Genova (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher TitelGenova
OriginaltitelGenova
ProduktionslandVereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2008
Längeca. 94[1] Minuten
AltersfreigabeFSK 12[2]
Stab
RegieMichael Winterbottom
DrehbuchLaurence Coriat,
Michael Winterbottom
ProduktionAndrew Eaton,
Michael Winterbottom
MusikMelissa Parmenter
KameraMarcel Zyskind
SchnittPaul Monaghan
Besetzung

Genova ist ein britisches Filmdrama aus dem Jahr 2008. Regie führte Michael Winterbottom, der auch den Film mitproduzierte und gemeinsam mit Laurence Coriat das Drehbuch schrieb. Der Film spielt in Genua.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Brite Joe lebt in den Vereinigten Staaten, er ist verheiratet und hat zwei Töchter: Kelly und Mary. Seine Frau Marianne stirbt bei einem Autounfall in Illinois, den die 10-jährige Mary vom Rücksitz aus verursacht hatte. Joe nimmt das Angebot der Arbeit als Hochschullehrer in Genua an, wohin er und seine Töchter ziehen.

Die 16-jährige Kelly verliebt sich am Strand in einen jungen Italiener, was sie vor ihrem besorgten, liebenden Vater verheimlicht. Häufig ist sie mit ihrem Lover als Sozius auf dem Motorroller unterwegs. Beide Töchter lernen Klavier und die italienische Sprache. Der trauernde Witwer kommt einer seiner Kolleginnen an der Universität näher, die er von früher kennt. Die kleine Mary kann den Tod ihrer Mutter nicht verwinden und wacht jede Nacht schreiend auf. Sie sieht auf den Straßen der Stadt tatsächlich den Geist ihrer Mutter. Der Straßenverkehr, die dunklen mittelalterlichen Gassen und der Alltag selbst nehmen bedrohliche Züge an. Zwischen den Schwestern kommen Spannungen auf. Der Geist der Mutter muss Mary verlassen. Als sie ihm zu Fuß hinterherjagt, führen ihre Wege wieder zusammen, und die Familie entgeht auf einer Schnellstraße nur knapp einer Massenkarambolage. Zuletzt begleitet Joe seine heranwachsenden Töchter auf dem Weg zur Schule.

Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde von dem britischen Unternehmen FilmFour produziert, welches dem Sender Channel 4 gehört, wie auch von dem Unternehmen Revolution Films des Produzenten Andrew Eaton.[3] Er wurde in Genua und in Östersund (Schweden) gedreht.[4]

Aufgenommen wurde digital (HDV) mit den Kameras Sony HDW-F750 und Sony HVR-V1E, dann übertragen auf 35mm.[5]

Seine Weltpremiere fand im Mai 2008 auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes statt. Ab dem 7. September 2008 waren Vorführungen auf dem Toronto International Film Festival geplant. Im September 2008 wurde der Film auf dem Festival Internacional de Cine de Donostia-San Sebastián gezeigt.[6][7]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Passagen aus der Étude Op.10, Nr.3 von Frédéric Chopin begleiten in verschiedenen Interpretationen den Film. Der Anflug auf Genua wird begleitet von Le Grand Choral, den Georges Delerue für François Truffauts Film Die amerikanische Nacht komponiert hat.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisatoren des Toronto International Film Festivals schrieben, der Film zeige, wie ein Verlust eine Familie beeinflussen könne. Colin Firth sei die „ideale Wahl“ für die Rolle des Familienvaters. Der Film zeige den Einfluss von Wenn die Gondeln Trauer tragen, aber die eigene künstlerische Sensibilität des Regisseurs sei deutlich spürbar.[1]

ViewLondon schrieb über einen „höchst empfehlenswert[en]“ Film, der „eindrucksvoll inszeniert, superb gespielt, präzise geschrieben“ sei.[8]

Für Ain’t It Cool News war es „sofort offensichtlich, dass ein fähiger Regisseur am Werk ist.“[9]

Twitch sprach von einem Filmemacher „auf der Höhe seiner Kunst“ („a director at the top of his game“). Der Verkehrsunfall wäre „nahezu unerträglich“ („almost unbearable“).[10]

Dark Horizons sprach von „minimalem narrativen Zusammenhang“ und einer Kamera, die direkt in „Gedanken und Bedürfnisse zweier Mädchen in ihrer emotionellen Reife“ tastet, und: „das Leben geht in der Tat weiter […]“.[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008 Jury Prize für Michael Winterbottom, Tallinn Black Nights Film

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b tiff08.ca, abgerufen am 3. September 2008
  2. Freigabebescheinigung für Genova. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Januar 2011 (PDF; Prüf­nummer: 125 954 V).
  3. Winterbottom, FilmFour join for 'Genova' in The Hollywood Reporter vom 18. Mai 2006, abgerufen am 3. September 2008
  4. Filming locations for Genova, abgerufen am 3. September 2008
  5. Technical specifications for Genova, abgerufen am 18. März 2009
  6. Release dates for Genova, abgerufen am 3. September 2008
  7. vgl. Winterbottom's 'Genova' to compete at San Sebastian film festival vom 24. Juli 2008 auf www.france24.com, abgerufen am 3. September 2008
  8. Matthew Turner: Genova (tbc). In: ViewLondon. 22. Oktober 2008; abgerufen am 18. März 2009 (englisch): „impressively directed, superbly acted and sharply written […] Highly recommended“
  9. El Chivo: Toronto: El Chivo on MARTYRS, THE BURROWERS, CHE, GENOVA, 50 DEAD MEN WALKING!!! In: Ain't It Cool News. 12. September 2008; abgerufen am 18. März 2009 (englisch): „it was immediately apparent a skilled director was on the job“
  10. Kurt Halfyard: TIFF Review: GENOVA. In: Twitch. 8. September 2008; abgerufen am 18. März 2009 (englisch).
  11. Paul Fischer: TIFF: Zack and Miri Make a Porno, Genova. In: Dark Horizons. 8. September 2008; abgerufen am 18. März 2009 (englisch): „with minimalist narrative cohesion. His cameras probe into the thoughts and longs of two girls and their emotional growth […] life indeed goes on“