Georg Wilhelm Kirchmaier

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Georg Wilhelm Kirchmaier (* 29. April 1673 in Wittenberg; † 7. August 1759 in Wittenberg) war ein deutscher Philosoph, Rhetoriker und Sprachwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Wilhelm Kirchmaier

Georg Wilhelm Kirchmaier wurde als Sohn des Griechischprofessors der Wittenberger Universität Georg Kaspar Kirchmaier geboren. Kirchmaier besuchte die sächsische Landesschule St. Afra in Meißen, immatrikulierte sich im Wintersemester an der Wittenberger Universität, weitere Studien führten ihn an die Universität Leipzig und die Universität Altdorf.

Zurückgekehrt nach Wittenberg, erwarb er sich 1694 den philosophischen Magistergrad. Ab 1698 war er Adjunkt der philosophischen Fakultät und wurde er 1700 außerordentlicher Professor der Rhetorik. Als sein Vater im selben Jahr starb, fiel dessen Stelle als ordentlicher Professor zunächst an Konrad Samuel Schurzfleisch der dieselbe 1701 niederlegte, wodurch Kirchmaier ordentlicher Professor der Griechischen Sprache wurde.

Als Professor des Griechischen stellte er das Neue Testament in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Dabei nahm er das von den Theologen bestrittene Recht in Anspruch, auch auf den Inhalt der zu erklärenden Schriften einzugehen, und setzte durch, dass es ihm gestattet wurde, „bei Gelegenheit einen jeglichen Text mit dem wahren Verstand nach der Theologie der reinen evangelischen Lehre auszulegen“. Auf die sprachlichen Probleme verwandte er viel Zeit und beschäftigte sich mit dem Nachweis, dass die Sprache des Neuen Testaments von Hebraismen frei ist.

Ferner verfolgte er die lateinische und deutsche Übersetzungsliteratur und zog gegen die neueren Verbesserungsversuche an der Lutherischen Bibel zu Felde. Durch die schwärmerische Verehrung des Reformators verlor sich Kirchmaier dabei oft in abseits gelegene Probleme, so dass dies Auswirkungen auf seinen Lehrbetrieb hatte. Diesen führte er bis zu seinem Tode am 7. August 1759 fast ein halbes Jahrhundert weiter.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]