George Lindbeck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

George Arthur Lindbeck (* 10. März 1923 in Luoyang, China; † 8. Januar 2018[1]) war ein US-amerikanischer lutherischer Theologe und Professor an der Yale University.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1955 wurde Lindbeck von der Yale University promoviert, und zwar aufgrund einer Untersuchung über den mittelalterlichen Theologen John Duns Scotus. An der Yale Divinity School lehrte er bis zum Eintritt in der Ruhestand 1993.

Er ist Mitglied in der American Academy of Arts and Sciences (2000).[2]

Ökumenische Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lindbeck nahm als offizieller Beobachter des Lutherischen Weltbundes am Zweiten Vatikanischen Konzil teil. Später war er Vorsitzender der Gemeinsamen Römisch-katholischen/Evangelisch-lutherischen Kommission. Als solcher hat er die Stellungnahmen und Berichte dieser Kommission, deren deutsche Fassung im Sammelband Dokumente wachsender Übereinstimmung abgedruckt sind, unterzeichnet.[3]

Wissenschaftliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die wissenschaftliche Theologie ist vor allem sein Buch The Nature of Doctrine von 1984 (deutsch: Christliche Lehre als Grammatik des Glaubens, 1994) bedeutend, in dem er in Rezeption der Sprachspieltheorie des späten Ludwig Wittgenstein und des Religionsverständnisses von Clifford Geertz einen kulturell-sprachlichen Ansatz entwickelt, der christliche Lehre als Regelsystem versteht.

Rezeption im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 2000 erschienen drei deutschsprachige Monographien zum Werk Lindbecks, eine Diplomarbeit in katholischer Theologie an der Universität Münster (Deeken), eine Dissertation in katholischer Theologie an der Universität Salzburg (Eckerstorfer) sowie eine Dissertation in katholischer Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen (Tambour).

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dialog unterwegs. Eine evangelische Bestandesaufnahme zum Konzil. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1965
  • The Nature of Doctrine. Religion and Theology in a Postliberal Age. Philadelphia 1984
    • The Nature of Doctrine, 25th Anniversary Edition: Religion and Theology in a Postliberal Age, Westminster Press 2009.
    • Christliche Lehre als Grammatik des Glaubens. Religion und Theologie im postliberalen Zeitalter. Gütersloh 1994 (deutsche Übersetzung von "The Nature of Doctrine")

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Deeken: Glaube ohne Begründung? Zum Rationalitätskonzept in George Lindbecks Entwurf einer postliberalen Theologie. LIT Verlag, München 1998, ISBN 3-8258-3878-1
  • Andreas Eckerstorfer: Kirche in der postmodernen Welt. Der Beitrag George Lindbecks zu einer neuen Verhältnisbestimmung. Innsbruck/Wien 2001.
  • Hans-Joachim Tambour: Theologischer Pragmatismus. Semiotische Überlegungen zu George A. Lindbecks kulturell-sprachlichem Ansatz. LIT Verlag, München 2003, ISBN 3-8258-6522-3
  • Klaus von Stosch: Der Glaube kommt vom Hören. Die Modifizierung des offenen Exklusivismus durch George A. Lindbeck, in: ders.: Komparative Theologie als Wegweiser in der Welt der Religionen. Paderborn 2012. S. 76–85.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kris Lindbeck: My father passed away yesterday afternoon, slipping so quietly from sleep to death that I, preparing for the semester on my laptop, did not realize it, and the hospice nurse needed to check with her stethoscope. As good as death can be. (en) 9. Januar 2018.
  2. Book of Members. Abgerufen am 23. Juli 2016 (englisch).
  3. Harding Meyer, Hans Jörg Urban, Lukas Vischer (Hrsg.): Dokumente wachsender Übereinstimmung. Sämtliche Berichte und Konsenstexte interkonfessioneller Gespräche auf Weltebene. 1931-1982. Paderborn/Frankfurt a. M. 1983, 248-357.