem Buddhaschrein mit Hilfe eines Messers das Leben nimmt.

Rezeption[Bearbeiten]

Zensurentscheidung vom 17. April 1925

Der Stummfilm Gebrochene Blüten wurde ursprünglich für das Filmproduktionsunternehmen Paramount Pictures unter der Leitung von Adolph Zukor produziert. Nachdem der Regisseur David Wark Griffith aber am 5. Februar 1919 zusammen mit Charles Chaplin, Douglas Fairbanks und Mary Pickford das Verleihunternehmen United Artists gründeten, wurden für deren Verleihapparat Kinofilme benötigt. Griffith kaufte der Paramount Pictures die Verleihrechte ab und ließ seinen Kinofilm durch die United Artists auswerten. Der Film Gebrochene Blüten erlebte am 13. Mai 1919 seine Premiere und ist der erste von United Artists ausgewertete Kinofilm. Erst im Mai 1923 erlebte der Stummfilm seine Erstaufführung in Deutschland. Er erhielt in Deutschland sowohl am 9. Mai 1923 als auch am 17. April 1925 ein Jugendverbot.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Iris Barry: D. W. Griffith. American Film Master (= Museum of Modern Art Film Library Series. Bd. 1, ZDB-ID 2741579-X). Museum of Modern Art, New York NY 1940 (Nachdruck. ebenda 2002, ISBN 0-87070-683-7).
  • Paul O'Dell: Griffith and the Rise of Hollywood. Barnes & Co. u. a., New York NY 1970, ISBN 0-498-07718-7.
  • Thomas Koebner: Gebrochene Blüten / Broken Blossoms / The Yellow Man and the Girl. In: Thomas Koebner (Hrsg.): Filmklassiker. Beschreibungen und Kommentare. = Reclam-Filmklassiker. Band 1: 1913–1945. 5., überarbeitete und erweiterte Auflage. Reclam junior, Stuttgart 2006, ISBN 3-15-030033-9, Ss. 42-45.
  • Richard Schickel: D. W. Griffith. An American Life. Simon and Schuster, New York NY 1984, ISBN 0-671-22596-0.
  • Scott Simmon: The Films of D. W. Griffith. Cambridge University Press, Cambridge 1993, ISBN 0-521-38820-1.
  • Martin Williams: Griffith. First Artist of the Movies. Oxford University Press, New York NY u. a. 1980, ISBN 0-19-502685-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Entscheidungen der Filmoberprüfstelle