Gerald Kaufman

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„Schatten-Außenminister“ Kaufman (li.) 1988 bei Taha Yassin Ramadan im Irak

Sir Gerald Bernard Kaufman (* 21. Juni 1930 in Leeds, England; † 26. Februar 2017)[1] war ein britischer Politiker (Labour Party).

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaufman war das jüngste Kind polnischer Einwanderer.[2] Er erhielt ein Stipendium für die Leeds Grammar School. Er studierte Philosophie, Politik und Wirtschaft am Queen’s College an der University of Oxford für das er ebenfalls ein Stipendium erhielt. Zu Beginn der 1960er Jahre arbeitete er als Drehbuchautor für das britische Fernsehen, insbesondere als Sketchautor für die Serie That Was the Week That Was. Kaufman begann an der Universität, sich für Politik zu interessieren, und versuchte nach dem Abschluss einen Wahlkreis zu finden. 1955 trat er in Bromley gegen den späteren Premierminister Harold Macmillan an und verlor. Bei der nächsten Wahl kandidierte er erfolglos im Wahlkreis Gillingham an. Er begann, als Autor für die Daily Mail zu arbeiten und ab 1964 für kurze Zeit für den New Statesman. Unter Harold Wilson war er in der Labour Party für die Presse zuständig. Er schrieb verschiedene Sachbücher über Politik und Film. Seit 1970 saß er für die Labour Party als Abgeordneter zunächst für den Wahlkreis Manchester Ardwick und dann für den Wahlkreis Manchester Gorton im Unterhaus des Britischen Parlaments.[2] Im Ausland ist Gerald Kaufman vor allem als jüdischer Kritiker der Besatzungspolitik Israels bekannt geworden.

Kaufman war von 1974 bis 1979 als Staatssekretär in verschiedenen Labour-Kabinetten tätig. In der Thatcher-Ära nach 1979 war Sprecher der Partei für Umweltfragen, danach „Schatten-Innenminister“ und von 1987 bis 1992 „Schatten-Außenminister“ der Labour-Opposition. Von 1992 bis 2005 war er der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Kultur, Medien und Sport. Er war als Filmkenner bekannt und hatte eine besondere Vorliebe für Musicals.[3] Er war seit seiner Jugend ein Mitglied der Poale Zion, der Organisation der sozialistischen Zionisten in Großbritannien.

2004 wurde Kaufman zum Ritter geschlagen.[2]

Seit der Parlamentswahl 2015 galt Sir Gerald als der Abgeordnete mit der längsten ununterbrochenen Amtszeit und erhielt damit den Titel Father of the House. Nach der Wahl gab es neben Sir Gerald noch drei weitere Abgeordnete, die seit 1970 im Unterhaus saßen, diese hatten ihren Amtseid aber erst nach ihm abgelegt.[4]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • How to be a Minister, Faber & Faber, 2. Auflage, 1997, ISBN 978-0571190805.
  • Meet Me in St. Louis, BFI Publishing, 1994, ISBN 978-0851705019
  • Inside the Promised Land: Personal View of Today’s Israel, Ashgate Publishing Limited, 1986, ISBN 978-0704505360.
  • My Life in the Silver Screen, Faber & Faber, 1985, ISBN 978-0571134939
  • Renewal: Labour's Britain in the 1980’s, Penguin Books, 1983, ISBN 978-0140523515.
  • Outrage : the Abuse of Diplomatic Immunity / Chuck Ashman and Pamela Trescott ; with an Introduction by Gerald Kaufman, MW Books, 1986.

als Herausgeber:

  • The Left, Anthony Blond, 1966.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Labour MP Gerald Kaufman dies at 86. In: BBC News. 27. Februar 2017, abgerufen am 2. März 2017 (englisch).
  2. a b c Obituary: Gerald Kaufman. In: BBC News. 27. Februar 2017, abgerufen am 2. März 2017 (englisch).
  3. Stephen Bates: Sir Gerald Kaufman obituary. In: The Guardian. 27. Februar 2017, abgerufen am 2. März 2017 (englisch).
  4. Sir Gerald Kaufman is the new Father of the House. Website des britischen Parlaments, 13. Mai 2015, abgerufen am 2. März 2017 (englisch).