Gilbert Marshal, 4. Earl of Pembroke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Tod des Gilbert Marshal
(Darstellung aus der Chronica Majora des Matthäus Paris, 13. Jahrhundert)

Gilbert Marshal, 4. Earl of Pembroke († 27. Juni 1241 bei Dunstable) war ein englischer Magnat.

Gilbert Marshal entstammte der Familie Marshal. Er war der dritte Sohn von William Marshal, 1. Earl of Pembroke und von dessen Frau Isabel de Clare. Als jüngerer Sohn wurde er zunächst Geistlicher.[1] Nachdem aber seine älteren Brüder William 1231 und Richard 1234 ohne Erben gestorben waren, wurde er zum Erben der umfangreichen Besitzungen der Familie Marshal in England, Südwales und Leinster in Irland und legte seine geistlichen Ämter nieder. Sein Bruder Richard war als Rebell gegen den König gestorben, als Zeichen der Versöhnung erbte Gilbert auch den Titel Earl of Pembroke und das Amt des Marshal of England. Am 11. Juni 1234 wurde er zum Ritter (Knight of the Bath) geschlagen.[2] 1235 durfte er für seinen minderjährigen Neffen Richard de Clare die Verwaltung von Glamorgan übernehmen,[3] bis ihm dieser, immer noch minderjährig, das Recht 1240 für 500 Mark abkaufte.[4] Obwohl ihm Heinrich III. noch weitere Gunstbeweise bewies, besaß er nie das volle Vertrauen des Königs. Letztlich war er nie ein so treuer Vasall wie sein Vater. Am 1. August 1235 heiratete er Marjorie, eine Tochter von König Wilhelm I. von Schottland. Zusammen mit seinem Schwager Richard von Cornwall nahm er 1236 das Kreuz, beteiligte sich aber nicht an dessen Kreuzzug nach Palästina. Als der walisische Fürst Llywelyn ab Iorwerth im April 1240 starb, nutzte Gilbert, unterstützt durch seinen Bruder Walter dies aus und begann mit der Besetzung walisischer Gebiete in Südwestwales. Walter eroberte das nach William Marshals Tod 1231 von den Walisern eroberte Cardigan Castle zurück. Gilberts Plan, den walisischen Lord Maelgwn Fychan als seinen Vassall zum Herrn des südlichen Ceredigion zu machen, scheiterte an der Politik des Königs gegenüber Llywelyns Sohn Dafydd ap Llywelyn. Marshal behielt ein gutes Verhältnis zu seiner Schwester Isabel Marshal, der Witwe von Gilbert de Clare, 1. Earl of Gloucester. Er arrangierte die Heirat von Isabels Tochter Isabel mit dem schottischen Lord Robert de Brus, Lord of Annandale.[5] Matthäus Paris berichtete von Gilberts Tod, als er bei einem Turnier ein ihm unbekanntes italienisches Streitross ritt, das ihn beim vollen Galopp abwarf und zu Tode trampelte. Er wurde vermutlich neben seinem Vater in der Temple Church von London bestattet. Da er keine Kinder hatte, erbte sein Bruder Walter seine Titel und Ländereien.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Altschul: A baronial family in medieval England. The Clares. The Johns Hopkins Press, Baltimore 1965, S. 44
  2. William Arthur Shaw: The Knights of England. Band 1, Sherratt and Hughes, London 1906, S. 109.
  3. Michael Altschul: A baronial family in medieval England. The Clares. The Johns Hopkins Press, Baltimore 1965, S. 65
  4. Michael Altschul: A baronial family in medieval England. The Clares. The Johns Hopkins Press, Baltimore 1965, S. 68
  5. Michael Altschul: A baronial family in medieval England. The Clares. The Johns Hopkins Press, Baltimore 1965, S. 33
VorgängerAmtNachfolger
Richard MarshalEarl of Pembroke
Marshal of England
1234–1241
Walter Marshal