Girocard

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Logo auf Girocards und an Akzeptanzstellen

Die Girocard (Eigenschreibweise girocard), umgangssprachlich oft noch als ec-Karte oder Girokarte bezeichnet, ist ein gemeinsamer Rahmen für das Debitzahlungssystem Electronic Cash und das deutsche Geldautomatensystem. Der Name und das Logo Girocard wurden 2007 vom Zentralen Kreditausschuss (ZKA; heute Die Deutsche Kreditwirtschaft) durch Umbenennung der vormaligen ec-Karte eingeführt. Während der Name ec-Karte weiterhin äußerst bekannt ist, hat sich die Kenntnis, dass die Karte umbenannt wurde und Girocard das Nachfolgesystem ist, bei der Mehrheit der Bevölkerung noch nicht durchgesetzt.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Girocard ist in Deutschland sehr weit verbreitet. Nach einer Untersuchung des Marktforschungsinstituts GfK vom Juli 2015 besaßen 95 % der Bürger eine Girocard, insgesamt waren über 100 Mio. Karten im Umlauf. 75 % der Karteninhaber nutzten die Girocard zur bargeldlosen Bezahlung im Einzelhandel.[1]

2015 wurden knapp 2,6 Mrd. Transaktionen mit einem Gesamtumsatz in Höhe von 138 Mrd. Euro mit der Girocard ausgeführt.[2] Nach einer Studie der Deutschen Bundesbank zum Zahlungsverhalten in Deutschland aus dem Jahr 2014 wurden ca. 15 % aller Zahlungen mit der Girocard getätigt (womit ca. 30 % des Gesamtumsatzes gemacht wurde); damit war die Girocard das zweitwichtigste Zahlungsinstrument nach dem Bargeld. Kreditkarten erzielten, zum Vergleich, nur ca. 4 % der Umsätze, andere Debitkartensysteme waren ohne Bedeutung.[3]

Zielsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Girocard soll den sicheren und einfachen Einsatz von Debitkarten unter Verwendung der Persönlichen Identifikationsnummer (PIN) garantieren.

Die europäische Kreditwirtschaft hat mittlerweile den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) eingeführt. Ziel des SEPA ist es, allen Bürgern die Möglichkeit zu eröffnen, Zahlungsverkehrsdienstleistungen im Euro-Raum zu den gleichen Bedingungen ausführen zu können wie im Heimatland. Girocard soll vor allem die internationale Akzeptanz der deutschen Debitkarten im Zuge der Schaffung eines einheitlichen Logos für den SEPA erleichtern.

Typische Kombination[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Girocard wird meist mit mehreren Diensten kombiniert, u. a. mit aufladbarer Geldkarte, der Funktion Maestro oder V Pay für die Nutzung der Karte im Ausland. Als Nahfeldkommunikationssysteme zum „kontaktlosen“ Bezahlen mittels Near Field Communication (NFC) kommt auf den Karten der Sparkassen das Prepaid-Verfahren Girogo zum Einsatz, bei dem es sich um die kontaktlose und über das Händlerterminal aufladbare Variante der Geldkarte handelt. Seit Juli 2017 unterstützt die Girocard auch das Verfahren "girocard kontaktlos" bei dem mittels NFC die Kartenzahlung vom Girokonto kontaktlos und unter 25 Euro auch ohne PIN erfolgt. Im Ausland übliche NFC-Verfahren wie z. B. Paypass oder Paywave sind nicht auf der Girocard verfügbar, da es sich hierbei um Verfahren der Kreditkarten-Organisationen MasterCard und VISA handelt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b GfK-Studie Juli 2015 – Bekanntheit girocard in Deutschland. Management Summary. EURO Kartensysteme, Juli 2015, abgerufen am 9. April 2016 (PDF; 812 kB).
  2. girocard Statistik 2007–2015. Die Deutsche Kreditwirtschaft, abgerufen am 9. April 2016 (PDF; 430 kB).
  3. Deutsche Bundesbank (Hrsg.): Zahlungsverhalten in Deutschland 2014. 2015, S. 25 (online (PDF; 1,3 MB) [abgerufen am 9. April 2016]).