Georg Scherg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Georg Scherg (* 19. Januar 1917 in Kronstadt, Rumänien; † 20. Dezember 2002 in Bodelshausen) war ein deutscher Lehrer und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Scherg begann 1935 Philologie zu studieren. Er studierte in Gießen, Berlin und Paris. 1938 bis 1941 unterbrach er sein Studium für den Dienst in der rumänischen Armee. Danach setzte er sein Studium in Tübingen und Straßburg fort. 1944 bis 1946 war er als Gymnasiallehrer in Reutlingen tätig.

1947 kehrte er nach Rumänien zurück und war dort zunächst als Deutschlehrer tätig. Er trat in den 1950er-Jahren mit ersten literarischen Arbeiten an die Öffentlichkeit. 1957 wurde er Hochschullehrer in Klausenburg. Am 30. September 1958 wurde er verhaftet. Im Kronstädter Schriftstellerprozess wurde er zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Am 10. Oktober 1962 wurde er vorzeitig freigelassen. Er arbeitete zunächst als Kanalwärter und Violinist an der staatlichen Philharmonie Kronstadt. 1968 wurde er durch das Oberste Gericht Rumäniens rehabilitiert. Im Jahre 1970 wurde er zum Leiter der philologischen Fakultät am Institut für deutsche Literatur in Hermannstadt berufen und arbeitete dort bis zu seiner Emeritierung 1984.

In den 1970er- und 1980er-Jahren erschienen zahlreiche Werke von ihm in rumänischen Verlagen.

Georg Scherg beantragte seine Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland 1987, diese wurde nach dem Umsturz in Rumänien 1990 genehmigt. Weitere Stationen seines Lebenswegs führten ihn nach Belsen (Mössingen) und Bodelshausen, wo er 2002 an den Folgen eines Sturzes starb.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Giordano Bruno Staatsverlag für Kunst und Literatur, Bukarest 1954
  • Ovid Staatsverlag für Kunst und Literatur, Bukarest 1955
  • Da keiner Herr und keiner Knecht Staatsverlag für Kunst und Literatur, Bukarest 1957
  • Die Erzählungen des Peter Merthes Drei Bände, Kriterion Verlag, Bukarest 1957–1984
  • Das Zünglein an der Waage 1968
  • Bass und Binsen, Dacia Verlag Cluj-Napoca 1973
  • Die Spiegelkammer Kriterion Verlag, Bukarest 1974
  • Paraskiv Paraskiv Dacia Verlag Cluj-Napoca 1976
  • Die Axt im Haus, Dacia Verlag Cluj-Napoca 1979
  • Der Sandkasten, Kriterion Verlag Bukarest 1981
  • Gastfreundschaft Kriterion Verlag Bukarest 1985
  • Die Schuldbürger Kriterion Verlag Bukarest 1987
  • Die verhohlene Münze Dacia Verlag Cluj-Napoca 1987
  • Wendelin und der Regenbogen Creanga Verlag Bukarest 1988
  • GOA MGOO oder die Erfindung der Unsterblichkeit Tebbert Verlag Münster/Westfalen 1997

Gedichte

  • Die Silberdistel Kriterion Verlag, Bukarest 1968
  • Im Lande Ur Tentamen/Kleine Handbücherei, Stuttgart 1978
  • Gastfreundschaft Kriterion Verlag, Bukarest 1985
  • Sommerliches Divertimento (mit Federzeichnungen von Traian Gligor), Sonderdruck Heilbronn-Mössingen 1997
  • Bilderschrift Verlag Herrmann, 1999
  • Piranda Global Media Verlag, 2003

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Herbstritt: Der Kronstädter Schriftstellerprozess 1959 in den Akten der DDR-Staatssicherheit. in: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik, 23. Jg., Heft 1-2, 2011, S. 204-208
  • Michaela Nowotnick: „95 Jahre Haft“. Kronstädter Schriftstellerprozess 1959: Darstellungsformen und Deutungsmuster der Aufarbeitung, in: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik, 24. Jg., Heft 1-2, 2012, S. 173-181
  • William Totok: Empathie für alle Opfer. Eginald Schlattner, ein Leben in Zeiten diktatorischer Herrschaft, in: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik, 24. Jg., Heft 1-2, 2012, S. 181-198

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]