Luoyang

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Luoyang
Luoyang (China)
Red pog.svg
Koordinaten 34° 40′ N, 112° 24′ O34.66112.4Koordinaten: 34° 40′ N, 112° 24′ O
Basisdaten
Staat Volksrepublik China

Provinz

Henan
Fläche 15.492 km²
Einwohner 6.540.000 (2008)
Dichte 422,2 Ew./km²
Lage Luoyangs in Henan
Lage Luoyangs in Henan

Luòyáng (chinesisch 洛陽市) ist eine bezirksfreie Stadt in der chinesischen Provinz Henan. Sie ist eine der vier großen alten Hauptstädte Chinas, die unter mehreren Dynastien die Hauptstadtfunktion ausübte ("Honanfu"). Heute hat sie sich zu einer wichtigen Industriestadt entwickelt. Sie liegt etwa 110 Kilometer westlich der Provinzhauptstadt Zhengzhou am Fluss Luo He. Das Verwaltungsgebiet der Stadt hat eine Fläche von 15.492 km² und ca. 6,54 Millionen Einwohner (Ende 2008).

Administrative Gliederung[Bearbeiten]

Auf Kreisebene setzt sich Luoyang aus sechs Stadtbezirken, acht Kreisen und einer kreisfreien Stadt zusammen. Diese sind:

  • Stadtbezirk Xigong (西工区), 56 km², 340.000 Einwohner, Zentrum, Sitz der Stadtregierung;
  • Stadtbezirk Laocheng (老城区 ‚Altstadt‘), 57 km², 130.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Chanhe der Hui (瀍河回族区 ‚Moslem-Viertel‘), 29 km², 170.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Jianxi (涧西区), 89 km², 450.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Jili (吉利区), 80 km², 70.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Luolong (洛龙区), 243 km², 330.000 Einwohner;
  • Kreis Mengjin (孟津县), 759 km², 440.000 Einwohner,
  • Kreis Xin'an (新安县), 1.160 km², 490.000 Einwohner,
  • Kreis Luanchuan (栾川县), 2.478 km², 320.000 Einwohner,
  • Kreis Song (嵩县), 3.009 km², 520.000 Einwohner,
  • Kreis Ruyang (汝阳县), 1.325 km², 430.000 Einwohner,
  • Kreis Yiyang (宜阳县), 1.666 km², 670.000 Einwohner,
  • Kreis Luoning (洛宁县), 2.350 km², 450.000 Einwohner,
  • Kreis Yichuan (伊川县), 1.243 km², 750.000 Einwohner,
  • Stadt Yanshi (偃师市), 948 km², 830.000 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Satellitenphoto von Luoyang
Das moderne Luoyang

Luoyang liegt in der zentralen Ebene Chinas, die schon während der Jungsteinzeit (vor etwa 7000 Jahren) dicht besiedelt war. Dies zeigen Funde, welche im Zuge von Bewässerungsarbeiten in den 1950er Jahren gefunden wurden.

Die Stadt wurde ursprünglich von Zhougong (周公) im 11. Jahrhundert v. Chr. errichtet und hieß damals Chengzhou (成周). Man sagt, dass Konfuzius in Luoyang studierte und Laozi ebenfalls hier arbeitete.

Um 770 v. Chr. wurde die Stadt zur Hauptstadt der Zhou-Dynastie. Im Jahr 510 wurde sie in einem Bürgerkrieg zerstört, im Jahr darauf auf Anordnung des Königs jedoch wiederaufgebaut.

Im Jahr 25 n. Chr. wurde Luoyang Hauptstadt der Han-Dynastie. Später hatten auch die Wei-Dynastie und die Jin-Dynastie ihr Zentrum in Luoyang. Während sieben Jahrhunderten war Luoyang dann das Zentrum Chinas. Im Jahr 68 n. Chr. wurde in Luoyang der erste buddhistische Tempel Chinas gegründet. Diesen Tempel kann man heute noch finden, jedoch größtenteils in der Architektur des 16. Jahrhunderts.

Die Stadt verfügte auch über eine große kaiserliche Schule, an der 30.000 Studenten lernten. Ebenso wurde in Luoyang durch Cai Lun das Papier erfunden und auch der Astronom Zhang Hen war in Luoyang tätig. Nach dem Fall der Han-Dynastie schrieb Zuo Si das Gedicht Die drei Hauptstädte, das bis heute bekannt ist.

Im Jahr 493 verlegte die Nördliche Wei-Dynastie ihre Hauptstadt von Datong nach Luoyang. Gleichzeitig begann man, die Longmen-Höhlen zu graben. Dort hat man mehr als 30.000 buddhistische Bilder aus der Wei-Zeit gefunden. In jener Zeit soll Luoyang eine Bevölkerung von einer halben Million Einwohnern gehabt haben. Sie stieg zu einem der wichtigsten Handelszentren in Asien auf. Schon 543 gaben die Wei-Kaiser Luoyang auf und zwangen die Bewohner, mit ihnen nach Ye zu ziehen; die Stadt zerfiel.

Die Sui-Dynastie wählte wiederum Luoyang als Hauptstadt ihres Reiches. Die Stadt wurde in kürzester Zeit neu erbaut und zählte dann angeblich mindestens 500.000 Einwohner. Im Jahr 1971 hat man einen Getreidespeicher gefunden, der 250.000 Tonnen Getreide vor Feuchtigkeit und Ungeziefer schützen konnte.

Die Tang-Dynastie verlegte ihre Hauptstadt nach Chang’an, dem heutigen Xi’an. Damit begann der Abstieg zu einer normalen chinesischen Stadt, der sich mit dem Untergang der Tang noch verstärkte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eingang zum Tempel des Weißen Pferdes
Das neu errichtete Dingding-Tor mit einem Stück rekonstruierter Stadtmauer

Die Stadt Luoyang selbst ist eine Industriestadt, deren verbliebene Teile der Altstadt aber gerade restauriert werden. Sehenswert ist das monumentale, neu errichtete Stadtmuseum, in dem zahlreiche Funde aus verschiedenen Epochen ausgestellt werden. Das Dingdingmen ist ein altes Stadttor, das um die Jahrtausendwende samt einem Teilstück der ehemaligen Stadtmauer äußerlich rekonstruiert wurde

Die Longmen-Grotten gehören seit dem Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Daneben gibt es Guanlin, eine Ensemble aus Tempeln, die zu Ehren eines Helden aus der Zeit der drei Reiche, Guan Yu, erbaut wurden.

Eine wichtige Sehenswürdigkeit stellt der Tempel des Weißen Pferdes dar. Er wurde im Jahr 68 n.Chr. errichtet und in der Ming und Qing Dynastie erneuert, wie auch in den Jahren 1950 und 1973. Der Tempelkomplex ist der älteste Buddhistische Tempel Chinas. Er ist dem weißen Pferd gewidmet, welches zwei indische Mönche und die Buddhistischen Schriften nach China trug. Die Mönche sind namentlich bekannt als Matanga und Gobharana und folgten einer Einladung des Kaisers Mingdi (Östliche Han Dynastie) in die damalige Hauptstadt Luoyang.

Eine in der Welt wohl einmalige Attraktion ist das Gräber-Museum. Entlang langer unterirdisch angelegter Gänge wurden in der Umgebung von Luoyang gefundene Gräber wiederaufgebaut. Man gewinnt so eine eindrucksvolle Übersicht über die Grabkultur Chinas im Laufe mehrerer Dynastien.

Kultur[Bearbeiten]

Das offizielle Symbol Luoyangs ist die Pfingstrose, die seither hier kultiviert wurde und Nationalblume Chinas ist. Zum Gedenken dieser Tradition findet hier das jährliche Pfingstrosenfest vom ersten April bis zehnten Mai statt. Zahlreiche Parks in Luoyang bieten in dieser Zeit Gartenschauen zu diesem Thema an , wie zum Beispiel der Luoyanger Pfingstrosenpark, der Botanische Garten oder der Wangshengpark.

Der Asteroid (239200) 2006 MD13 ist nach Luoyang benannt.

In Luoyang wird vorwiegend der Luoyang-Dialekt gesprochen. Er unterscheidet sich in der Betonung stark vom Standard-Mandarin, obwohl er auch aus dem Zhongyuan-Mandarin hervorgeht.

Eine kulinarische Besonderheit stellt die Tradition des Wasser-Banketts dar.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Luoyang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien