Georges Valois

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Georges Valois (* 1878 als Alfred-Georges Gressent; † 1945) war ein französischer Journalist und Politiker.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Im Alter von 17 Jahren ging er nach Singapur und kehrte 1898 nach Paris zurück. In seinen jungen Jahren war er Anarcho-Syndikalist. Als Sekretär der Zeitung L’Humanité Nouvelle fand er Arbeit, wo er Georges Sorel begegnete. Nach einem Aufenthalt im zaristischen Russland 1903 arbeitete er als Sekretär im Verlagshaus Armand Colin.

Valois begegnete dem französischen Nationalisten und Royalisten Charles Maurras und wurde Mitglied der Action française, bei der er die Arbeiterbewegung zu verankern versuchte. Da seine Beschäftigung gefährdet war, falls seine Beziehung zu politischem Extremismus bekannt geworden wäre, begann er sein Pseudonym zu benutzen. 1911 gründete er mit Edouard Berth den Cercle Proudhon, eine Gruppe, die eine Konvergenz von Syndikalisten und Nationalisten suchte. Ein Jahr später nahm er Kurs auf das Verlagshaus Nouvelle librairie nationale der Action française, einen Job, den er bis 1925 behalten sollte. Der Cercle mischte Sorels syndikalrevolutionäre Ideen mit dem Integrationismus von Charles Maurras, in dessen Mittelpunkt Antisemitismus stand. Der Historiker Zeev Sternhell zählt diese Politik zum Prototyp des italienischen Faschismus.

1925 gründete er die erste offen faschistische Partei außerhalb Italiens, die Faisceau, die durch Großunternehmer bei ihrem Kampf gegen den Parti communiste français (PCF, Französische Kommunistische Partei) durch Spenden unterstützt wurde. Nach gewissen Anfangserfolgen, die im Beitritt von rechtsextremistischen Personen wie Hubert Lagardelle und Marcel Bucard bestanden, verschwand sie 1928 wieder, als Valois selbst bereits aus der Partei ausgeschlossen worden war. Die Mittelschicht hatte ihre Unterstützung aus Mangel an Vertrauen in den Faschismus als plausible Lösung für Frankreich entzogen, der Römisch-Katholischen Kirche folgend, die 1926 Teile von Maurras Werken auf den Index des Heiligen Offiziums gesetzt und die Mitglieder der Action française exkommuniziert hatte. Daraufhin hatte sich ein Teil der Gruppe entschieden, die republikanischen Institutionen zu infiltrieren, während der militantere Teil sich später in der terroristischen Cagoule zusammenfand.

Nachdem er die finanzielle Unterstützung verloren hatte und die Faisceau 1928 aufgelöst worden war, gründete er die Parti républicain syndicaliste (PRS, republikanische Gewerkschaftspartei). Nach der Krise vom 6. Februar 1934 (bei der aus Protest gegen die Stavisky-Affäre und wahrscheinlich als Staatsstreich nach Vorbild von Mussolinis Marsch auf Rom geplant, vor dem Palais Bourbon Unruhen ausbrachen), gründete Valois die links angesiedelte Zeitschrift Le Nouvel Age, die in den 1930er Jahren in nonkonformistischen Kreisen zirkulierte. Sowohl seine Partei als auch seine Zeitschrift wiesen sich fraglos als korporatistisch aus, die faschistischen Wurzeln folgten. 1935 bemühte sich Valois trotz Unterstützung von Marceau Pivert vergeblich um Aufnahme in die SFIO.

Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg trat er der Résistance bei und wurde von deutschen Besatzern festgenommen. Er starb 1945 an Typhus im KZ Bergen-Belsen.

Werke[Bearbeiten]

  • Basile ou la politique de la calomnie (= Basile oder die Politik der Verleumdung), 1927
  • L’Homme contre l’argent (= Mensch gegen Geld), 1928
  • Un Nouvel âge de l’humanité (= ein neues Zeitalter der Menschlichkeit), 1929
  • Finances italiennes (= italienische Finanzen), 1930
  • Économique (= Wirtschaft), 1931
  • Guerre ou révolution (= Krieg oder Revolution), 1931
  • Journée d’Europe (= europäisches Tagebuch), 1932
  • 1917–1941: fin du bolchevisme, conséquences européennes de l’événement (= Ende des Bolschewismus, europäische Konsequenzen des Ereignisses), 1941
  • L’Homme devant l’éternel (= Mensch vor der Ewigkeit; nach dem Tode veröffentlicht), 1947

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Benjamin: Für die Diktatur. Interview mit Georges Valois. In: Gesammelte Schriften IV/1,2, S. 487-492