Germanium(IV)-fluorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Strukturformel von Germaniumtetrafluorid
Allgemeines
Name Germanium(IV)-fluorid
Andere Namen
  • Germaniumtetrafluorid
  • Tetrafluorgerman
Summenformel GeF4
CAS-Nummer 7783-58-6
PubChem 82215
Kurzbeschreibung

farbloses Gas mit Knoblauch-artigem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 148,58 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte

2,16 g·cm−3 (bei 0 °C)[1]

Sublimationspunkt

−36,5 °C[1]

Dampfdruck

404 kPa (−16 °C)[1]

Löslichkeit

Zersetzung in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
04 – Gasflasche 05 – Ätzend 06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 280​‐​330​‐​314​‐​372
P: 280​‐​305+351+338​‐​310 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][1]
Sehr giftig Ätzend
Sehr giftig Ätzend
(T+) (C)
R- und S-Sätze R: 26​‐​35
S: 9​‐​26​‐​28​‐​36​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Germanium(IV)-fluorid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Germaniumverbindungen und Fluoride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Germanium(IV)-fluorid lässt sich durch Reaktion von Germanium mit Fluor oder Fluorwasserstoff.[4]

\mathrm{Ge + 2 \ F_2 \longrightarrow GeF_4}

Es entsteht auch bei der thermischen Zersetzung des Komplexsalzes Ba[GeF6], das durch Fällung einer Lösung von Germaniumdioxid in Flusssäure mit Bariumchlorid gewonnen werden kann.[4]

\mathrm{Ba(GeF_6) \longrightarrow GeF_4 + BaF_2}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Germanium(IV)-fluorid ist ein nicht brennbares, an Luft stark rauchendes Gas mit knoblauchartigem Geruch.[5] Es bildet mit Wasser ätzende Säuren (Hydrolyse zu GeO2 und H2GeF6) und kann mit diesen heftig reagieren. Oberhalb von 1000 °C zersetzt es sich, wobei Fluorwasserstoff, Fluor und Germaniumdioxid entstehen.[1][4] Aus wässrigen Lösungen kristallisiert es als Trihydrat aus.[6]

Verwendung[Bearbeiten]

Germanium(IV)-fluorid wird in Kombination mit Disilan zur Herstellung von SiGe-Kristallen verwendet.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Eintrag zu CAS-Nr. 7783-58-6 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 19. Juni 2010 (JavaScript erforderlich).
  2. a b Datenblatt Germanium(IV) fluoride bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 3. April 2011 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. a b c  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 230.
  5. Wolfgang Legrum: Riechstoffe, zwischen Gestank und Duft, Vieweg + Teubner Verlag (2011) S. 68−69, ISBN 978-3-8348-1245-2.
  6. Holleman und Wiberg: Lehrbuch der anorganischen Chemie

Weblinks[Bearbeiten]