Gerhard Fouquet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Gerhard Fouquet (* 22. November 1952 in Ludwigshafen am Rhein) ist ein deutscher Historiker.

Gerhard Fouquet studierte Geschichte, Germanistik und Chemie in Saarbrücken, Gießen und Mannheim. Er wurde 1985 in Siegen bei Ulf Dirlmeier mit einer Arbeit über das Speyerer Domkapitel im späten Mittelalter promoviert. Von 1980 bis Ende 1981 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Generallandesarchiv in Karlsruhe. Von 1981 bis 1996 war er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann als Assistent und zuletzt als Akademischer Rat an der Universität Siegen beschäftigt. Im Jahr 1994 erfolgte seine Habilitation. 1994/95 hatte er eine Lehrstuhlvertretung an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Im Jahr 1996 übernahm er als Nachfolger von Werner Paravicini den Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Im Jahre 2002 lehnte er einen Ruf an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster ab. Er ist zum 1. Oktober 2018 in den Ruhestand eingetreten wurde und gleichzeitig zum Seniorprofessor für fünf Jahre ernannt.

Sein hauptsächliches Arbeitsgebiet stellt die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Spätmittelalters dar. Schwerpunkte sind die Sozialgeschichte der mittelalterlichen Kirche, die Verfassungs- und Wirtschaftsgeschichte der deutschen Fürstentümer, die Kultur von Stadtbürgertum und Adel, die Sozialgeschichte der Arbeit sowie die Umweltgeschichte. Fouquet ist Mitherausgeber der international renommierten Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und des Jahrbuchs für Regionalgeschichte.

Im Jahr 2005 wurde er Prorektor. Vom 1. Juni 2008 bis zum 31. Mai 2014 war er Präsident der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Seit 2008 ist er zudem der Vertreter der Bundesrepublik Deutschland in der Internationalen Kommission für Städtegeschichte. Außerdem ist er Vorsitzender der Kommission Residenzstädte im Alten Reich (1300–1800) in der Göttinger Akademie der Wissenschaften.[1] Fouquet ist Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (seit 2014) sowie korrespondierendes Mitglied der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Er ist Mitglied der Zentraldirektion der Monumenta Germaniae Historica, des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte, des Verbandes der Historikerinnen und Historiker Deutschlands (bis 2008 als Schatzmeister), des Historischen Vereins der Pfalz, der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, des Hansischen Geschichtsvereins und des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde. Im Oktober 2013 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Dalhousie University in Halifax, Kanada verliehen.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien

  • Das Speyerer Domkapitel im späten Mittelalter (ca. 1350–1540). Adlige Freundschaft, fürstliche Patronage und päpstliche Klientel (= Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte. Band 57). 2 Bände. Mainz 1987.
  • Das Seelbuch des Dominikanerinnenklosters St. Lambrecht (= Schriften des Diözesanarchivs Speyer. Band 12). Speyer 1990.
  • Bauen für die Stadt. Finanzen, Organisation und Arbeit in kommunalen Baubetrieben des Spätmittelalters (= Städteforschung. Veröffentlichungen des Instituts für Vergleichende Städtegeschichte in Münster. Band 48). Köln u. a. 1999, ISBN 3-412-09598-2.
  • mit Ulf Dirlmeier, Bernd Fuhrmann: Europa im Spätmittelalter 1215–1378 (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Band 8). München 2003, ISBN 3-486-49721-9.
  • mit Rolf Drechsel: Dannstadt und Schauernheim. Zur Geschichte bäuerlicher Gemeinden in der Pfalz. Band 1: Die Geschichte Dannstadts und Schauernheims von den Anfängen bis zum Dreißigjährigen Krieg. Speyer 1989.
  • mit Ingo Dierck: Dannstadt und Schauernheim. Zur Geschichte bäuerlicher Gemeinden in der Pfalz. Band 2: Die Geschichte Dannstadts und Schauernheims von der Wiederbesiedelung 1650 bis zur Franzosenzeit. Dannstadt-Schauernheim 2006.
  • mit Gabriel Zeilinger: Katastrophen im Spätmittelalter (= Wissen verbindet). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-534-24699-1.

Herausgeberschaften

  • Die Reise eines niederadligen Anonymus ins Heilige Land im Jahre 1494 (= Kieler Werkstücke. Reihe E, Band 5). Frankfurt am Main u. a. 2007, ISBN 978-3-631-56777-7.
  • mit Hans-Jörg Gilomen: Netzwerke im europäischen Handel des Mittelalters (= Vorträge und Forschungen. Band 72). Thorbecke, Ostfildern 2010, ISBN 3-7995-6872-7.
  • mit Gabriel Zeilinger: Die Urbanisierung Europas von der Antike bis in die Moderne (= Kieler Werkstücke. Reihe E, Band 7). Frankfurt am Main u. a. 2009, ISBN 978-3-631-57881-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kommission Residenzstädte im Alten Reich (1300–1800)