Giorgio Almirante

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Giorgio Almirante, 1971

Giorgio Almirante (* 27. Juni 1914 in Salsomaggiore Terme bei Parma; † 22. Mai 1988 in Rom) war Gründer und Anführer der italienischen neofaschistischen Partei Movimento Sociale Italiano.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im faschistischen Italien war Almirante, Sohn des Regisseurs und Schauspielers Mario Almirante, ursprünglich Lehrer und wurde danach Herausgeber der rassistischen und antisemitischen Parteizeitung La difesa della razza. Während dieser Zeit kam es zu einer polemischen Auseinandersetzung mit Julius Evola, bei der es um die Ausrichtung (biologisch gegen „spirituell“) der rassistischen Doktrin ging (nach 1945 war Almirante allerdings lange Zeit Anhänger Evolas). Nach dem Zusammenbruch des ersten Mussolini-Staates 1943 wurde er in der neu errichteten Republik von Salò Kultusminister.

Nach Kriegsende war er Gründungsmitglied und wurde der erste Vorsitzende des MSI und machte es aus seinem zunächst juristisch unklaren Status heraus wieder zu einer der wichtigsten Parteien Italiens. 1950 wurde er von konservativen Kräften abgesetzt, die eine gemäßigtere rechte Politik betreiben wollten. 1969 übernahm er erneut die Parteispitze und öffnete die Partei zu radikaleren Kräften hin. In diesem Zeitraum wurde ihm vorgeworfen, eine gezielte Strategie der Spannung zu betreiben, die eine neue faschistische Herrschaft ermöglichen sollte[1]. Einerseits sympathisierte er mit militanten und terroristischen Gruppen, die eine Destabilisierung des demokratischen Systems voranbringen sollten, andererseits appellierte er an eine „schweigende Mehrheit“ in der Bevölkerung, die sich insbesondere daraufhin eine starke Staatsmacht, die für Recht und Ordnung sorgen sollte, wünsche.

1987 verlor er die Abstimmung zur Wiederwahl zum Vorsitzenden gegen Gianfranco Fini, der später unter Silvio Berlusconi Außenminister wurde.

Von 1948 bis zu seinem Tod war Almirante Parlamentsabgeordneter; von 1979 bis zu seinem Tod zusätzlich Mitglied des Europaparlaments.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leonard Weinberg: Almirante, Giorgio (1914-1988) in: Cyprian P. Blamires (Hrsg.): World Fascism. A Historical Encyclopedia. Volume 1: A-K, ABC-CLIO, Santa Barbara 2006, ISBN 1-57607-940-6, S. 32f